Die Zahlen steigen! TV-Sender sagt häuslicher Gewalt mit #machdichlaut den Kampf an

München - Der Privatsender SAT.1 befasst sich aktuell mit einem unangenehmen und vor allem besorgniserregenden Thema: häusliche Gewalt. 

TV-Anwalt Ingo Lenßen ist eines der prominenten Gesichter, die #machdichlaut unterstützen. (Archivbild)
TV-Anwalt Ingo Lenßen ist eines der prominenten Gesichter, die #machdichlaut unterstützen. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat in diesem Jahr bereits beunruhigende Daten veröffentlicht: "Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten", schreibt das Ministerium auf seiner Homepage.

Unter Berufung auf eine kriminalstatistische Auswertung des Bundeskriminalamtes werden auch konkrete Zahlen genannt: 

  • Vorsätzliche, einfache Körperverletzung: 68.500 Fälle
  • gefährliche Körperverletzung: rund 12.100 Fälle
  • Bedrohung, Stalking, Nötigung: 28.700 Fälle
  • Freiheitsberaubung: 1612 Fälle
  • Mord und Totschlag: 324 Fälle

Die Dunkelziffer ist häufig deutlich höher. 

Vor allem muss befürchtet werden, dass sich 2020 diese Daten nicht zum Besseren wenden, wie tagesschau.de berichtete: "In einigen Bundesländern gibt es seit Ausbruch der Corona-Pandemie - und den damit einhergehenden Einschränkungen - mehr häusliche Gewalt." 

Man berufe sich dabei auf eine Zwischenbilanz der dpa, die in mehreren Ministerien aktuelle Zahlen abgefragt hatte.

Auf diese weltweit erkennbare Entwicklung sollen in den ersten Ländern bereits Apotheken reagiert haben - mit einem Codewort, durch das Opfer unauffällig um Hilfe bitten können.

Auch Apotheker bieten diskrete Hilfe an

Die große Mehrheit der erfassten Opfer häuslicher Gewalt sind weiblich. (Symbolbild)
Die große Mehrheit der erfassten Opfer häuslicher Gewalt sind weiblich. (Symbolbild)  © 123rf/Peerayot To-im

Wie Brigitte meldete, werden mit dem Begriff "Maske19" Apothekenmitarbeiter darauf hingewiesen, die Polizei zu informieren. In Deutschland ist dieses System nicht unbekannt, wenn auch nicht offizieller Bestandteil.

"In Apotheken kann man grundsätzlich immer darum bitten, dass Behörden informiert werden. Der Begriff 'Maske19' ist uns durchaus auch dank der entsprechenden Fachpresse bekannt, offiziell koordiniert wird das unsererseits aber nicht", berichtet Thomas Metz, Pressesprecher des Bayerischen Apothekerverbands im Gespräch mit TAG24. "Wir bieten uns aber jederzeit an, diskret zu helfen."

Der Bedarf an Hilfe scheint groß. 

Das ist wohl auch der Grund, warum nun auch SAT.1 dem Thema eine größtmögliche Reichweite geben möchte. Unter dem Überbegriff "Schweigen macht schutzlos - #machdichlaut" soll die breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden. Mit prominenten Stimmen wird diese Aktion der Hilfsorganisation Weißer Ring auch unterstützt.

"Das Zuhause soll Schutz und Geborgenheit bieten", sagt der TV-Anwalt Ingo Lenßen in der entsprechenden Fernsehkampagne. "Doch in diesen Zeiten lauert die Gefahr vor allem in den eigenen vier Wänden", ergänzt Frühstücksfernsehen-Moderatorin Alina Merkau. Moderatoren wie Jochen Schropp oder Claudia von Brauchitsch tragen ebenfalls dazu bei, dem Thema mehr Beachtung zu verschaffen.

Titelfoto: 123rf/Peerayot To-im

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