"Mona Lisa and the Blood Moon": Gewalttätige Frau flieht aus Psychiatrie zu Stripperin!

Deutschland - Abgedrehtes Fantasy-Drama! "Mona Lisa and the Blood Moon" läuft am 6. Oktober in den deutschen Kinos an und ist ein ambivalenter Film geworden. Die TAG24-Kritik.

Mona Lisa Lee (Jeon Jong-seo, 28, l.) jagt nicht nur diesem Herren einen gehörigen Schrecken ein.
Mona Lisa Lee (Jeon Jong-seo, 28, l.) jagt nicht nur diesem Herren einen gehörigen Schrecken ein.  © PR/Institution of Production, LLC

Mona Lisa Lee (Jeon Jong-seo, 28) sitzt in einer Zwangsjacke im Hochsicherheitstrakt einer Psychiatrie im Sumpfland von Louisiana. Ihre Pflegerin kommt herein, haut ihr auf den Hinterkopf und fragt: "Wie geht es Dir heute, Idiotin?"

Die antwortet nicht, erwacht in dieser Blutmondnacht jedoch aus ihrer jahrelangen Teilnahmslosigkeit, setzt ihre übersinnlichen Fähigkeiten ein, zwingt die andere Frau, sich selbst mehrfach mit einem Messer in den rechten Oberschenkel zu stechen und sie zu befreien.

Auch einen anderen Pfleger knockt sie aus und entkommt so. Drei junge Erwachsene helfen ihr und weisen ihr den Weg zu den Bahngleisen. Mona Lisa macht sich auf nach New Orleans, wo sie erst dem DJ-Dealer Fuzz (Ed Skrein, 39) und dann dem Polizisten Harold (Craig Robinson, 50) über den Weg läuft. Ersteren küsst sie, letzteren nötigt sie, sich ins Bein zu schießen.

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Sie entkommt zu einem Schnellrestaurant, wo sie mitbekommt, wie die Erotik-Tänzerin Bonnie Belle (Kate Hudson, 43) von einer eifersüchtigen Dame attackiert wird. Mona Lisa stoppt sie und zwingt die Frau, sich selbst zu schlagen. Bonnie ist ihr dankbar für die unerwartete Hilfe und nimmt sie mit ins Strip-Lokal, anschließend zu sich sowie ihrem Sohn Charlie (Evan Whitten) nach Hause.

Bald will sie Monas Lisas Fähigkeiten für sich nutzen und Geld mit ihr verdienen. Dabei läuft jedoch nicht alles glatt, denn Harold ist nicht der einzige, der sich an ihre Fersen heftet ...

Deutscher Trailer zu "Mona Lisa and the Blood Moon" mit Jeon Jong-seo, Kate Hudson und Ed Skrein

Originaltrailer zu "Mona Lisa and the Blood Moon" mit Craig Robinson und Evan Whitten

"Mona Lisa and the Blood Moon" lässt einige wichtige Fragen offen

Officer Harold (Craig Robinson, 50) macht ebenfalls unliebsame Erfahrungen mit Mona Lisa (Jeon Jong-seo, 28, nicht im Foto).
Officer Harold (Craig Robinson, 50) macht ebenfalls unliebsame Erfahrungen mit Mona Lisa (Jeon Jong-seo, 28, nicht im Foto).  © PR/Institution of Production, LLC

Diese Geschichte hat Ana Lily Amirpour (46, "A Girl Walks Home Alone At Night") solide umgesetzt. Der mehrfach preisgekrönten Regisseurin und Drehbuchautorin ist ein annehmbares Werk gelungen, das allerdings noch mehr Potenzial gehabt hätte.

Denn woher Mona Lisa ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten hat, bleibt ebenso wie ihre Vergangenheit im Argen, weshalb mehrere entscheidende Fragen nicht aufgelöst werden, was einen leicht unzufrieden zurücklässt.

Deshalb muss man sich in diesem Genremix einfach damit abfinden können, dass die Hauptfigur diese Macht hat. Wer sich daran stört, wird mit dem Film früher oder später seine Probleme haben.

