"The Climb": Affäre kurz vor der Hochzeit droht enge Freundschaft für immer zu zerstören!

Deutschland - Ein absolutes Ausnahmewerk! "The Climb" von Michael Angelo Covino und Kyle Marvin startet am 20. August in den deutschen KinosDer Film ist eine großartige Tragikomödie rund um die Themen Liebe, Männlichkeit, Verlust, Sinn des Lebens und emotionale Wunden geworden.

Von links: Marissa (Gayle Rankin) ist nicht gerade begeistert, dass sie und Kyle (Kyle Marvin) von Mike (Michael Angelo Covino) in den romantischen Ski-Urlaub begleitet werden.
Von links: Marissa (Gayle Rankin) ist nicht gerade begeistert, dass sie und Kyle (Kyle Marvin) von Mike (Michael Angelo Covino) in den romantischen Ski-Urlaub begleitet werden.  © PR/2020 PROKINO Filmverleih GmbH

Die beiden Macher überspitzen mit diesem Werk ihr eigenes Leben und ihre real existierende Freundschaft. Außerdem spielen sie auch noch die zwei Hauptrollen und sorgen schon zu Filmbeginn für das erste große Highlight ihres imposant durchchoreografierten Werkes. 

Mike (Michael Angelo Covino) nimmt Kyle (Kyle Marvin) dort auf eine Fahrradtour in die südfranzösischen Berge mit, deren Panorama beeindruckend ist. 

Kyle will für seine Hochzeit wieder in Form kommen und nimmt Mikes Einladung daher gerne an. Der hat dabei allerdings einen Hintergedanken. Als sie eine Steigung erreichen, eröffnet Mike seinem besten Kumpel, dass er mit dessen zukünftiger Frau Ava (Judith Godrèche) geschlafen hat. 

Und nicht nur einmal. Seit sie vor drei Jahren nach New York zog, hatten die beiden immer wieder Sex. Kyle ist wütend, kann sich aber beherrschen. Wenig später schlägt das Karma ohnehin zurück: Mike landet nach einer Schlägerei mit einem Autofahrer im Krankenhaus, wo auch Ava vorbeikommt. Mike hält es nicht mehr aus und gesteht ihr endlich seine Liebe. Sie küsst ihn, was Kyle sieht und sie zur Rede stellt.

Das Ergebnis: Die geplante Hochzeit wird abgesagt. Stattdessen heiraten Mike und Ava, was die Freunde für lange Zeit auseinandertreibt. Als sie sich nach Jahren wiedersehen, geschieht das aus einem sehr traurigen Anlass...

Deutscher Trailer zu "The Climb" mit Michael Angelo Covino und Kyle Marvin

"The Climb" sorgt für große Emotionen und ist auch deshalb eine Filmperle

Kyle (l., Kyle Marvin) sehnt sich nach Liebe und heiratet seine Jugendfreundin Marissa (r., Gayle Rankin), die ihn einst verließ, weshalb Mike (M., Michael Angelo Covino) sie nicht gerade als gute Partie für ihn ansieht.
Kyle (l., Kyle Marvin) sehnt sich nach Liebe und heiratet seine Jugendfreundin Marissa (r., Gayle Rankin), die ihn einst verließ, weshalb Mike (M., Michael Angelo Covino) sie nicht gerade als gute Partie für ihn ansieht.  © PR/2020 PROKINO Filmverleih GmbH

Diese Geschichte haben die Verantwortlichen brillant umgesetzt. Ihnen ist ein Film mit Hintergründigkeit gelungen, der die Zuschauer auf eine spannende Reise durch verschiedene Lebensabschnitte der Protagonisten mitnimmt und dabei für eine emotionale Achterbahnfahrt sorgt.

Denn was "The Climb" so außergewöhnlich gut macht, ist die perfekte Balance aus witzigen und traurigen Szenen. Es kommt nicht selten vor, dass man in einem Moment lacht und nur einen Augenblick später traurig ist, weil diese Tragikomödie eine Tiefe erreicht, wie nur wenige andere Werke.

Das wiederum hängt auch mit dem genialen Schnitt zusammen, der fließende Übergänge schafft. Obwohl es dabei zu Zeitsprüngen kommt und teilweise Jahre vergangen sein dürften, sich dazu die Dynamik zwischen den Charakteren immer wieder verändert, kann man der Erzählung durchgehend sehr gut folgen.

Dieser erfrischende eigene Ansatz mit höchstem künstlerischen Anspruch hält die anfängliche Neugier über die gesamten 97 Minuten aufrecht. Der Stil orientiert sich nämlich an den großen französischen Genrevertretern - und erreicht glücklicherweise auch deren Klasse!

