"Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice": Grausamer Bombenanschlag zerreißt Familie!

Deutschland - Entsetzliches Drama! Die dänische Krimikomödie "Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice" läuft am 23. September in den deutschen Kinos an und behandelt viele wichtige Themen auf schwarzhumorige Art und Weise. Die TAG24-Kritik.

Die versammelten "Helden der Wahrscheinlichkeit" von l. nach r.: Lennart (Lars Brygmann, 64), Mathilde (Andrea Heick Gadeberg, 22), Markus (Mads Mikkelsen, 55), Otto (Nikolaj Lie Kaas, 48) und Emmenthaler (Thomas Bro, 49).
Die versammelten "Helden der Wahrscheinlichkeit" von l. nach r.: Lennart (Lars Brygmann, 64), Mathilde (Andrea Heick Gadeberg, 22), Markus (Mads Mikkelsen, 55), Otto (Nikolaj Lie Kaas, 48) und Emmenthaler (Thomas Bro, 49).  © PR/Zentropa Entertainments3 ApS & Zentropa Sweden AB

Das Werk von Kult-Regisseur Anders Thomas Jensen (49, "Adams Äpfel", "Men & Chicken", "Dänische Delikatessen") beginnt mit einem schrecklichen Ereignis. Zahlenjunkie Otto (Nikolaj Lie Kaas, 48) bietet in der Bahn seinen Sitz Emma (Anne Birgitte Lind, 52) an, die mit ihrer Tochter Mathilde (Andrea Heick Gadeberg, 22) lediglich aufgrund mehrerer unglücklicher Zufälle die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen musste.

Nur Augenblicke nach der guten Tat geht eine Bombe hoch, die Emma und einige weitere Menschen das Leben kostet. Mathilde und Otto überleben, müssen mit dem Schock allerdings erstmal klarkommen.

Immerhin kehrt Soldat Markus (Mads Mikkelsen, 55) von seinem Einsatz zurück und versucht, seine Tochter zu unterstützen. Das gelingt ihm aber mehr schlecht als recht, denn Gefühle zuzulassen ist nicht gerade seine Stärke. Außerdem ist er selbst mit der Situation überfordert.

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Dennoch lehnt er auch psychologische Hilfe ab, was Mathilde vor den Kopf stößt, da sie diese gerne in Anspruch genommen hätte. Als kurz darauf Otto und Hackerkumpel Lennart (Lars Brygmann, 64) bei Markus vorbeischauen und ihm eröffnen, dass der Unfall kein Zufall war, sondern es jemand auf einen Mann der Rockergang "Riders of Justice" abgesehen hatte, sinnt der Kämpfer auf Rache.

Mit der Hilfe von Computernerd Emmenthaler (Thomas Bro, 49) und dessen Gesichtserkennungssoftware finden sie den vermeintlichen Täter Palle Olesen (Omar Shargawi, 47). Als sie bei ihm ankommen, eskaliert die Situation vollends und setzt eine folgenschwere Ereigniskette in Gang ...

Deutscher Trailer zu "Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice" mit Mads Mikkelsen

"Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice" ist ein spannender & witziger Film mit Herz geworden

Große Trauer nach dem Tod der Frau bzw. Mutter: Markus (Mads Mikkelsen, 55) tröstet seine Tochter Mathilde (Andrea Heick Gadeberg, 22), ist mit der komplexen Situation jedoch selbst überfordert.
Große Trauer nach dem Tod der Frau bzw. Mutter: Markus (Mads Mikkelsen, 55) tröstet seine Tochter Mathilde (Andrea Heick Gadeberg, 22), ist mit der komplexen Situation jedoch selbst überfordert.  © PR/Zentropa Entertainments3 ApS & Zentropa Sweden AB

Diese brisante und abgedrehte Geschichte hat Jensen stark umgesetzt, weil ihm der Balanceakt glückt, seinen Film einerseits amüsant sowie unterhaltsam zu gestalten und bei den ernsten Themen andererseits den richtigen Ton zu treffen.

Er und seine Crew hätten sich nur einige Male vertun müssen und der im positiven Sinne eigenwillige Genremix hätte die Zuschauer abgestoßen statt mitgerissen. Glücklicherweise ist aber Letzteres der Fall, weshalb es nicht überrascht, dass die "Helden der Wahrscheinlichkeit" bislang sieben Preise abgesahnt haben und für 21 weitere nominiert waren.

Beim diesjährigen Dänischen Filmpreis "Robert" gewannen die "Riders of Justice" trotz starker Konkurrenz durch den "Oscar"-Gewinner "Der Rausch", "Unser Mann in Amerika" und "Shorta: Das Gesetz der Straße" gleich vier Awards. Zu Recht.

