Ist "Das Beste kommt noch" das neue "Ziemlich beste Freunde"?

Deutschland - Mit "Das Beste kommt noch" startet am 9. Juli eine neue französische Komödie in deutschen Kinos. Ob sie an Kultfilme wie "Ziemlich beste Freunde" oder "Monsieur Claude und seine Töchter" herankommt, erfährst Du in dieser Kritik.

Arthur (l., Fabrice Luchini) und Cesar (Patrick Bruel) verschlägt es auch nach Indien.
Arthur (l., Fabrice Luchini) und Cesar (Patrick Bruel) verschlägt es auch nach Indien.  © PR/2020 Constantin Film Verleih GmbH

Pünktlich zum Sommer liefert unser Nachbarland mal wieder einen echten Feel-Good-Movie ab.

Dass die Franzosen ausgezeichnete Komödien drehen können, hat sich spätestens seit dem internationalen Mega-Hit "Ziemlich beste Freunde" herumgesprochen.

In eine ähnliche Richtung geht nun auch "Das Beste kommt noch".

Nach mehreren großen Missverständnissen sind die beiden Freunde Arthur Dreyfus (Fabrice Luchini) und Cesar Montesiho (Patrick Bruel) fest davon überzeugt, dass der jeweils andere wegen eines Krebsleidens nur noch wenige Monate zu leben hat. 

Daher beschließen die beiden, die sich seit ihrer Schulzeit kennen und schätzen, ihre noch verbleibende Zeit so gut es geht zu nutzen.

Allerdings haben Arthur und Cesar unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und davon, was sie noch erleben wollen.

So sind abstruse Momente vorprogrammiert.

Deutscher Trailer zu "Das Beste kommt noch" mit Fabrice Luchini und Patrick Bruel

"Das Beste kommt noch" ist eine französische Wohlfühl-Komödie

Arthur (Fabrice Luchini) tauscht sich wegen der Krankheit mit Randa Ameziane (Zineb Triki) aus, die Krebs überlebte.
Arthur (Fabrice Luchini) tauscht sich wegen der Krankheit mit Randa Ameziane (Zineb Triki) aus, die Krebs überlebte.  © PR/2020 Constantin Film Verleih GmbH

Die beiden Regisseure Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patelliere sind zwar hierzulande eher unbekannt, in ihrem Heimatland dafür große Stars. 

Dort sorgte die 2012 erschienene Komödie "Der Vorname" für volle Kinokassen. Hierzulande schaffte es außerhalb von Cineasten-Kreisen aber vor allem das deutsche Remake, für Aufsehen zu sorgen.

Mit "Das Beste kommt noch" schlagen beide nun zunächst in eine ähnliche Kerbe. Allerdings wurde bei den beiden Hauptcharakteren tief in die Klischeekiste gegriffen. 

Während Arthur den verbitterten und spröden Uniprofessor mimt, ist Kumpel Cesar ein Draufgänger, der nichts anbrennen lässt und für jedes noch so riskante Abenteuer zu haben ist.

Das führt dazu, dass der erste Teil des Filmes ziemlich vorhersehbar daherkommt und auch die Gags nicht so richtig zünden wollen, was auch an der holprigen Dramaturgie liegt. 

Trotzdem hat das Ganze seinen Charme, wenn man den zwei Herren im fortgeschrittenen Alter dabei zusieht, wie sie sich noch einmal wie Teenager aufführen.

"Das Beste kommt noch" schlägt in der zweiten Filmhälfte ernstere Töne an

Arthur (l., Fabrice Luchini) und Cesar (Patrick Bruel) gehen seit ihrer Schulzeit durch dick und dünn.
Arthur (l., Fabrice Luchini) und Cesar (Patrick Bruel) gehen seit ihrer Schulzeit durch dick und dünn.  © PR/2020 Constantin Film Verleih GmbH

In der zweiten Hälfte kommt dann die Kehrtwende. Nun rückt die tödliche Krankheit und der bevorstehende Abschied mehr und mehr in den Vordergrund. 

Die locker-leichte Komödie schlägt unerwartet ernste Töne an und dreht sich plötzlich um Vergebung, verpasste Chancen und die Frage, wie man leben soll, um glücklich zu werden.

Dabei wird leider manchmal zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, sodass auch der letzte Zuschauer versteht, wie ernst die Lage ist. Hier wäre mehr Subtilität wünschenswert gewesen.

Im Fokus des Streifens steht aber die Freundschaft zwischen Arthur und Cesar. Und dieser Aspekt überzeugt besonders durch die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von Luchini und Bruel, zwischen denen die Chemie stimmt, weshalb sie gemeinsam bis zur letzten Filmminute fesseln.

Alle, die nach der langen Kino-Zwangspause Lust auf zwei Stunden heitere Unterhaltung mit ein paar ernsten Tönen haben, können den Gang in das Lichtspielhaus ihrer Wahl guten Gewissens antreten.

Denn "Das Beste kommt noch" ist trotz einiger Schwächen ein Film, der guttut und dabei gleichzeitig eine Menge Spaß macht.

Titelfoto: PR/2020 Constantin Film Verleih GmbH

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