Das gelingt auch dank der grandiosen Charakterdarstellung und -entwicklung. Gerade die Unterschiede von  Kyle und Mike machen diese Indie-Perle so interessant. Während Kyle ein ausgeglichener Mensch ist, es allen recht machen will und deshalb immer erst an andere denkt, ist Mike egozentrisch und durchaus schwierig, tief in seinem Inneren aber auch ein Typ mit dem Herz am rechten Fleck, der seinen besten Kumpel darüber hinaus liebt.

Deutscher Filmclip zu "The Climb" mit Gayle Rankin, Michael Angelo Covino und Kyle Marvin

"The Climb" ist bis ins letzte Detail durchdacht, wirkt aber dennoch spontan und authentisch

Regisseur Michael Angelo Covino hat mit "The Climb" ein Meisterwerk geschaffen.
Regisseur Michael Angelo Covino hat mit "The Climb" ein Meisterwerk geschaffen.  © PR/2020 PROKINO Filmverleih GmbH

Dennoch wird ihre Freundschaft mehrfach gehörig auf die Probe gestellt. Denn auch in diesem Buddy-Movie zeigt sich: nichts kann so hart zuschlagen, wie das Leben. Deshalb haben beide ihre Tiefen, aber auch Höhen.

Diese gemeinsam mit den Figuren zu durchleben macht großen Spaß. Denn Covino und Marvin legen viel Wert auf Präzision und haben alles bis in die letzten Details durchdacht. Dabei ist ihnen darüber hinaus auch noch das Kunststück gelungen, ihn so authentisch zu gestalten, dass vieles spontan wirkt. Aus diesen Gründen funktioniert er auch so herausragend gut.

Dieser daraus resultierende Charme überträgt sich auf die Zuschauer, weshalb "The Climb" einer dieser wenigen Filme im Jahr ist, der noch lange im Gedächtnis bleibt und an den man sich gerne erinnert. Dass man ihn sich so begeistert anschaut, liegt auch an der exzellenten Kameraführung, die immer nah am Geschehen dran ist, für Übersicht sorgt und mehrfach eindrückliche und nachhallende Bilder erschafft. 

Es ist bemerkenswert, wie gut hier ein Rädchen ins andere greift. So arbeiten die Macher immer wieder auch gelungen musikalische Auftritte oder zumindest das Einspielen von Songs am Ende einer Sequenz ein. Ganz so, wie man es vom finnischen Ausnahmeregisseur Aki Kaurismäki seit vielen Jahren gewohnt ist.

Deutscher Teaser zu The Climb" mit Michael Angelo Covino und Kyle Marvin

"The Climb" begeistert mit Wortwitz, Situationskomik und Schlagfertigkeit

Mike (r., Michael Angelo Convino) eröffnet Kyle (Kyle Marvin) in dieser Szene, dass er mit dessen Verlobter geschlafen hat. Doch das Karma schlägt zurück. Mit dem Autofahrer im Hintergrund gibt es eine Schlägerei, nach der Mike im Krankenhaus landet.
Mike (r., Michael Angelo Convino) eröffnet Kyle (Kyle Marvin) in dieser Szene, dass er mit dessen Verlobter geschlafen hat. Doch das Karma schlägt zurück. Mit dem Autofahrer im Hintergrund gibt es eine Schlägerei, nach der Mike im Krankenhaus landet.  © PR/2020 PROKINO Filmverleih GmbH

Anspielungen dieser Art gibt es einige. Das trägt ebenfalls dazu bei, dass der Film nur so vor Qualität strotzt. Denn er schafft einen schwierig zu meisternden Spagat. 

Einerseits weiß er zu unterhalten und ist kurzweilig, andererseits bearbeitet er dabei tiefschürfend seine reichhaltigen Themen, wirft wichtige Fragen auf und findet auch kluge eigene Antworten auf die Herausforderungen des Lebens. 

Dass dies auf einem so hohen Level gelingt, hängt auch mit den glaubwürdigen Dialogen zusammen, an denen offenbar lange gefeilt wurde. Dadurch und dank der grundsoliden schauspielerischen Leistungen sind sie eine starke Stütze für die Story.

Aufgrund des perfekten Timings entsteht dank Wortwitz, Schlagfertigkeit und Intelligenz immer wieder eine einnehmende Situationskomik, die für ein wohlig-warmes Gefühl sorgt.

Ebenfalls sehr wichtig für diesen Ausnahmefilm, bei dem sich die Puzzleteile nahtlos ineinander fügen, sind die Kostüme, die erkennbar verdeutlichen, in welcher Lebensphase und -stimmung sich die Charaktere befinden.

Wegen all dieser Qualitäten ist "The Climb" einer der besten Filme des Jahres geworden, der sich dank seiner großartigen Aufnahmen gerade auch auf der großen Leinwand lohnt.

Titelfoto: PR/2020 PROKINO Filmverleih GmbH

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