Jetzt gibt es schon den ersten Corona-Kinofilm!

Vancouver (Kanada) - Ein kanadischer Regisseur erkannte frühzeitig, welches Potenzial in der derzeitigen Corona-Krise steckt und veröffentlichte deshalb schon jetzt seinen Film zur Pandemie.

Das Filmplakat zu "Corona".
Das Filmplakat zu "Corona".  © PR

Der Streifen heißt treffend einfach nur "Corona" und handelt von sieben Bewohnern eines Hauses, die sich während einer Fahrt im Aufzug ganz neu kennenlernen.

Regisseur Mostafa Keshvari (33) kam auf die Idee zu dem Film, als er selbst in einem Aufzug fuhr, wie er Hollywood Reporter erklärte.

"Ich las in den Nachrichten, dass chinesische Touristen angegriffen wurden und ich dachte mir gleich, dass ich einen Film in einem Aufzug machen muss", so Keshvari.

Als der in Deutschland eher unbekannte Regisseur diesen Plan ausarbeitete, war das neuartige Coronavirus noch gar keine Pandemie. Für ihn war die Erkrankung sehr weit weg, weil sie zu dem Zeitpunkt hauptsächlich in China auftrat.

Dennoch gab es bereits die ersten Auswüchse in anderen Teilen der Welt. Dabei wurden auch asiatische Touristen aufgrund ihres Aussehens angefeindet, weil es kaum Details über die Erkrankung gab.

Das passiert in "Corona"

Eine Illustration eines Coronavirus.
Eine Illustration eines Coronavirus.  © dpa/Uncredited/Centers for Disease Control and Prevention/AP

Der Stand der Dinge im Independent-Thriller: Das Coronavirus brach in der chinesischen Provinz Hubei aus. In Kanada ist die neuartige Lungenkrankheit noch nicht angekommen.

Sechs Bewohner eines Wohnhauses fahren mit dem Aufzug. Dann steigt ihre chinesische Nachbarin (gespielt von Traei Tsai) zu, die erst kürzlich in das Haus gezogen ist. 

Nur wenige Augenblicke später bleibt der Blechkasten stecken und alle sieben sind darin gefangen.

Die sechs kanadischen Bewohner fürchten sofort um ihre Gesundheit und gehen davon aus, dass die Zugezogene infiziert ist und alle anstecken wird, was zum Tod führen könnte.

So wird der Film im Handumdrehen zu einem Blockbuster, der Alltagsrassismus in seiner reinsten Form thematisiert.

Regisseur Keshvari entschied sich dazu, den 63-minütigen Film mit nur einer Kameraeinstellung und komplett ohne Schnitte zu produzieren. "Aus Realismusgründen", wie er gegenüber Hollywood Reporter erklärte.

Auch durften seine Schauspieler vom Skript abweichen und improvisieren. "Sie sehen die Rohheit der Charaktere. Sie reden über einander und ihre Angst wird real", so Mostafa Keshvari.

Hier könnt Ihr "Corona" sehen

Der kanadische Thriller sollte ursprünglich bei den zahlreichen Filmfestivals auf der ganzen Welt gezeigt werden, bevor er in die Kinos kommt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung ist dies jedoch nicht möglich.

Nun ist Keshvari drauf und dran, seinen neusten Streifen an Streamingportale wie beispielsweise Netflix oder Amazon Prime Video zu lizenzieren.

Wann die Verhandlungen abgeschlossen sind, steht allerdings noch in den Sternen. Zudem gibt es den Film bislang nur in Englisch und Chinesisch. Eine Veröffentlichung in Deutschland wird dadurch noch weiter erschwert.

Titelfoto: dpa/Uncredited/Centers for Disease Control and Prevention/AP, PR

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