"Venom: Let There Be Carnage": Menschenfresser sorgen für brutales Gemetzel!

Deutschland - Ein Fest für alle Fans von brachialer Action! "Venom: Let There Be Carnage" läuft am 21. Oktober in den deutschen Kinos an und überzeugt als unterhaltsame Fortsetzung des ersten Teils. Die TAG24-Filmkritik.

Carnage lässt die Muskeln und seine spitzen Dornen spielen. Er ist mit seinen Fähigkeiten selbst für Venom ein extremer harter Gegner.
Carnage lässt die Muskeln und seine spitzen Dornen spielen. Er ist mit seinen Fähigkeiten selbst für Venom ein extremer harter Gegner.  © PR/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

1986 sitzen in der St. Estes Reform School zwei Menschen ein, die sich lieben. Jahre später steckt der Mann, Cletus Kasady (Woody Harrelson, 60), im Todestrakt. Er ist ein grausamer Serienmörder.

Vor seinem Ableben will er ausgerechnet Eddie Brock (Tom Hardy, 44) seine Lebensgeschichte erzählen, sofern der Journalist eine Botschaft für ihn druckt, die seine Angebetete, Francis Barrison (Naomie Harris, 45), lesen soll. Die besitzt Superkräfte und wird deshalb in einer geheimen Einrichtung gefangen gehalten.

Brock hat derweil ganz andere Probleme. Seine große Liebe Anne Weying (Michelle Williams, 41) steht vor der Heirat ihres Freundes Dr. Dan Lewis (Reid Scott, 43). Eddie ist deshalb emotional angeschlagen und streitet sich nach einer gezielten Provokation heftig mit Kasady, der ihn daraufhin beißt. Auch mit seinem Symbionten Venom geht es zur Sache, weshalb der seinen Wirt verlässt.

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Venom stört besonders, dass er keine menschlichen Gehirne mehr verschlingen darf, obwohl sie ihm beim Wachsen helfen und er dadurch stärker wird. Stattdessen muss er mit Hühnern vorliebnehmen, was ihn anekelt.

Das Problem ihrer Trennung: Zuvor gerieten symbiontische Zellen in Kasadys Blutkreislauf, was zu einer großen Gefahr wird. Denn dadurch nimmt sich der extrem starke Symbiont Carnage Cletus als Wirt, was der Mörder begrüßt. Ersterer will ein Gemetzel bzw. Blutbad veranstalten und hat dabei Venom im Visier ...

1. deutscher Trailer zu "Venom: Let There Be Carnage" von Andy Serkis mit Tom Hardy und Naomie Harris

2. deutscher Trailer zu "Venom: Let There Be Carnage" mit Woody Harrelson und Michelle Williams

"Venom: Let There Be Carnage" ist ein gelungener Mix aus erwachsenem Humor und brachialer Action

Andy Serkis (57) führte bei "Venom: Let There Be Carnage" Regie. Der geniale Künstler ist der Schauspieler hinter Kino-Kultfiguren wie Gollum, King Kong oder hier Caesar in "Planet der Affen: Revolution".
Andy Serkis (57) führte bei "Venom: Let There Be Carnage" Regie. Der geniale Künstler ist der Schauspieler hinter Kino-Kultfiguren wie Gollum, King Kong oder hier Caesar in "Planet der Affen: Revolution".  © PR/Twentieth Century Fox

Diese abwechslungsreiche Geschichte hat Andy Serkis ("Mogli: Legende des Dschungels", "Solange ich atme", 57) sehr gut umgesetzt.

Dem Filmschaffenden, der als Darsteller von Gollum ("Der Herr der Ringe"-Trilogie, "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise"), Caesar ("Planet der Affen"-Trilogie) und "King Kong" (2005) weltberühmt wurde und das Motion-Capture-Verfahren perfektioniert hat, ist ein kurzweiliger zweiter Teil gelungen.

Schon "Venom" überzeugte, obwohl viele Kritiker das anders sahen. Der Nachfolger legt eine Schippe drauf, weil das Zusammenspiel vom Symbionten und Brock sogar noch ambivalenter und damit amüsanter ist. Das dürfte besonders an Serkis liegen, der aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in diesem Bereich genau weiß, wie er solche Szenen ausgewogen und zugleich vielfältig gestaltet.

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So wechseln sich ernste, tiefgründige und humorvolle Sequenzen gekonnt ab, weshalb man der Story neugierig und gespannt folgt, zumal dieser Mix für erwachsene Zuschauer erstaunlich ausgewogen daherkommt.

Immer wieder gibt es packende Minuten voller Action und erstklassig choreografierter Kämpfe, die den Puls nach oben schnellen lassen. Das liegt auch an den überragenden Spezialeffekten. Mit welcher Liebe zum Detail und welchem Aufwand beispielsweise Venom und Carnage gestaltet wurden, ist unübersehbar und beeindruckend zugleich. Ihre Power ist im Kinosaal geradezu spürbar! All das trägt viel zur dichten Atmosphäre bei.

