"Monos": Brutaler Thriller um Kindersoldaten schockt mit heftigen Gewaltszenen

Deutschland - Waffen, Sex und rohe Gewalt: "Monos - Zwischen Himmel und Hölle" zeigt das Leben einer Gruppe jugendlicher Guerillakämpfer mit aller Härte.

Zu Beginn des Films sieht man die jugendlichen Guerillakämpfer beim Fußballspiel mit verbundenen Augen.
Zu Beginn des Films sieht man die jugendlichen Guerillakämpfer beim Fußballspiel mit verbundenen Augen.  © © DCM

Sie heißen "Rocky", "Bigfoot", "Boom Boom" oder "Lady"  und mussten schon früh auf eigenen Beinen stehen.

Zusammen wachen die acht heranwachsenden Guerillakämpfer über eine amerikanische Geisel, die sie "Doctora" nennen, in den Bergen Südamerikas.

Die Gruppe nennt sich "Monos", doch gegen wen oder was sie genau kämpfen, verschweigt der Film.

Stattdessen wird der Zuschauer direkt ins Geschehen geworfen und erhält nur nach und nach spärliche Informationen über die Kindersoldaten.

Als sie eine Milchkuh beim nächsten Besuch ihres Kommandanten erhalten, eskaliert die Situation.

Und plötzlich kämpft jeder gegen jeden.

Der kolumbianische Film "Monos - Zwischen Himmel und Hölle" von Alejandro Landes ist ein Schlag in die Magengrube.

Mit aller Härte wird gezeigt, was passiert, wenn Kinder zu schnell erwachsen werden müssen und nach und nach ihre Unschuld verlieren.

"Monos" macht auch vor gleichgeschlechtlichen Sexszenen nicht halt

"Bigfoot" (Moises Arias) ist zeitweise der Anführer der "Monos".
"Bigfoot" (Moises Arias) ist zeitweise der Anführer der "Monos".  © © DCM

Dabei schafft es Landes, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, die Zuschauer die zunehmende Verrohung der Jugendlichen hautnah miterleben zu lassen.

Im Umgang mit ihrer Geisel zeigt sich die Gruppe, deren Mitglieder teilweise noch Kinder sind, erbarmungslos.

Sobald die "Doctora" nicht spurt, wird sie geschlagen oder angekettet.

Untereinander macht sich die voranschreitende Pubertät durch erste sexuelle Kontakte bemerkbar.

Erste Annäherungsversuche und sexuelle Kontakte spielen eine immer größere Rolle und beschränken sich dabei nicht nur auf das andere Geschlecht.

Gleichgeschlechtliche Beziehungen scheinen für die Gruppe nichts Ungewöhnliches zu sein.

Eine Szene zeigt sogar einen leidenschaftlichen Kuss zwischen "Sueca" und ihrer Geisel.

Landes schafft es gekonnt, die Brutalität des Krieges mit dem ebenso schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens zu kombinieren.

"Monos" ist inspiriert von "Der Herr der Fliegen" und "Apocalypse Now"

Über weite Teile des Films kämpft sich die Guerilla-Truppe durch den dichten Urwald.
Über weite Teile des Films kämpft sich die Guerilla-Truppe durch den dichten Urwald.  © © DCM

Kinder, die durch Mord und Gewalt ihre Unschuld verlieren, sind sicher kein neues Motiv. Für sein Drehbuch ließ sich der kolumbianische Regisseur von William Goldings Roman "Der Herr der Fliegen" inspirieren.

Auch in "Monos" sind die Kinder auf sich allein gestellt und müssen selber lernen, erwachsen zu werden.

Doch nicht nur die Handlung macht den Film zu einem mitreißenden Ritt durch die dichten Dschungel Kolumbiens.

Die unberührte Natur untermalt die zunehmende Verrohung der Jugendlichen und zeigt gleichzeitig, wie hilflos der Mensch dieser am Ende ausgeliefert ist.

Nicht selten fühlt man sich bei den Landschaftsaufnahmen an Francis Ford Coppolas Kriegsdrama "Apocalypse Now" erinnert.

Der eindringliche Soundtrack von Mica Levi ("Under the Skin") unterstreicht die zunehmende Spannung innerhalb der Gruppe, wird dabei aber nie zu aufdringlich. Über weite Teile kommt der Film ganz ohne Score aus.

Alejandro Landes gelingt es in seinem zweiten Spielfilm auf geschickte Art, die Spirale um Machtmissbrauch, Gesetzlosigkeit und Guerilla-Truppen aufzuzeigen, die in seinem Heimatland Kolumbien noch immer an der Tagesordnung stehen...

Kein Wunder, dass "Monos - Zwischen Himmel und Hölle" zahlreiche Preise gewann und für Kolumbien 2020 ins Oscar-Rennen ging. Ab 4. Juni startet der Film in den deutschen Kinos.

Titelfoto: © DCM

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