"Undine": Deutsches Kino-Traumpaar Paula Beer und Franz Rogowski überzeugt in Berlinale-Hit

Deutschland - "Undine" war einer der Abräumer auf der diesjährigen Berlinale. Jetzt startet das deutsche Film-Highlight des Jahres am 2. Juli endlich in den Kinos!

Undine (Paula Beer, 26) arbeitet als Stadtführerin.
Undine (Paula Beer, 26) arbeitet als Stadtführerin.  © Schramm Film/ Marco Krüger

Daran, dass Paula Beer (25, "Bad Banks") und Franz Rogowski (34) zu den besten Schauspielern, die Deutschland aktuell zu bieten hat, gehören, zweifelt wohl kaum jemand an.

Kein Wunder also, dass Regisseur Christian Petzold die beiden nun schon zum zweiten Mal für seine Hauptrollen besetzt.

Bereits in "Transit" von 2018 überzeugten Beer und Rogowski in der Rolle der Liebenden, sodass eine Weiterarbeit in "Undine" schnell geklärt gewesen sein sollte.

Auch in Petzolds neustem Spielfilm ist die Liebe ein zentrales Motiv.

Die gleichnamige Hauptfigur Undine, gespielt von Beer, lebt im Berlin der Gegenwart und hält sich mit Stadtführungen im wahrsten Sinne des Wortes über Wasser. 

Als ihr Freund Johannes ankündigt, sich von ihr zu trennen, wird die junge Frau, die einst als Nymphe im Wasser lebte, von einem Fluch eingeholt. 

Kurz darauf verliebt sie sich Hals über Kopf in Industrietaucher Christoph (Franz Rogowski). Doch ein Verrat stellt die Liebe der beiden auf eine harte Probe.

"Undine" von Christian Petzold ist ein modernes Großstadtmärchen

Als Undine erfährt, dass ihr Freund Johannes sie verlassen will, muss sie eine schwere Entscheidung treffen.
Als Undine erfährt, dass ihr Freund Johannes sie verlassen will, muss sie eine schwere Entscheidung treffen.  © Schramm Film/ Marco Krüger

Mit "Undine" gelingt Filmemacher Petzold ein modernes Märchen, das die Sage des unheilvollen Wassergeistes gekonnt ins Hier und Jetzt holt, denn seine Version der Sagengestalt ist anders als ihre Vorgänger.

Petzolds Undine lebt als eigenständige und unabhängige Frau in einer Metropole. Selbst als das Schicksal droht, sie einzuholen, setzt sie sich mit allen Mitteln zur Wehr.

Visuell lassen atemberaubende Szenen unter Wasser die frühere Heimat der Nymphe aufleben, während ausgedehnte Zugfahrten und das graue Berlin den Zuschauer wieder in die Realität zurückholen.

Das deutsche Liebesdrama überzeugt vor allem durch die gute Chemie zwischen seinen Hauptdarstellern Beer und Rogowski. 

Beide spielen die aufflammende Zuneigung derart überzeugend, dass es wohl niemand überraschen würde, wenn beide auch im echten Leben ein Paar wären.

"Undine" begeistert vor allem dank Paula Beer und Franz Rogowski

Franz Rogowski und Paula Beer überzeugen mit ihren Schauspielleistungen auf ganzer Linie.
Franz Rogowski und Paula Beer überzeugen mit ihren Schauspielleistungen auf ganzer Linie.  © Schramm Film/ Marco Krüger

Trotz der vielen intimen und erotischen Szenen droht die Handlung aber nie in Kitsch oder gar Pathos abzudriften. 

Dafür überwiegen die kühlen und klar strukturierten Szenen zu sehr.

Und auch der Schluss ist alles andere als ein Happy End. Den zieht Petzold trotz einer recht kurzen Laufzeit von 90 Minuten leider unnötig in die Länge.

Hier hätte man auf die ein oder andere Szene durchaus verzichten können.

Dennoch ist ihm mit "Undine" erneut ein Film geglückt, dem es gelingt, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. 

Zu Verdanken ist dies auch der überragenden Schauspielleistung von Paula Beer, die dafür zu Recht auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Titelfoto: Schramm Film/ Marco Krüger

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