"The Dissident": Brutaler Mord an kritischem Journalisten schockierte die Welt!

Deutschland - Dieser Mord erschütterte die Weltöffentlichkeit! Der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi (†59) wurde am 2. Oktober 2018 umgebracht. Der spannende Dokumentarfilm "The Dissident" von "Oscar"-Gewinner Bryan Fogel ("Ikarus"), der hierzulande ab dem 16. April digital zu erwerben ist, widmet sich den Umständen und beleuchtet die Hintergründe.

Jamal Khashoggi (†59, l.) lernte Hatice Cengiz (39) bei einer Konferenz über den Nahen Osten kennen. Sie, eine junge Akademikerin, interviewte ihn und so begann ihre tragische Beziehung.
Jamal Khashoggi (†59, l.) lernte Hatice Cengiz (39) bei einer Konferenz über den Nahen Osten kennen. Sie, eine junge Akademikerin, interviewte ihn und so begann ihre tragische Beziehung.  © PR/DCM_HanWay Films

Und die sind wahrlich grausam, sagen aber viel über ein mächtiges Land und leider auch die ganze Welt aus. Saudi-Arabien wurde nämlich bis heute nicht global sanktioniert.

Anfangs war noch alles undurchsichtig. Khasoggi wurde erst einmal nur vermisst, nachdem er das saudische Konsulat in Istanbul besucht hatte, um Hochzeitspapiere abzuholen. Er und seine Verlobte Hatice Cengiz wollten schließlich bald heiraten.

Dazu kam es bekanntlich nicht mehr, weil er im Besprechungsraum brutal umgebracht wurde. Irfan Fidan, der leitende Istanbuler Staatsanwalt, erklärt im Doku-Thriller: "Die Tötung von Jamal Khasoggi war geplant." Das hätten die Ermittlungen ergeben.

Der türkische Geheimdienst besitzt sogar Audio-Aufnahmen vom Mord, weshalb der genaue Ablauf bekannt ist. Zuvor wurden den Beamten aber einige Steine in den Weg gelegt, wie Recep Kilic, forensischer Ermittler in Istanbul, verdeutlicht.

Gemäß internationalem Recht brauchten sie die Zustimmung Saudi-Arabiens, weil der Mord in deren Konsulat vonstattenging.

Doch wenig überraschend "verweigerten" sie ihnen den Zugang. Erst am 15. Oktober - also 13 Tage nach den abscheulichen Geschehnissen - durften die Spezialisten das Konsulat betreten, um Spuren zu sichern. Dabei entdeckten sie einige grausame Dinge ...

Deutscher Trailer zum Doku-Thriller "The Dissident" über den Mord an Jamal Khashoggi

"The Dissident" ist ein kraftvoller Film, der unter vielen Lügen die Wahrheit entlarvt

Omar Abdulaziz (27) ist ein saudi-arabischer Student und Dissident, der nicht mehr in sein Heimatland zurückkehren kann. Auch er kritisiert die Königsfamilie und religiöse Führer.
Omar Abdulaziz (27) ist ein saudi-arabischer Student und Dissident, der nicht mehr in sein Heimatland zurückkehren kann. Auch er kritisiert die Königsfamilie und religiöse Führer.  © PR/DCM_HanWay Films

Doch warum wurde das Leben eines Journalisten, der im Exil lebte, auf so bestialische Weise beendet? Ganz einfach: Khasoggi kritisierte den Kronprinzen Mohammed bin Salman (35). Dabei war er früher Berater und Freund der Königsfamilie gewesen, sah die Politik in seinem Heimatland aber zusehends kritischer.

Ein junger Aktivist, der mit Khasoggi zusammenarbeitete, verdeutlicht: "Wer eine Meinung hat, hat in Saudi-Arabien ein Problem", sagt Omar Abdulaziz (27), der Student und Dissident ist, im kanadischen Exil lebt.

Er steht ebenfalls im Fokus und wird bedroht. Zwei seiner Brüder sitzen im Hochsicherheitsgefängnis Dhahban in Jedda, einer wurde schwer gefoltert und verlor seine Zähne. Dabei liegen keine Strafanzeigen gegen die beiden oder 22 ihrer Freunde vor.

"The Dissident" schlägt rund um die Themen Korruption, Zensur, Unterdrückung und der großen Bedeutung von Wirtschaftsinteressen einen umfassenden Bogen. Er begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit und verdeutlicht anhand eines Beispiels, wie gefährlich es in einigen Regionen der Welt sein kann, gegen den Strom zu schwimmen und Dinge, die falsch laufen, beim Namen zu nennen.

Der mitreißende Doku-Thriller offenbart verschiedenste Zusammenhänge und erklärt gut, wie es zu dieser Eskalation kommen konnte. Der Ablauf der Tötung dürfte vielen Menschen die Haare zu Berge stehen lassen!

"The Dissident" hat kleinere Schwächen, überzeugt jedoch mit exzellenter Recherchearbeit

Jamal Khashoggi wurde im türkischen Istanbul im saudischen Konsulat auf erschütternde Weise ermordet.
Jamal Khashoggi wurde im türkischen Istanbul im saudischen Konsulat auf erschütternde Weise ermordet.  © PR/DCM_HanWay Films

Darüber hinaus nutzt Fogels Werk auch brisantes Archivmaterial, das zur Geschichte passt, sich fließend in sie einfügt und deshalb für eine dichte Atmosphäre sorgt.

Dennoch ist die Dokumentation nicht perfekt geworden. Dafür überdramatisiert die Musikuntermalung zu sehr, ist die Aufmachung unnötig boulevardesk und der Schnitt mitunter zu sprunghaft, weshalb es bei den vielen Protagonisten manchmal schwerfällt, den Überblick zu behalten.

So werden einzelne Handlungsstränge und Passagen immer wieder unterbrochen, obwohl Stringenz hier für mehr Übersicht gesorgt hätte. Zudem wäre etwas mehr Subtilität wünschenswert gewesen, weil die Story auch so heftig genug ist. Glücklicherweise ist all das Meckern auf hohem Niveau.

Schließlich machen schon die Geschehnisse an sich die Doku sehenswert. Dank der exzellenten Recherchearbeit, unterschiedlichster Interviewpartner und Ansichten bekommt man ein umfassendes Gesamtbild präsentiert und versteht einige Abläufe in unserer komplexen Welt besser, was bei diesem undurchsichtigen Labyrinth der Vertuschung eine Meisterleistung der Filmschaffenden ist!

"The Dissident" hat zwar kleinere Schwächen, reißt aber dank seiner brisanten, entsetzlichen und kraftvollen Geschichte von Anfang bis Ende über 118 Minuten mit und begeistert dank stark ausgewähltem Archivmaterial und seiner Hintergründigkeit.

Titelfoto: PR/DCM_HanWay Films

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