"Milla Meets Moses": Krebskranke Jugendliche findet dank Drogen-Junkie neuen Lebensmut

Deutschland - Dieser Film geht unter die Haut! "Milla Meets Moses" startet am 9. Oktober in den deutschen Kinos und zeigt die bewegende Freundschaft zwischen der an Krebs erkrankten Teenagerin Milla und dem Drogen-Junkie Moses.

Milla (Eliza Scanlen) stellt Moses (Mitte l., Toby Wallace) ihren Eltern Anna (l., Essie Davis) und Henry (r., Ben Mendelsohn) vor.
Milla (Eliza Scanlen) stellt Moses (Mitte l., Toby Wallace) ihren Eltern Anna (l., Essie Davis) und Henry (r., Ben Mendelsohn) vor.  © PR/X-Verleih

Bei diesem berührenden Coming-of-Age-Film bleibt am Ende kein Auge trocken: Die 16-jährige Milla (Eliza Scanlen) hat wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben. 

Der Grund dafür ist eine hartnäckige Krebserkrankung, die nicht nur ihr, sondern auch ihren Eltern Henry (Ben Mendelsohn) und Anna (Essie Davis) das Leben erschwert.

Während diese ihrer geliebten Tochter jeden Wunsch von den Augen ablesen, sehnt sich die Jugendliche nur nach ein bisschen Abenteuer.

Kein Wunder, dass sie schnell angetan ist, als sie zufällig auf den heruntergekommenen Drogensüchtigen Moses (Toby Wallace) trifft.

Milla ist sofort hin und weg von dem volltätowierten und ungepflegten Streuner, der auch noch ein paar Jahre älter als sie ist und lädt ihn zum abendlichen Familienessen ein.

Ihre Eltern sind wenig begeistert von dem neuen Freund ihrer Tochter, nehmen ihre Wahl aber hin. Schließlich weiß niemand genau, wie viel Zeit Milla noch bleibt. 

Und bald zeigt sich, dass die vermeintliche Vorzeige-Familie ebenso ihre Schattenseiten hat...

Deutscher Trailer zu "Milla Meets Moses" mit Eliza Scanlen, Toby Wallace und Ben Mendelsohn

"Milla Meets Moses" überrascht mit einem originellen Drehbuch und einer guten Prise Humor

Zusammen mit Moses (Toby Wallace) genießt Milla (Eliza Scanlen) die ihr noch verbleibende Zeit in vollen Zügen.
Zusammen mit Moses (Toby Wallace) genießt Milla (Eliza Scanlen) die ihr noch verbleibende Zeit in vollen Zügen.  © PR/X-Verleih

Krebsdramen gepaart mit der klassischen "Boy meets Girl"-Geschichte wie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" haben in den vergangenen Jahren zuhauf die Lichtspielhäuser erobert. 

Auf den ersten Blick scheint auch "Milla Meets Moses" in diese Kategorie zu fallen. Auf den zweiten zeigt sich allerdings, dass Newcomerin Shannon Murphy mit ihrem Kino-Debüt eine ganz besondere Filmperle geschaffen hat.

Das beginnt schon beim originellen Drehbuch: Im Gegensatz zu ähnlichen Genre-Vertretern fährt Autorin Rita Kalnejais nicht die Mitleidsschiene, sondern zeigt die 16-jährige Milla als lebenshungriges Mädchen, das jede Sekunde ihres noch verbleibenden Daseins in vollen Zügen genießen will. 

Genau das fasziniert die Jugendliche an dem heruntergekommenen Moses: Der arbeitslose 23-Jährige lebt im Hier und Jetzt und scheint sich keine Gedanken um seine Zukunft zu machen.

Was für ihre Eltern zunächst einer Horror-Vorstellung gleicht, bedeutet für die Schülerin absolute Freiheit ohne Rücksicht auf Verluste. Ihre Krebserkrankung steht hier nicht im Mittelpunkt, sondern dient mehr als Antrieb für Milla, ihr Leben einmal komplett umzukrempeln.

Absurd-komische Momente, etwa wenn der mit Drogen vollgepumpte Moses auf Millas Mutter trifft, die gerade neue Tabletten verschrieben bekommen hat und mindestens genauso high ist wie er, sorgen nicht nur für einige Lacher, sondern zeigen, dass sich die beiden Figuren ähnlicher sind, als zunächst angenommen.

In "Milla Meets Moses" überzeugen vor allem Eliza Scanlen und Ben Mendelsohn

Moses (Toby Wallace) und Milla (Eliza Scanlen) wissen, dass jeder Moment der letzte sein könnte.
Moses (Toby Wallace) und Milla (Eliza Scanlen) wissen, dass jeder Moment der letzte sein könnte.  © PR/X-Verleih

Besonders glaubwürdig wird die Handlung dank des großartigen Schauspielensembles. Allen voran Eliza Scanlen als Milla und Ben Mendelsohn als Henry legen hier eine grandiose Leistung hin. 

Eine Krebskranke zu spielen, ist alles andere als einfach. 

Doch Scanlen gelingt es, ihre Figur mit einer Mischung aus pubertärer Rebellion und Zerbrechlichkeit glaubwürdig herüberzubringen. Mendelsohns Figur dagegen bewahrt auch in den heikelsten Momenten Ruhe und bringt die Verzweiflung seiner Rolle auf so subtile Art zum Vorschein, dass man ihm dabei gebannt zuschaut.

In "Milla Meets Moses" setzt Murphy auf einen ganz besonderen Filmaufbau. Einzelne Episoden werden in Kapitel aufgeteilt, die durch passende Überschriften markiert werden. Knallige Farben und Popmusik lassen oft vergessen, welches tragische Schicksal Milla doch bevorsteht.

Erst gegen Ende drängt sich die Krebserkrankung in den Vordergrund. So trägt das Finale manchmal ein wenig dick auf, schmälert aber die besondere Leistung, die Regisseurin Murphy hier ablegt, kaum. 

"Milla Meets Moses" sprüht trotz der schweren Thematik nur so vor Leben und zeigt auf berührende Art, wie wichtig es ist, jeden Moment auszukosten und zu genießen. Gleichzeitig wird eine außergewöhnliche Familiengeschichte erzählt, für die sich der Kinogang in jedem Fall lohnt. Taschentücher nicht vergessen!

Titelfoto: PR/X-Verleih

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