"Fight Club" wird in China mit neuem Ende gezeigt, doch das ergibt gar keinen Sinn

China - "Fight Club" von David Fincher (59) wird auch 23 Jahre nach seinem Kinostart noch weltweit als Kultfilm gefeiert. Nun erschien der Psychothriller erstmals in China - jedoch mit einem komplett anderen Ende!

Im Original ist Tyler Durden (Brad Pitt, Mitte) nur eine Einbildung des Protagonisten.
Im Original ist Tyler Durden (Brad Pitt, Mitte) nur eine Einbildung des Protagonisten.  © Splendor Films

Die Volksrepublik hat eine der strengsten Zensurregeln der Welt.

Nicht selten werden ausländische Filme massiv gekürzt, bevor sie in dem ostasiatischen Land verfügbar sind - wenn sie denn überhaupt ausgestrahlt werden dürfen.

Nun ging es also auch dem kapitalismuskritischen "Fight Club" an den Kragen.

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Die finale Sequenz, die vielen Zuschauern aufgrund ihres überraschenden Endes in Erinnerung geblieben sein dürfte, wird so nie in China zu sehen sein.

Auf der chinesischen Streamingplattform Tencent Video wurde diese einfach weggeschnitten und durch einen via Texttafeln erzählten Epilog ausgetauscht.

"Die Polizei hat den ganzen Plan schnell durchschaut, alle Verbrecher verhaftet und erfolgreich verhindert, dass die Bombe explodiert, und Tyler (Durden) wurde in eine Irrenanstalt gebracht", lautet der alternative Ausgang der Story.

Im Original handelt es sich bei Tyler Durden jedoch nicht um eine reale Person, sondern lediglich um das Alter Ego der von Edward Norton (52) gespielten Hauptfigur.

Originalende von "Fight Club"

Neuauslegung von "Fight Club" kommt bei chinesischen Zuschauern nicht gut an

Kein Wunder, dass diese Neuauslegung bei vielen chinesischen Zuschauern auf wenig Gegenliebe stößt.

"Die erste Regel des Fight Club in China? Erwähne nicht das ursprüngliche Ende. Die zweite Regel des Fight Club in China? Ändere es, damit die Polizei gewinnt", kommentiert ein Nutzer die Änderung auf der Seite von Tencent.

"'Fight Club' auf Tencent Video zeigt uns, dass sie nicht nur Szenen löschen, sondern auch die Handlung ergänzen", empört sich eine Person auf dem sozialen Netzwerk Weibo.

Ob tatsächlich die Regierung der Volksrepublik dahintersteckt, wurde bislang nicht bestätigt.

Mindestens genauso wahrscheinlich ist, dass sich der jeweilige Verleih, der die Rechte innehat, dafür entschied, den Film zu überarbeiten, bevor er an die Streamingportale ging.

Titelfoto: Splendor Films

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