Suicide Tourist: Spannender Psycho-Kracher mit "Game of Thrones"-Star Nikolaj Coster-Waldau

Deutschland - In "Suicide Tourist - Es gibt kein Entkommen" ,der am 2. Juli in den deutschen Kinos startet, wird nicht nur das Thema "Sterbehilfe" auf spannende Weise aufgegriffen. Auch Mystery-Fans bietet der Film viel Stoff zum Miträtseln.

Nach der Diagnose "Gehirntumor" fehlt Max (Nikolaj Coster-Waldau) jeglicher Sinn zum Weiterleben.
Nach der Diagnose "Gehirntumor" fehlt Max (Nikolaj Coster-Waldau) jeglicher Sinn zum Weiterleben.  © Jørgen Nordby

Eine Sache vorweg: Bevor man wirklich durchblickt, was da gerade auf der Leinwand vor sich geht, verstreicht schon mal ein Drittel des knapp 90-minütigen Films. 

Dabei ist die Grundprämisse von "Suicide Tourist" schnell erklärt: Versicherungsmakler Max, gespielt von Nikolaj Coster-Waldau, führt ein harmonisches Leben zusammen mit seiner Frau Lærke (Tuva Novotny), bis er bemerkt, dass er an einer unheilbaren Form eines Gehirntumors erkrankt ist.

Also beschließt Max, sich das Leben zu nehmen, scheitert allerdings mehrere Male.

Durch eine Kundin wird er auf ein Sanatorium namens "Hotel Aurora" aufmerksam, das Patienten bei ihren Selbstmordvorhaben betreut. 

Dort soll nun sein Plan "erfolgreich" in die Tat umgesetzt werden.

Doch einmal im "Hotel Aurora" angekommen, gibt es kein Zurück mehr...

"Game of Thrones"-Star Nikolaj Coster-Waldau überzeugt in "Suicide Tourist" dank hervorragender Schauspielleistung

Seiner Frau Lærke (Tuva Novotny) erzählt Max nichts von seinem Vorhaben, sich umzubringen.
Seiner Frau Lærke (Tuva Novotny) erzählt Max nichts von seinem Vorhaben, sich umzubringen.  © Jørgen Nordby

Dank einiger Zeitsprünge und Auslassungen fällt es dem Zuschauer aber zunächst schwer, in die Handlung einzusteigen und eine Verbindung zum Hauptprotagonisten Max einzugehen. 

Dieser wirkt selten greifbar, oft recht stereotyp. 

Zwar spielt Coster-Waldau den vom Schicksal gebeutelten Mittvierziger hervorragend. 

Dennoch macht es das Handlungs-Wirrwarr und die kurze Filmlaufzeit schwer, tiefer greifendes Mitgefühl für den Todgeweihten aufzubringen.

Einzig die teilweise lustigen und gleichzeitig tragisch wirkenden Selbstmordversuche, die jedes Mal scheitern, wecken Sympathien für den verzweifelten Versicherungsvertreter, hinterlassen aufgrund der fragwürdigen Situationskomik allerdings gemischte Gefühle.

Dafür gibt die Optik des Films genug Hinweise darauf, wie es im Seelenleben von Coster-Waldaus Figur Max so aussieht.

"Suicide Tourist" erinnert dank düsteren Bildern und beklemmender Atmosphäre an Filme von David Lynch

Im "Hotel Aurora" will Max seinem Leben ein Ende setzen.
Im "Hotel Aurora" will Max seinem Leben ein Ende setzen.  © Jørgen Nordby

Regisseur Jonas Alexander Arnby zeichnet die Welt von "Suicide Tourist" in kühlen Blau- und Grautönen, die das Werk über die gesamten 90 Minuten hinweg in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hüllen.

Und spätestens nach Max' Ankunft im "Hotel Aurora" geht es dann auch spannungstechnisch ordentlich zur Sache. 

Viele Dinge bleiben im Vagen und spätestens nach einem exzessiven Drogentrip dient Hauptcharakter Max nicht mehr als zuverlässiger Erzähler.

Die Zuschauer stehen nun vor der Frage: Was ist hier eigentlich echt und was spielt sich bloß in Max' Kopf ab?

Eine klare Antwort darauf wird dem Publikum verwehrt und scheint am Ende auch keine große Rolle zu spielen, denn "Suicide Tourist - Es gibt kein Entkommen" liefert dennoch ab der zweiten Hälfte packende Unterhaltung bis zur letzten Minute.

Dabei fühlt man sich in der Gestaltung und Umsetzung des Films nicht selten an Ausnahmeregisseure wie David Lynch erinnert.

Doch der Film ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern schafft es, existenzielle Fragen über Leben und Tod aufzuwerfen.

Das Tabuthema Sterbehilfe wird in Arnbys Film facettenreich beleuchtet, sodass sich jeder unweigerlich selbst die Frage stellen muss: Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass ich bald sterben werde?

Dass es darauf keine allgemein gültige Antwort gibt, macht "Suicide Tourist - Es gibt kein Entkommen" nur allzu deutlich.

Wer keine Lust auf eine tief greifende Sinnsuche hat, dem sei der Film schon allein dank seiner spannenden Thriller-Elemente ans Herz gelegt. 

Titelfoto: Jørgen Nordby

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