Bereits abgedreht: Trash-Regisseur Uwe Boll hält an "Hanau"-Film fest

Hanau - Auch nach Kritik will der Regisseur Uwe Boll (55) an der Veröffentlichung seines Films über den rassistischen Anschlag von Hanau festhalten.

Laut Regisseur Uwe Boll (55, r., Archivbild) ist sein Film über den Anschlag von Hanau bereits abgedreht.
Laut Regisseur Uwe Boll (55, r., Archivbild) ist sein Film über den Anschlag von Hanau bereits abgedreht.  © Bild-Montage: dpa/Andreas Arnold, dpa

Der Film sei bereits gedreht und in der Postproduktion und komme im Sommer heraus, sagte Boll am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Allerdings habe er die beiden anderen Teile der ursprünglich geplanten Trilogie "Deutschland im Winter" erst einmal auf Eis gelegt, nachdem das Projekt wegen negativer Presse zu "Hanau" von der Filmförderung abgelehnt worden sei.

Zuvor hatten mehrere Medien mit Verweis auf eine Facebook-Äußerung Bolls berichtet, der Film über das Attentat sei gestoppt worden.

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In Hanau hatte am 19. Februar vergangenen Jahres ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete (TAG24 berichtete). Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Neben der Stadt Hanau hatten auch die Opfer-Familien empört auf das Filmprojekt reagiert und Boll in einem offenen Brief aufgefordert, die Vorbereitungen einzustellen (TAG24 berichtete).

Uwe Boll wurde bereits mehrfach als schlechtester Regisseur ausgezeichnet

Boll verteidigte sein Vorhaben am Montag erneut. Es sei wichtig, sich mit den Gefahren von Rechtsextremismus auseinanderzusetzen und auch legitim, sich dafür filmischer Mittel zu bedienen. "Man kann einen Film nicht beurteilen, den man nicht gesehen hat."

Der 55-Jährige gilt in erster Linie als Spezialist für Trashfilme und wurde vor allem durch seine Leinwand-Adaptionen von Videospielen wie "BloodRayne" (2005), "Far Cry" (2008) oder "Postal" (2007) bekannt. In der Regel erhielten die Werke unterirdische Kritiken und brachten Boll mehrere Auszeichnungen mit dem Schmähpreis "Goldene Himbeere" als "Schlechtester Regisseur" ein.

Andererseits wurden seine Kriegsfilme "1968 Tunnel Rats" (2008) und "Dafur" (2009) sehr wohlwollend aufgenommen. Dagegen sorgte sein "Ausschwitz"-Drama (2011) wiederum für jede Menge Empörung.

Auf welchem Weg nun "Hanau" genau veröffentlicht werde, sei noch nicht sicher, sagte der Regisseur. Infrage kämen aber Kino, Streamingdienste, per Video oder Blu-ray.

Von der Stadt Hanau war zu den aktuellen Äußerungen Bolls am Montag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Titelfoto: Bild-Montage: dpa/Andreas Arnold, dpa

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