"Vom Winde verweht" fliegt wegen Rassismus aus dem Filmangebot

New York - Der US-Streaminganbieter HBO max nimmt den Filmklassiker "Vom Winde verweht" vorerst aus dem Programm. 

31. März 1936: Die us-amerikanische Schriftstellerin Margaret Mitchell sitzt an ihrem Schreibtisch in Atlanta, einen Monat vor der Veröffentlichung ihres Romans "Vom Winde verweht".
31. März 1936: Die us-amerikanische Schriftstellerin Margaret Mitchell sitzt an ihrem Schreibtisch in Atlanta, einen Monat vor der Veröffentlichung ihres Romans "Vom Winde verweht".  © -/dpa

Das zu Warner Media gehörende Unternehmen wolle dem Film Erklärungen zu dessen rassistischen Vorurteilen und der problematischen Darstellung von Sklaverei zur Seite stellen, erklärte ein Sprecher. 

"Er wird mit einer Erläuterung seines historischen Kontexts und einer Distanzierung von den rassistischen Darstellungen ins Programm wiederaufgenommen werden", hieß es laut "Hollywood Reporter" in einem Statement des Unternehmens.

Der Roman "Vom Winde verweht" erschien 1936 und erzählt die Geschichte der Gutsherrin Scarlett O'Hara in den US-Südstaaten zu Zeiten des Bürgerkrieges. 

Auch nach der Abschaffung der Sklaverei stehen mehrere afroamerikanische Charaktere freiwillig und loyal zu Scarletts Familie, Probleme durch Sklaverei werden in dem Klassiker nicht thematisiert.

Der gleichnamige Literaturverfilmung (Originaltitel: "Gone with the Wind") erschien am 15. Dezember 1939. Mit Vivien Leigh (Scarlett O'Hara) und Clark Gable (Rhett Butler) in den Hauptrollen.

Der Film ging damals mit einer Rekordzahl von 13 Nominierungen in die Oscarverleihung 1940 und wurde mit acht Oscars sowie zwei Ehren-Oscars ausgezeichnet. Darunter war der Oscar als "Beste Nebendarstellerin" für Hattie McDaniel als das Kindermädchen "Mammy", mit der erstmals ein afroamerikanischer Künstler gewann. 

Drehbuchautor John Ridley forderte, das Liebesdrama abzusetzen

17. März 1939: Clark Gable und Vivien Leigh sind in ihrer Rolle für ihren ersten Tag am Filmset des Films "Vom Winde verweht".
17. März 1939: Clark Gable und Vivien Leigh sind in ihrer Rolle für ihren ersten Tag am Filmset des Films "Vom Winde verweht".  © AP/DPA
19. Dezember 1939: Menschen versammeln sich vor dem Astor-Theater am Broadway in New York City während der Premiere von "Vom Winde verweht".
19. Dezember 1939: Menschen versammeln sich vor dem Astor-Theater am Broadway in New York City während der Premiere von "Vom Winde verweht".  © AP/DPA
"Vom Winde verweht" wurde 1936 veröffentlicht und entwickelte sich schon bald zu einem der erfolgreichsten Romane der amerikanischen Literaturgeschichte. Der von David O. Selznick produzierte Film ist einer der bekanntesten Hollywoodfilme und gehört zu den großen Filmklassikern.
"Vom Winde verweht" wurde 1936 veröffentlicht und entwickelte sich schon bald zu einem der erfolgreichsten Romane der amerikanischen Literaturgeschichte. Der von David O. Selznick produzierte Film ist einer der bekanntesten Hollywoodfilme und gehört zu den großen Filmklassikern.  © privat

Zuerst hatte John Ridley, Drehbuchautor des Sklavendramas "12 Years a Slave" von HBO gefordert, das Liebesdrama aus dem Angebot zu nehmen. 

"Es ist ein Film, der in den Momenten, in denen er nicht ohnehin den Horror der Sklaverei ignoriert, einige der schmerzhaftesten Stereotype über People of Color verbreitet", schrieb er in der "Los Angeles Times". 

Und weiter: "Es arbeiteten die größten Talente Hollywoods ihrer Zeit gemeinsam daran, eine Geschichte zu glorifizieren, die es so nie gab."

Titelfoto: -/dpa, privat

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