1. Originaltrailer zu "Venom: Let There Be Carnage" von Andy Serkis mit Tom Hardy und Naomie Harris

2. Originaltrailer zu "Venom: Let There Be Carnage" mit Woody Harrelson und Michelle Williams

"Venom: Let There Be Carnage" lebt von seinem starken Antagonisten-Paar

Eddie Brock (Tom Hardy, 44, l.) und Detective Mulligan (Stephen Graham, 48) arbeiten zusammen.
Eddie Brock (Tom Hardy, 44, l.) und Detective Mulligan (Stephen Graham, 48) arbeiten zusammen.  © PR/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Dass man emotional in den Film abtauchen kann, liegt auch am durchgehend bedrohlichen Antagonisten-Paar. Sowohl Barrison als auch Kasady strahlen Brutalität und Macht aus. Mit Carnage obendrauf sind sie extrem stark und eine echte Herausforderung für Venom, was in einer Gefängnisszene besonders gelungen demonstriert wird.

Auch der Streit zwischen dem Symbionten mit den markanten Reißzähnen und Brock führt dazu, dass man hier richtig mitfiebert. So ist "Let There Be Carnage" erneut ein Blockbuster geworden, der aus der Masse hervorsticht.

Unterstützt wird dieser Eindruck von der dynamischen Kameraführung des dreifachen "Oscar"-Gewinners Robert Richardson ("Once Upon A Time in Hollywood", "Aviator", "Inglourious Basterds", 66), die reihenweise starke Bilder der düsteren Locations abliefert und obendrein die Darsteller gut in Szene setzt.

Auch die Musikuntermalung muss man ein weiteres Mal hervorheben. Zwar ist der Abspannsong "Last One Standing" von Skylar Grey (35) feat. Polo G (22), Mozzy (34) und Eminem (49) nicht ganz so gut, wie "Venom" von letztgenanntem Weltklasse-Rapper für den ersten Teil. Der Score ist dennoch gelungen.

Das gilt auch für die Kostüme, das aufwendige Make-up und die wohlüberlegten Frisuren (Hardy!), die viel zur Stimmung beitragen. Das Zusammenspiel aus all diesen Kategorien funktioniert bestens!

Abspannsong "Last One Standing" von Skylar Grey feat. Polo G, Mozzy und Eminem

Eminems Song "Venom" aus dem ersten Teil zum direkten Vergleich

Tom Hardy, Woody Harrelson, Naomie Harris, Michelle Williams und Stephen Graham überzeugen

Francis Barrison (Naomie Harris, 45, l.) besitzt Superkräfte und wurde deshalb in einem speziellen Käfig gesperrt.
Francis Barrison (Naomie Harris, 45, l.) besitzt Superkräfte und wurde deshalb in einem speziellen Käfig gesperrt.  © PR/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Doch natürlich wäre all das ohne die Schauspieler nicht möglich. Hardy ("The Revenant - Der Rückkehrer", "Mad Max: Fury Road", "The Dark Knight Rises") legt seine Rolle differenziert an. Sein gebeugter Gang und seine unordentlichen Haare verstärken den Eindruck, dass er mit dem willensstarken Symbionten in seinem Kopf zu kämpfen hat und sich nicht hundertprozentig wohl in seiner Haut fühlt.

Auch Harrelson ("Zombieland 2: Doppelt hält besser", "Planet der Affen: Survival", Haymitch Abernathy in "Die Tribute von Panem") füllt seine durchtriebene Rolle glaubwürdig aus und verpasst seiner gestörten Figur eine angemessen düstere Aura.

In den (wichtigen) Nebenrollen weisen darüber hinaus Harris ("James Bond: Keine Zeit zu sterben", "Fluch der Karibik" 2 + 3, "Moonlight"), Williams ("After the Wedding, "Greatest Showman", "Manchester by the Sea") und Graham ("Boardwalk Empire", "Fluch der Karibik" 4 + 5, "The Damned United - Der Ewige Gegner") ihre Klasse nach.

Zudem sorgt Hardy mit seinem komödiantischen Talent und schnell vorgetragenen, präzisen sowie situationskomischen Dialogen mit Venom mehrfach für Erheiterung. Dazu tragen auch passend schnelle Umschnitte bei. Beim Schneiden hätte man sich aufgrund der Laufzeit von nur 97 Minuten zwar manchmal noch ein paar Story-Szenen mehr gewünscht, doch das ist Meckern auf hohem Blockbuster-Niveau.

Venom möchte so gerne Menschenhirne fressen, was Eddie Brock (Tom Hardy, 44) ihm allerdings strikt verbietet.
Venom möchte so gerne Menschenhirne fressen, was Eddie Brock (Tom Hardy, 44) ihm allerdings strikt verbietet.  © PR/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Zusammengenommen ist "Venom: Let There Be Carnage" ein erfrischender, actionreicher Genremix mit einer interessanten Handlung geworden, die im "Spider-Man"-Universum beheimatet ist. Dank der exzellenten Spezialeffekte, einer Prise deftigen Humor und packend inszenierter Kämpfe lohnt sich das Werk von Ausnahmekünstler Andy Serkis auch auf der großen Leinwand.

Titelfoto: PR/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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