"Mossad" ist eine Peinlich-Parodie und sorgt für unzählige Fremdschäm-Momente!

Deutschland - Was für eine Qual! "Mossad" zählt schon jetzt zu den schlechtesten Kinofilmen des Jahres! Selten war eine Agentenparodie so unlustig und peinlich.

Guy Moran (r., Tsahi Halevi) und CIA-Agentin Linda Harris (Efrat Dor) müssen notgedrungen zusammenarbeiten, obwohl sie sich nicht unbedingt mögen.
Guy Moran (r., Tsahi Halevi) und CIA-Agentin Linda Harris (Efrat Dor) müssen notgedrungen zusammenarbeiten, obwohl sie sich nicht unbedingt mögen.  © PR/Busch Media Group

In ihr steht der vermeintlich kernige Guy Moran (Tsahi Halevi) im Mittelpunkt. Er versucht, seinen gefangenen Mossad-Kollegen Shuki (Dvir Benedek) aus den Händen seiner Entführer zu befreien.

Das gelingt ihm mit etwas Glück auch. Gemeinsam kämpfen sie sich bis zum rettenden Helikopter vor, den Guys Kollege und Kumpel Aaron Rahamim (Tal Friedman) fliegt. 

Moran schafft den Sprung und hält auch Shuki fest, doch sie werden natürlich verfolgt! Deshalb opfert letzterer sich und stürzt in die Tiefe ab - allerdings nicht, ohne vorher in Zeitlupe alle Feinde abzuknallen! Nach diesem schwerwiegenden Verlust werden Guy und Aaron vom Geheimdienst  entlassen. 

Drei Jahre später gammelt Guy auf der Couch herum und ist mittlerweile Wachmann für eine Kinderhüpfburg. Insgeheim hegt er selbstverständlich das Ziel, zum Mossad zurückzukehren und wartet nur auf den richtigen Moment.

Als ein US-amerikanischer Milliardär entführt wird, ergreift er mit der Hilfe von CIA-Agentin Linda Harris (Efrat Dor) die Chance, seinen Ruf wieder reinzuwaschen...

Deutscher Trailer zu "Mossad" mit Tsahi Halevi und Efrat Dor

Die deutsche Fassung von "Mossad" ist eine bodenlose Frechheit!

CIA-Agentin Linda Harris (Efrat Dor) verkleidet sich auch mal, um an ihr Ziel zu kommen. Schade, dass ihre Figur vor Klischees nur so strotzt.
CIA-Agentin Linda Harris (Efrat Dor) verkleidet sich auch mal, um an ihr Ziel zu kommen. Schade, dass ihre Figur vor Klischees nur so strotzt.  © PR/Busch Media Group

Diese Geschichte hat Regisseur Alon Gur Arye ("Mivtza Beitza") so schlecht umgesetzt, dass man es schon nach wenigen Augenblicken bitter bereut, sich diesen Film anzusehen.

An dieser Gefühlslage ändert sich auch im späteren Verlauf nichts mehr. Im Gegenteil. Dieser Eindruck verfestigt sich mit jeder weiteren Szene. Das liegt vornehmlich an dem unterirdischen Niveau der "Witze", das so grausam ist, dass man sich minütlich fremdschämt.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird die "Qualität" der Gags durch die katastrophale deutsche Fassung auch nicht gerade angehoben. Stattdessen verstärkt sich der Eindruck, eine lieblose Billigproduktion zu sehen. Denn die Sprecher agieren so ausdrucks- und emotionslos, betonen dabei so falsch, dass einem das Kinoherz die gesamten 96 Minuten über blutet.

Dieser Film tut also wahrlich beim Zusehen weh! Wie schon bei "Pandemie" (>>TAG24-Kritik), der in Deutschland ebenfalls von der Busch Media Group verliehen wird, stellt sich die Frage, was man sich dabei denkt, so eine lächerliche Synchro abzuliefern.

Schließlich haben beide Werke auch so schon mehr als genug Schwächen. Warum muss man diese zusätzlich noch verstärken?

