Wegen Juden-Feindlichkeit: Klage von Holocaust-Überlebender gegen "Borat"

London/Los Angeles - Die Komödie "Borat" ist ein absoluter Kultfilm. In diesem verkörpert der Hauptdarsteller Sasha Baron Cohen (49) einen kasachischen Fernseh-Reporter, der sich auf dem Weg in die USA macht, um "Kulturelle Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen". Doch nun läuft eine Klage gegen die Produktion.

"Borat" gilt als Parade-Rolle Sasha Baron Cohens.
"Borat" gilt als Parade-Rolle Sasha Baron Cohens.  © Matt Sayles/SAYLES/AP/dpa

In "Borat" bereist Cohen als Fernseh-Reporter Borat Sagdiyev die USA, um Land und Leute kennenzulernen. Dabei lässt der britische Komiker keine Gelegenheit aus, um in jedes Fettnäpfchen zu treten - alle werden aufs Korn genommen.

Doch der Film musste sich bei seiner Erscheinung im Jahr 2006 Vorwürfe von Antisemitismus gefallen lassen. Denn immer wieder werden in dem fiktionalen Dokumentarfilm Juden diffarmiert und satirisch "verteufelt".

Das hat nun Konsequenzen für Cohen und die Produktionsfirma. Denn wie mehrere Medien berichten, hatte die Holocaust-Überlebende Judith Dim Evans Cohen kurz vor ihrem Tod im Januar 2020 für die Borat-Fortsetzung ein Interview gegeben.

Sie sei aber davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine ernsthafte Dokumentation und nicht um eine Komödie handele.

Holocaust-Überlebende war entsetzt über den tatsächlichen Filminhalt

In Gerichts-Dokumenten heißt es: "Als Frau Evans nach dem Interview erfuhr, dass der Film tatsächlich eine Komödie war, die den Holocaust und die jüdische Kultur verspotten sollte, war sie entsetzt und verärgert."

Weiter heißt es, Evans hätte dem Interview nicht zugestimmt, wenn sie über "die wahre Natur des Films und den Zweck des Interviews" informiert worden wäre. Die Tochter von Evans fordert nun umgerechnet circa 64.000 Euro als Entschädigung. Doch ob die Tochter der Verstorbenen damit Erfolg haben wird, ist noch unklar.

Evans hatte möglicherweise ein Dokument unterschrieben, dass den Filmemachern das Nutzen des Interviewmaterials nach Belieben ermöglicht.

Sasha Baron Cohen ist übrigens selbst Jude. Zudem handelt es sich bei "Borat", wie auch der Fortsetzung, um Satire.

Am 23. November soll der zweite Teil von "Borat" bei Amazon Prime veröffentlicht werden.

Titelfoto: Matt Sayles/SAYLES/AP/dpa

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