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Alle anderen werden mit einer interessanten Indie-Perle belohnt, der es sogar gelingt, gewisse Sympathien für die entscheidende Protagonistin zu wecken, obwohl diese gerade zu Beginn grausame Dinge tut und optisch wie eine typische Horrorfilm-Figur gestaltet wurde.

Erst später wird sie menschlicher und damit auch nahbarer. Trotzdem kann man durch den schwierigen Start emotional nicht vollends mitgehen und bleibt ein wenig auf Distanz. Dabei sind das Setting und auch das Fantasy-Drama an sich spannend.

Bonnie Belle (Kate Hudson, 43) hält sich und ihren Sohn mit ihren Einnahmen als Stripperin über Wasser.
Bonnie Belle (Kate Hudson, 43) hält sich und ihren Sohn mit ihren Einnahmen als Stripperin über Wasser.  © PR/Institution of Production, LLC
DJ und Teilzeit-Drogendealer Fuzz (Ed Skrein, 39) lernt Mona Lisa (Jeon Jong-seo, 28, nicht im Foto) zufällig kennen und schätzen.
DJ und Teilzeit-Drogendealer Fuzz (Ed Skrein, 39) lernt Mona Lisa (Jeon Jong-seo, 28, nicht im Foto) zufällig kennen und schätzen.  © PR/Institution of Production, LLC

Starensemble um Kate Hudson und Jeon Jong-seo überzeugt in "Mona Lisa and the Blood Moon"

Bonnie Belle (Kate Hudson, 43, l.) nutzt Mona Lisas (Jeon Jong-seo, 28) übersinnliche Fähigkeiten für ihre eigenen Zwecke.
Bonnie Belle (Kate Hudson, 43, l.) nutzt Mona Lisas (Jeon Jong-seo, 28) übersinnliche Fähigkeiten für ihre eigenen Zwecke.  © PR/Institution of Production, LLC

Dass es während der 106 Minuten Laufzeit durchgehend unterhaltsam bleibt und man den Wendungen gebannt folgt, liegt auch an den Schauspielenden.

Jeon ("Burning", "Haus des Geldes: Korea", "Call"), Hudson ("Almost Famous - Fast berühmt", "Bride Wars - Beste Feindinnen", "Wie werde ich ihn los in 10 Tagen"), Skrein ("Game of Thrones", "Alita: Battle Angel", "The Transporter Refueled") und Robinson ("Das ist das Ende", "Dolemite Is My Name", "Get On Up") füllen ihre Parts allesamt gut aus und verkörpern ihre abwechslungsreich inszenierten Figuren glaubwürdig.

Besonders Hudson und Robinson, die sonst fast nur in Komödien zu sehen sind, beweisen, dass sie auch ernste Rollen glaubwürdig ausfüllen können. Gerade erstgenannte zeigt eine vielseitige sowie mutige Performance.

Ohnehin funktioniert "Mona Lisa and the Blood Moon" vor allem dank der sich stetig entwickelnden Dynamik zwischen den Charakteren. Es geht unter anderem um das Zurechtfinden in einer komplexen Welt und was es eigentlich heißt, ein sozialer sowie guter Mensch zu sein.

Darüber hinaus überzeugen auch die ruhige Kameraführung, die abwechslungsreichen und gut ausgestatteten Locations, der funkige sowie mehrfach ausgezeichnete Soundtrack, die stimmigen Kostüme, das passende Make-up und die vielfältigen Frisuren.

Mona Lisa (Jeon Jong-seo, 28) hat Schwierigkeiten, sich in der Welt zurechtzufinden.
Mona Lisa (Jeon Jong-seo, 28) hat Schwierigkeiten, sich in der Welt zurechtzufinden.  © PR/Institution of Production, LLC

Zusammengenommen ist "Mona Lisa and the Blood Moon" ein solider Genremix geworden, der seine Fantasy-Elemente geschickt in eine bodenständige Story einbettet, durchgehend für Kurzweil sorgt, durch die fehlende Auflösung einiger Fragen aber auch nicht für jeden Cineasten einen Blick wert ist.

Titelfoto: PR/Institution of Production, LLC

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