Eurovision Song Contest 2021: Kopf-an-Kopf-Rennen um den Sieg, Blamage für uns garantiert

Die Moderatoren Edsilia Rombley (43), Chantal Janzen (42), Jan Smit (35) und Nikkie de Jager (27, v.l.n.r.) moderieren am Samstag das große Finale des 65. Eurovision Song Contests in Rotterdam.
Die Moderatoren Edsilia Rombley (43), Chantal Janzen (42), Jan Smit (35) und Nikkie de Jager (27, v.l.n.r.) moderieren am Samstag das große Finale des 65. Eurovision Song Contests in Rotterdam.  © Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa

Rotterdam (Niederlande) - 2020 musste der Eurovision Song Contest (ESC) aussetzen. Am heutigen Samstag geht der weltweit größte Musikwettbewerb unter den Augen von rund 200 Millionen Zuschauern im niederländischen Rotterdam über die Bühne. Wer die besten Chancen auf den Sieg hat, welche Nationen die krassesten Bühnenshows zeigen und wie schlecht es wirklich - wieder einmal - um Deutschland steht, erfahrt Ihr jetzt.

Wird den ESC 2021 eröffnen: Elena Tsagrinou (M.) aus Zypern mit dem Dancehit "El Diablo".
Wird den ESC 2021 eröffnen: Elena Tsagrinou (M.) aus Zypern mit dem Dancehit "El Diablo".  © Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa

Duncan Laurence (27) hatte den ESC 2019 gewonnen und den Wettbewerb in Deutschlands Nachbarland geholt. Einer Auflistung von Buzz Bingo zufolge ist "Arcade" mit knapp 320 Millionen Spotify-Aufrufen der mit deutlichem Abstand beliebteste ESC-Song aller Zeiten.

Hinter ihm folgen Mahmood ("Soldi", Italien, 2019, 177 Mio.), Mans Zelmerlöw ("Heroes", Schweden, 2015, 125 Mio.) und ABBA ("Waterloo", Schweden, 1974, 124 Mio.). Deutschland schafft es mit Michael Schulte ("You Let Me Walk Alone", 2018) und 66 Mio. Aufrufen auf Platz 8.

Schon die beiden Halbfinals am Dienstag und Donnerstag machten Lust auf mehr. Nahezu alle Favoriten kamen weiter.

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Besonders enttäuscht war sicherlich Australien über das erstmalige Ausscheiden vor dem Finale. Seit 2015 darf Down Under in den Halbfinals teilnehmen und überstand diese immer - bis Montaigne ("Technicolour") in diesem Jahr.

Island: Daði & Gagnamagnið dürfen mit "10 Years" nicht live auf die Bühne

Island darf nicht live auf der Bühne stehen. Wegen Coronafällen innerhalb der Delegation wird dafür ein vorab produziertes Video gezeigt.
Island darf nicht live auf der Bühne stehen. Wegen Coronafällen innerhalb der Delegation wird dafür ein vorab produziertes Video gezeigt.  © Thomas Hanses/EBU/dpa

Das Teilnehmerfeld ist auch 2021 so bunt und unterschiedlich wie immer. Sexy Outfits, Feuerfontänen, ein angeketteter Engel, ein Stinkefinger: Ihr dürft Euch auf viele Hingucker freuen.

Als einzige Nation darf Island (Daði & Gagnamagnið - "10 Years") nicht live performen. Weil sich Delegationsmitglieder mit dem Coronavirus infiziert hatten, wird stattdessen ein vorab produziertes Video gezeigt werden. Die Nordeuropäer sind laut casinoonline.de hinsichtlich der ESC-Suchanfragen pro 10.000 Einwohner übrigens DIE ESC-Nation.

Rekordsieger Irland (7) wird im Finale nicht vertreten sein. Lesloy Roy ("Maps") scheiterte zuvor. Das fast immer zum Favoritenkreis zählende Schweden (Tusse - "Voices") hat in Rotterdam am Ende wohl nur einen Mittelfeldplatz inne.

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Starten wird Zypern mit Elena Tsagrinou (26) und dem Dancehit "El Diablo". Deutschland (Jendrik - "I Don't Feel Hate") geht von Rang 15 ins Rennen um ein paar Pünktchen. Den Schlusspunkt setzt der Zwergstaat San Marino, für den US-Rapper Flo Rida (41) und Senhit (41) mit "Adrenalina" auftreten werden.

Eurovision Song Contest 2021: US-Rapper Flo Rida singt mit Senhit "Adrenalina" für San Marino

Ja, er ist es wirklich! US-Rapper Flo Rida (41, 2.v.r.) nimmt gemeinsam mit Senhit (41, r.) und "Adrenalina" für den Zwergstaat San Marino teil - und könnte es in die Top 10 schaffen.
Ja, er ist es wirklich! US-Rapper Flo Rida (41, 2.v.r.) nimmt gemeinsam mit Senhit (41, r.) und "Adrenalina" für den Zwergstaat San Marino teil - und könnte es in die Top 10 schaffen.  © IMAGO / Ritzau Scanpix

ESC 2021: Die Favoriten in Rotterdam

Stand Freitagabend darf sich Italiens Heavy-Metal-Band Måneskin ("Zitti e buoni") die größten Siegchancen ausrechnen. Die Quote auf einen Erfolg liegt bei etwa 26 Prozent. Es wäre der erste seit 1990.

