Chaos-Prozess gegen 187-Rapper Gzuz: So geht es jetzt weiter

Hamburg - Nach einer kurzen Sommerpause wird der Prozess gegen den Hamburger Skandal-Rapper Gzuz (32) am Montag fortgesetzt. 

Der Rapper Gzuz, Mitglied der 187 Strassenbande, sitzt im Gerichtssaal.
Der Rapper Gzuz, Mitglied der 187 Strassenbande, sitzt im Gerichtssaal.  © Christian Charisius/dpa

Wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage von TAG24 mitteilte, werden weitere Zeugenaussagen erwartet. Ein Urteil soll aber frühestens Anfang September fallen. 

Ursprünglich waren lediglich drei Prozesstage für die Verhandlung angesetzt. Ungeladene Zeugen und mehrere Befangenheitsanträge gegen den Amtsrichter Johann Krieten zögerten den Ablauf aber immer weiter hinaus. 

Dem Mitglied der Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande werden diverse Delikte zur Last gelegt. Dabei geht es unter anderem um Verstöße gegen das Waffengesetz, Besitz von Betäubungsmitteln, versuchten Diebstahl und Körperverletzung. 

Vertreten wird Kristoffer Jonas Klauß, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, dabei von dem TV-Anwalt Christopher Posch. 

Gemeinsam hatten die beiden bereits am ersten Prozesstag für eine echte Show gesorgt. Bevor Gzuz den Gerichtssaal betrat, filmte er die wartenden Journalisten mit einem Handy und pöbelte: "Ist ja schlimmer als im Puff hier!" (TAG24 berichtete)

Als der Richter dem Anwalt eine Unterbrechung zum Anfang des Prozesses untersagte, verschwand dieser einfach auf der Toilette. Er müsse "austreten" erklärte Posch, nahm aber den Rapper kurzerhand mit. 

Ungeladene Zeugen sorgten für Überraschung

Vertreten wird Gzuz (r.) von TV-Anwalt Christopher Posch.
Vertreten wird Gzuz (r.) von TV-Anwalt Christopher Posch.  © Christian Charisius/dpa

Am dritten Verhandlungstag überraschte Christopher Posch mit zwei Zeugen, die er ohne vorherige Absprache in den Gerichtssaal bestellt hatte und die die Unschuld des Rappers in zwei Fällen bezeugen sollten.

Der Vater von Lisa H., die inzwischen mit Gzuz verlobt sein soll, sagte aus, dass die Waffe, mit der Gzuz in der Silvesternacht geschossen haben soll, eigentlich ihm gehöre. Der Richter ordnete daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen den 59-Jährigen an. 

Auch der 187-Coach Aaron B. wurde zur Verhandlung gebeten: Die bei Gzuz gefundenen Drogen gehörten ihm, erklärte dieser und beschuldigte sich ebenfalls selbst. Doch auch an seiner Glaubwürdigkeit zweifelten sowohl Richter als auch Staatsanwalt. 

"Ich denke manchmal, ich bin hier bei RTL2!", schlussfolgerte der Amtsrichter nach der Verhandlung. 

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob der Skandal-Rapper noch weitere Überraschungen in petto hat. Wundern würde das sicher keinen mehr...

Update, 10.19 Uhr: Zweifel an Zeugenaussage

Im Folgetermin am Montag wurde ein Auszug aus der Strafakte des Zeugen Aaron B. verlesen.

Demnach stand der 187-Coach bereits wegen verschiedener Delikte vor Gericht, darunter schwerer Raub, Beleidigung und Betrug. Wie auch Gzuz ist ihm der Besitz von Waffen und Munition untersagt.

Zuvor hatten Richter und Staatsanwalt die Glaubwürdigkeit des 34-Jährigen angezweifelt. 

Nachdem er am dritten Prozesstag weitere Aussagen verweigerte, hatte Aaron B. ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro kassiert.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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