Guy Moran (l., Tsahi Halevi) und Aaron Rahamim (Tal Friedman) werden vom Mossad nach der fehlgeschlagenen Rettungsmission entlassen.
Guy Moran (l., Tsahi Halevi) und Aaron Rahamim (Tal Friedman) werden vom Mossad nach der fehlgeschlagenen Rettungsmission entlassen.  © PR/Busch Media Group

"Mossad" enttäuscht und ärgert auf ganzer Linie!

Der entführte Geschäftsmann Jack Sattelberg (Nitzan Sitzer) soll gerettet werden...
Der entführte Geschäftsmann Jack Sattelberg (Nitzan Sitzer) soll gerettet werden...  © PR/Busch Media Group

Denn selbst mit Weltklasse-Sprechern wäre Aryes Werk auf ganzer Linie ein Flop. Die Figuren haben nämlich keinerlei Strahlkraft. Vom tölpelhaftem Charme eines Rowan Atkinson in den drei "Johnny English"-Werken oder Mike Myers in der "Austin Powers"-Reihe sind die Protagonisten hier meilenweit entfernt.

Dazu gibt es keine stringente Handlung oder auch nur ansatzweise einen roten Faden. Einzelne, fast schon zusammenhangslose Szenen werden aneinandergereiht, um eine möglichst hohe "Gag"-Dichte zu ermöglichen.

Die bewegen sich dann auf folgendem Niveau: "Terrorismus ist wie in der Nase bohren: Es hat niemals ein Ende." Selten so gelacht!

Ein weiteres Beispiel gefällig: Guy steht vor einer Tür, auf der "Satelberg Suite" steht. Scharfsinnig kombiniert er: "Ich glaub', das ist Satelbergs Suite."

Solche Möchtergern-Sherlock-Holmes-Momente ziehen sich durch den gesamten Film. Deshalb erweist sich "Mossad" für Cineasten als wahre Tortur. Hier kommen wirklich nur Trash-Fans auf ihre Kosten.

Denn er ist nicht einmal unfreiwillig komisch. Es gibt wirklich überhaupt keinen Moment, in dem man lachen kann. Das macht das Geschehen auf der Leinwand dann noch unerträglicher und zähflüssiger.

Spezialeffekte und Dialoge in "Mossad" sind weitere große Schwächen!

...dafür bietet sich auch seine Frau Sharon (Adi Himelboy) Guy an. Ernst kann man sie - gerade in der deutschen Fassung - allerdings nicht nehmen.
...dafür bietet sich auch seine Frau Sharon (Adi Himelboy) Guy an. Ernst kann man sie - gerade in der deutschen Fassung - allerdings nicht nehmen.  © PR/Busch Media Group

Das war es aber noch nicht. Hinzukommt eine erkennbar kostengünstige Aufmachung, die für weitere negative Highlights sorgt. Die Spezialeffekte kann man durch die Bank weg nicht ernst nehmen, weil sie auf den ersten Blick als solche auszumachen sind und damit Atmosphäre kosten, anstatt welche zu generieren.

Daher sind sich auch die Kämpfe und Verfolgungsjagden schlichtweg lächerlich. Ihre dümmliche Art der Inszenierung und die unsäglich einfältigen Dialoge verstärken diesen Eindruck noch.

Auch der Cast sorgt nicht für die Rettung oder zumindest ein paar gute Sequenzen. Halevi ("Maria Magdalena") spielt zu aufgesetzt, weshalb man ihm seine Rolle nicht abkauft. Dor ("Die Frau des Zoodirektors") und Adi Himelboy verkommen zu "schmückendem" Beiwerk - denn ihre Frauenfiguren triefen vor Klischees nur so über! Dazu spielen weder sie, noch die anderen Darsteller gut.

Die schwache Kameraführung, die übertrieben kontrastreiche Farbgebung, die detailarmen Locations und die lahme Musikuntermalung runden das Werk im mangelhaften Sinne ab. Deshalb sollte man um diesen peinigenden Film einen riesengroßen Bogen machen. Wer ins Kino gehen möchte, sollte sich lieber "Sibyl - Therapie zwecklos", "Wege des Lebens - The Roads not Taken" oder "Berlin Alexanderplatz" ansehen.

Titelfoto: PR/Busch Media Group

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