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Als Zuschauer bindet man sich emotional nämlich an die verschiedenen Figuren, die in weiten Teilen sehr gut gezeichnete Charaktere mit Ecken und Kanten geworden sind. Die Bösewichte bleiben zwar vergleichsweise schablonenhaft und austauschbar, doch Markus und seine Leute entwickeln dank der Unterschiedlichkeit der Schauspieler und Protagonisten untereinander eine packende Dynamik, die sich auch positiv auf den Sehfluss der Krimikomödie auswirkt.

Viele der situationskomischen Gags zünden, dazu sind die Dialoge glaubwürdig, hintergründig und sorgen mit schlagfertigen Aussagen immer wieder für Kurzweil. Darüber hinaus regen sie in anderen Sequenzen zum Nachdenken an. Denn trotz aller Witze: Jensens Werk hat auch viele authentische ernste Momente, die dem Publikum das Seelenleben der Charaktere offenbaren und so dafür sorgen, dass man tief in ihre Gedankenwelt abtauchen kann.

Originaltrailer zu "Riders of Justice" von Anders Thomas Jensen mit Nikolaj Lie Kaas

Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas und Andrea Heick Gadeberg trumpfen in "Riders of Justice" auf

Markus (Mads Mikkelsen, 55, r.) bringt Emmenthaler (Thomas Bro, 49, l.), Otto (Nikolaj Lie Kaas, 48) und Lennart (Lars Brygmann, 64) das Schießen bei. Besonders Emmenthaler lernt schnell.
Markus (Mads Mikkelsen, 55, r.) bringt Emmenthaler (Thomas Bro, 49, l.), Otto (Nikolaj Lie Kaas, 48) und Lennart (Lars Brygmann, 64) das Schießen bei. Besonders Emmenthaler lernt schnell.  © PR/Magnet Releasing

Das wiederum liegt auch an den exzellenten darstellerischen Leistungen. Hollywood-Star Mikkelsen ("James Bond 007: Casino Royale", "Star Wars: Rogue One", "Doctor Strange") legt Markus an der Oberfläche beherrscht an, lässt aber mit Mimik, Gestik und Stimmlage immer wieder durchschimmern, wie sehr es unter dieser Fassade brodelt. Der große Künstler stellt erneut unter Beweis, weshalb er zu den besten dänischen Schauspielern aller Zeiten gehört.

An seiner Seite glänzen auch Lie Kaas ("Verachtung", "Illuminati", "Brothers - Zwischen Brüdern"), Bro ("Gefährten"), Gaeberg ("Der Pakt") und Brygmann ("The Professor and the Madman").

Dieses stimmige Ensemble hebt den Film auf ein noch höheres Level. In Verbindung mit den abwechslungsreichen Frisuren, Kostümen und dem Make-up kann man die einzelnen Figuren schon nach wenigen Minuten problemlos voneinander unterscheiden.

Jeder Zuschauer wird sich seinen Favoriten herauspicken. Doch auch die Beweggründe der anderen Protagonisten sind gut herausgearbeitet und deshalb nachvollziehbar. Das hängt auch mit dem vielschichtigen Drehbuch zusammen, das universelle Themen wie Zusammenhalt, Freundschaft und Vergebung, aber auch Verlust, Trauer, Verzweiflung sowie viele weitere Aspekte zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk zusammenfügt.

Obendrauf werden dank der starken Kameraführung die gut ausgewählten Locations erstklassig in Szene gesetzt, zudem sorgt jene für viele eindrückliche Bilder. Auch die Musikuntermalung, der kluge Schnitt und einige Action-Sequenzen tragen viel zur dichten Atmosphäre bei. Da außerdem gekonnt mit Klischees gespielt wird, verzeiht man Jensen auch kleinere Logikfehler.

Markus (Mads Mikkelsen, 55, r.) lässt sich auch nicht von einer Pistole im Gesicht aus der Ruhe bringen. Als Soldat hat er dem Tod schließlich oft genug ins Auge geblickt.
Markus (Mads Mikkelsen, 55, r.) lässt sich auch nicht von einer Pistole im Gesicht aus der Ruhe bringen. Als Soldat hat er dem Tod schließlich oft genug ins Auge geblickt.  © PR/Magnet Releasing

Zusammengenommen ist "Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice" ein lebendiger Genremix mit einem ganz eigenen Stil geworden, der dank seines hervorragenden Casts sowie seiner ausgewogenen Handlung auf gleich mehreren Ebenen für beste Unterhaltung sorgt. Sehenswert!

Titelfoto: PR/Magnet Releasing

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