"Das Positivste überhaupt": So erlebt Regisseur Fatih Akin die Corona-Pause

Hamburg - Der Hamburger Regisseur Fatih Akin ("Gegen die Wand", "Aus dem Nichts") hat die Zwangspause in der Corona-Zeit genutzt, um alte Filmklassiker der 40er- und 50er-Jahre im Kino zu schauen.

Regisseur Fatih Akin steht vor der Aufführung seines Films „Tschick“ im Autokino in Hamburg.
Regisseur Fatih Akin steht vor der Aufführung seines Films „Tschick“ im Autokino in Hamburg.  © Daniel Reinhardt/dpa

"Die habe ich zum ersten Mal auf der großen Leinwand gesehen und das war für mich eigentlich das Beste an dieser ganzen Corona-Zeit", sagte Akin in Hamburg. 

Auf diese Weise habe er die "Liebe zum Kino in Zeiten von Hardcore-Stream nochmal voll neu entdeckt". 

Diese alten Filme hätten eine extrem filmische Grammatik und Rhetorik. "Und das hat mich wieder so erinnert daran, dass ich - sobald es wieder möglich ist - wieder Kinofilme machen werde."

Er habe wegen Corona allerhand Projekte auf Eis legen müssen. "Eigentlich alle, an denen ich explizit gearbeitet hatte." 

So habe er vorher noch an einer Serie geschrieben, die er just vor dem Ausbruch fertig hatte und die eigentlich in die Vorproduktion gehen sollte. 

Akin hat nun stattdessen einfach weitergeschrieben. 

"Ich schreibe jetzt an Projekten weiter, die ich immer schon vor mir hergeschoben hatte und keine Zeit hatte, sie zu schreiben. Das sind meistens auch Kinoprojekte", so der 46-Jährige.

Regisseur sieht das Positive

Die so viel beschworene Entschleunigung habe dabei bei ihm allerdings kaum eine Rolle gespielt. "Ich hatte das Gefühl, dass ich eigentlich viel mehr arbeiten musste."

Begeistert habe ihn in der Corona-Zeit die Solidarität in der Nachbarschaft - wie Einkaufen für Ältere oder die Unterstützung für den Lieblingsitaliener. 

"Diese kleinen Geschichten waren das Positivste überhaupt."

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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