"Srbenka" beleuchtet gesellschaftliche Spaltung: Männer töteten Mädchen (12) und kamen davon!

Deutschland - Interessante Themen, schwache Umsetzung! In "Srbenka", der am 29. Oktober in den deutschen Kinos startet, steht der Konflikt zwischen Kroaten und Serben im Mittelpunkt.

Theaterregisseur Oliver Frljic (44) inszeniert ein polarisierendes Stück über den Mord an einer 12-Jährigen.
Theaterregisseur Oliver Frljic (44) inszeniert ein polarisierendes Stück über den Mord an einer 12-Jährigen.  © PR/Rise and Shine Cinema

Dieser wird anhand eines zeitgemäßen Theaterstücks von Oliver Frljic dargestellt, bei dem man hinter die Kulissen blicken darf. Der Regisseur ist in seiner Heimat als provokanter Künstler bekannt und hat sich auch hier einiges vorgenommen.

Er rückt nämlich den Fall der ermordeten Serbin Aleksandra Zec in den Mittelpunkt. Die unschuldige 12-Jährige wurde Anfang der 1990er Jahre während des Krieges, den kriminelle Banden ausnutzten, um ihr Unwesen zu treiben, in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ermordet. Auch 25 Jahre später wurde keiner der Täter für diese abscheuliche Tat verurteilt. Nun möchte Frljic aufrütteln und den Zeitgeist treffen. 

Obwohl die Themen rund um Vergangenheitsbewältigung, Rassismus, Mobbing, Gewalt, Krieg und Kriminalität spannend sind, reißt der Dokumentarfilm von Nebojsa Slijepcevic ("Gangster of Love") emotional nur in wenigen Einzelszenen mit. Denn er verdeutlicht zwar die große gesellschaftliche Spaltung, die noch immer herrschenden Gräben und Vorurteile, schafft es aber nicht, dass man wirklich mitgehen kann. 

Vermutlich gelingt dies nur Menschen mit persönlichem Bezug zu den Ländern oder den Theaterleuten. Letztere bleiben nämlich allesamt oberflächlich. Nur einige wenige erzählen, was ihnen in Bezug auf diese schwelende Auseinandersetzung an Beleidigungen und Erlebnissen widerfahren ist.

Originaltrailer mit deutschen Untertiteln zu "Srbenka"

"Srbenka" reißt emotional trotz des brisanten Themenmixes nicht mit!

"Srbenka" spricht viele gesellschaftliche Themen an. Die Umsetzung ist allerdings schwach.
"Srbenka" spricht viele gesellschaftliche Themen an. Die Umsetzung ist allerdings schwach.  © PR/Rise and Shine Cinema

Das sind die stärksten Momente von "Srbenka": die intimen Erzählungen. Davon gibt es aber leider zu wenige, weil schlichtweg zu viele Menschen vorkommen, die in den Gruppenszenen nur bedingt das Interesse der Zuschauer wecken. 

Ausgewogen ist die Doku deshalb bedauerlicherweise nicht. Stattdessen hat sie trotz einer kurzen Laufzeit von gerade mal 71 Minuten einige zähe Stellen und Längen, in denen man sich zur Aufmerksamkeit zwingen muss. Das ist schade und ärgerlich zugleich, weil bei diesem brisanten Themenmix mit einer anderen Herangehensweise viel mehr möglich gewesen wäre.

Das anfängliche Interesse wandelt sich deshalb schnell ins Gegenteil, was auch daran liegt, dass das Werk von Slijepcevic visuell eintönig daherkommt und hinsichtlich der Kameraeinstellungen bestenfalls durchschnittliches Fernsehniveau erreicht. 

Der Kernkritikpunkt ist jedoch der, dass er seine Story nicht universell aufbereitet und es seinem Publikum deshalb schwer macht, in sein Werk und seine Gedanken abtauchen zu können. Schon einige Interviewsequenzen mehr hätten da Wunder bewirken und das Niveau deutlich anheben können. 

Doch Frljic mehrfach bei seinen morgendlichen Dehnübungen in seinem unordentlichen Zimmer zuzusehen, ist alles andere als ein großer Einblick, der Spannung erzeugt. So ist "Srbenka" trotz seines wichtigen Anliegens ein enttäuschender Film geworden, der weder storytechnisch noch visuell zu überzeugen vermag.

Titelfoto: PR/Rise and Shine Cinema

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