Dresdner Filmproduzent über seinen Welterfolg: Wendefilm "Fritzi" geht als Serie weiter

Dresden - Ein Welterfolg aus Dresden - das gibt es nicht alle Tage. Der Firma Balance Film ist es gelungen, mit dem Animationsfilm "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte", der vor knapp einem Jahr zum Mauerfalljubiläum in die Kinos kam. Seitdem gab es mehr als 20 Preise aus allen Teilen der Welt. Völlig zufrieden ist Produzent Ralf Kukula (58) dennoch nicht - arbeitet aber längst an einer Serien-Fortsetzung.

"Fritzi - Eine Wendewundergeschichte": Eine 12-Jährige und ihr Hund Sputnik erleben in Leipzig die friedliche Revolution 1989.
"Fritzi - Eine Wendewundergeschichte": Eine 12-Jährige und ihr Hund Sputnik erleben in Leipzig die friedliche Revolution 1989.  © Weltkino Filmverleih

"Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" erzählt von der friedlichen Revolution 1989 aus Kindersicht. Darin flüchtet zunächst das Mädchen Sophie während eines Sommerurlaubs in Ungarn mit ihren Eltern in den Westen und lässt ihren Hund Sputnik bei ihrer besten Freundin Fritzi (12) zurück. Die dann in Leipzig die Aufregungen der Wende erlebt.

Der Dresdner Ralf Kukula, der vor der Wende bei der DEFA das Animationshandwerk erlernte, hat die Verfilmung zusammen mit dem westdeutschen Regisseur Matthias Bruhn realisiert. Ein gesamtdeutsches Werk zum 30-jährigen Wendejubiläum 2019.

Der Lohn waren zahlreiche Preise: regional unter anderem der Chemnitzer Schlingel, der Goldene Spatz des MDR oder die Nominierung für eine Lola beim Deutschen Filmpreis. Hinzu kommen etliche internationale Auszeichnungen etwa im Iran, in Südkorea oder zuletzt beim mexikanischen Kinderfilmfestival La Matanea.

Nina Bott deckt "Schweinerei" auf: Promis mit gefälschten Impfausweisen unterwegs
Nina Bott Nina Bott deckt "Schweinerei" auf: Promis mit gefälschten Impfausweisen unterwegs

Aktuell läuft "Fritzi" in der offiziellen Sektion des Kinderfilmfestivals in Mumbai.

Ralf Kukula: "Es hätte schöner sein können, die Ernte von zehn Jahren Arbeit einzufahren!"

"Mein persönlichster Film": Produzent Ralf Kukula (58, r.) und Regisseur Matthias Bruhn bei der Premiere im Oktober 2019.
"Mein persönlichster Film": Produzent Ralf Kukula (58, r.) und Regisseur Matthias Bruhn bei der Premiere im Oktober 2019.  © picture-alliance

Dennoch fällt die Bilanz des Produzenten gemischt aus. Zwar sei es sein persönlichster Animationsfilm, sagt Kukula, auch wenn er nicht autobiografisch sei. Auch würden die positiven Reaktionen überwiegen.

Corona aber habe den Film viel zu früh aus den Kinos gefegt, jetzt bleibe nur ein digitales Weiterleben, bedauert er. Die Einladungen rund um den Globus mussten für den Dresdner ebenfalls meist ausfallen. Kukula: "Es hätte schöner sein können, die Ernte von zehn Jahren Arbeit einzufahren." Aber auf vieles sei er dennoch stolz.

So habe man nicht nur Kinder erreicht, sondern auch Erwachsene, die den Animationsfilm in Deutschland oft nicht ernst genug nehmen würden. Auch die Ausstrahlung im KiKA und der Abruf in den Mediatheken sei überdurchschnittlich gewesen.

Eklat bei Lombardi-Konzert: Polizisten führen Oliver Pocher ab
Oliver Pocher Eklat bei Lombardi-Konzert: Polizisten führen Oliver Pocher ab

Was ihm jetzt durch die ARD-Partner ermögliche, Fritzis Geschichte in Form einer Serie von acht rund halbstündigen Folgen weiterzuerzählen. Kukula: "Wir dürfen nun rund drei Stunden Programm gestalten."

Mit Drehbuchautorin Beate Völcker entwickelt er gerade die Geschichte. Darin gehe es auch stärker um die geflüchtete Sophie: "So können wir spätestens zum 40. Jubiläum die friedliche Revolution auch aus westlicher Sicht erzählen."

Titelfoto: Bildmontage: Weltkino Filmverleih, picture-alliance

Mehr zum Thema Kino & Film News: