Joko und Klaas schockieren mit Live-Sendung, doch das Netz feiert sie dafür

Unterföhring - Man könnte fast schon meinen, ProSieben wusste vor einer Woche schon, was passieren wird, wenn sie das Zepter des Senders eine Viertelstunde lang an ihre quotenstärksten Show-Moderatoren übergeben würden.

Joko (l.) und Klaas nutzten ihre 15 Minuten Sendezeit, um Bilder aus dem Flüchtlingslager in Moria zu zeigen. (Archiv)
Joko (l.) und Klaas nutzten ihre 15 Minuten Sendezeit, um Bilder aus dem Flüchtlingslager in Moria zu zeigen. (Archiv)  © ProSieben/Jens Hartmann

Am Dienstag letzter Woche verloren Joko Winterscheidt (41) und Klaas Heufer-Umlauf (36) ihren Staffelauftakt der Show "Joko & Klaas gegen ProSieben".

Als Strafe wurden die beiden Entertainer aus dem Show-Titel gestrichen und die Sendung am Dienstag dieser Woche hieß: "Not und Elend gegen ProSieben". 

Diese Show gewannen die Moderatoren - und durften wie immer in solch einem Fall 15 Minuten Sendezeit völlig frei nutzen. Zu sehen in "Joko & Klaas live" gab es am Mittwochabend: Not und Elend. Und eine Warnung, dass Kinder diese Sendung besser nicht sehen sollten. Denn dieses Mal zeigten sie bittere Realität. Es waren 15 Minuten für Moria. 

Die Sendung wurde - so die Aussage von Winterscheidt und Heufer-Umlauf - bereits vor einem Monat geplant. Also vor dem verheerenden Feuer (TAG24 berichtete) vor einer Woche. Umso katastrophaler wirken die Bilder aus dem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos jetzt.

Wer die 15 Minuten durchhielt - also diese Szenen von unbrauchbaren Wasserleitungen, katastrophalen hygienischen und sanitären Bedingungen, Kindern, die durch das Feuer verletzt wurden oder von Polizisten mit Tränengas attackiert wurden, um nur ein paar Dinge zu nennen - wusste dann auch, warum die Sendung nicht für Kinder oder labile Menschen gedacht war.

Reaktionen der Zuschauer waren überwältigend

Die Reaktionen auf Twitter unter dem zur Show gehörendem Hashtag #JKLive beziehungsweise #jokoundklaas waren überwältigend - und teils sehr emotional.

"Jeder, der das sieht und mir jetzt noch sagen will, dass es falsch ist und war, Flüchtlinge aufzunehmen, der soll zur Hölle gehen! Ich schäme mich, wir haben alles und trotzdem behandeln wir Menschen so? Ich weine. Es tut mir so leid..", schrieb eine Userin.

Ein anderer schreibt: "Unfassbare Bilder aus Moria. #jokoundklaas Wer das sieht und nichts tun will ist einfach kein Mensch! Schrecklich."

Ein weiterer Tweet lautete: "Schau grad #pro7 #shortstoryofmoria #jokoundklaas und muss nur heulen. Wie kann #Europa so versagen??? Ich bin entsetzt, fassungslos, angewidert, verzweifelt."

Eine weitere Userin fasste es kurz und knapp zusammen: "Unglaublich starker Beitrag!" (Alle Texte übernommen.)

Der Hashtag "JokoUndKlaas" schoss noch während der Sendung an die Spitze der Trend-Charts auf Twitter. Eines haben die beiden Moderatoren auf jeden Fall erreicht: Sie haben den Schlagzeilen ein Gesicht gegeben. Oder besser: mehrere Gesichter. Und die Menschen diskutieren wohl ab sofort auf einer neuen Ebene über dieses Lager.

Titelfoto: ProSieben/Jens Hartmann

Mehr zum Thema Unterhaltung:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0