Gefolgt von Frankreich (Barbara Pravi - "Voilà") mit 20 Prozent, sowie Malta (Destiny - "Je Me Casse", 12), der Schweiz (Gjon's Tears - "Tout I'univers, 10) und der Ukraine (Go_A - "Shum", 9).

Bemerkenswert: Unter den aktuellen Top 4 befindet sich kein englischer Song! Italien singt italienisch, Frankreich, Malta und die Schweiz französisch und die Ukraine in ihrer Landessprache.

Standen am Freitagabend bei den Buchmachern auf Platz 1: Måneskin aus Italien mit der Heavy-Metal-Nummer "Zitti e buoni".
Standen am Freitagabend bei den Buchmachern auf Platz 1: Måneskin aus Italien mit der Heavy-Metal-Nummer "Zitti e buoni".  © IMAGO / ANP
Barbara Pravi (28) tritt mit viel Körperausdruck und der Ballade "Voilà" für Frankreich an und darf sich Chancen auf den Sieg machen.
Barbara Pravi (28) tritt mit viel Körperausdruck und der Ballade "Voilà" für Frankreich an und darf sich Chancen auf den Sieg machen.  © IMAGO / ANP
Destiny (18, M.) startet für Malta mit dem Song "Je Me Casse" und war am Freitagabend auf Platz 3 gewettet.
Destiny (18, M.) startet für Malta mit dem Song "Je Me Casse" und war am Freitagabend auf Platz 3 gewettet.  © Peter Dejong/ap/dpa
Auch die Schweiz könnte es mit der Ballade "Tout I'univers" von Gjon's Tears (22) aufs Treppchen schaffen.
Auch die Schweiz könnte es mit der Ballade "Tout I'univers" von Gjon's Tears (22) aufs Treppchen schaffen.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Deutschland: Jendrik wird mit "I Don't Feel Hate" (wohl) einen der hintersten Plätze einnehmen

Noch lachen sie: Jendrik Sigwart (26, M.) kann froh sein, wenn sein "I Don't Feel Hate" nicht auf dem letzten Platz landet. Aber hey, dabei sein ist alles...
Noch lachen sie: Jendrik Sigwart (26, M.) kann froh sein, wenn sein "I Don't Feel Hate" nicht auf dem letzten Platz landet. Aber hey, dabei sein ist alles...  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Ben Dolic (24) hätte 2020 mit "Violent Thing" für Deutschland an den Start gehen sollen. Die Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Schade, denn er zählte zu den Favoriten.

Diesmal vertritt Singer-Songwriter Jendrik Sigwart (26) die Big-5-Nation mit "I Don't Feel Hate". Und wir fallen in alte Muster zurück. Denn nach S!sters' Platz 25 im Jahr 2019 wird auch Jendrik laut Buchmacher auf einen der letzten Ränge landen.

Er selbst sagte in einem Interview, ihm gehe es nicht ums Gewinnen, dabei sein sei alles. Nur dürfen rund 200 Millionen Zuschauer all around the world wieder dabei zusehen, wie twelve, ten und eight Points ganz sicher nicht in die Bundesrepublik wandern werden.

Richtig gut lief es für uns zuletzt 2018. Da erreichte Michael Schulte (31) mit viel Gefühl und "You Let Me Walk Alone" einen starken Platz vier. Unvergessen ist aber das Jahr 2010, in dem Lena Meyer-Landrut (29, "Satellite") den Sieg nach Deutschland holte.

Das darf sich 2022 gern wiederholen...

ESC 2021: Ausgeflippte Bühnenshows

Russlands Act um Sängerin Manizha ("Russian Woman") hat eine der ausgefallensten Bühnenshows. Zum Schluss werden zahlreiche russische Frauen aus Zeichen der Solidarität an einer Videoleinwand zu sehen sein.
Russlands Act um Sängerin Manizha ("Russian Woman") hat eine der ausgefallensten Bühnenshows. Zum Schluss werden zahlreiche russische Frauen aus Zeichen der Solidarität an einer Videoleinwand zu sehen sein.  © Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa
Mit der ukrainischen Band Go_A wird's mit dem Song "Shum" wild.
Mit der ukrainischen Band Go_A wird's mit dem Song "Shum" wild.  © Peter Dejong/ap/dpa
Ja, ein angeketteter Engel mit Sonnenbrille ist auch dabei: Norwegens Sänger TIX (28) performt "Fallen Angel".
Ja, ein angeketteter Engel mit Sonnenbrille ist auch dabei: Norwegens Sänger TIX (28) performt "Fallen Angel".  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Litauen versucht sich wieder mit der Band The Roop, diesmal mit "Discoteque".
Litauen versucht sich wieder mit der Band The Roop, diesmal mit "Discoteque".  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Eurovision Song Contest 2021: Schnelldurchlauf aller 26 Lieder in der Reihenfolge der Auftritte

Der Eurovision Song Contest wird am heutigen Samstagabend ab 21 Uhr live in der ARD zu sehen sein. Bereits ab 20.15 Uhr gibt's den Countdown mit Barbara Schöneberger (47).

Titelfoto: Bildmontage: Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa, Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, IMAGO / Ritzau Scanpix

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