Eurovision Song Contest knallhart: Weißrussland darf nicht teilnehmen!

Misnk - Belarus (Weißrussland) ist vom Eurovision Song Contest (ESC) im Mai ausgeschlossen worden.

2020 musste der ESC aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Nun wird er am 22. Mai 2021 in Rotterdam nachgeholt.
2020 musste der ESC aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Nun wird er am 22. Mai 2021 in Rotterdam nachgeholt.  © Koen Van Weel/ANP/dpa

Den Ausschluss hat die Europäische Rundfunkunion entschieden, wie sie am Freitagabend mitteilte. Auch das neu eingereichte Lied verstoße gegen die ESC-Regeln, die sicherstellten, "dass der Wettbewerb nicht instrumentalisiert oder in Verruf gebracht wird".

Die staatliche Rundfunkgesellschaft von Belarus habe es versäumt, "innerhalb der verlängerten Frist einen teilnahmeberechtigten Beitrag einzureichen", hieß es.

Zunächst war der Song "Ja nauchu tebja" ("Ich werde dir beibringen") der Band Galasy ZMesta eingereicht worden.

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Die ESC-Organisatoren monierten bei diesem Lied, dass es in seiner jetzigen Form "den nicht-politischen Charakter des Wettbewerbs infrage" stelle.

Es hatte Beschwerden gegeben, weil der Song mit Zeilen wie "Ich werde dir beibringen, nach der Melodie zu tanzen" in den Augen vieler Menschen die Protestbewegung gegen Langzeitmachthaber Alexander Lukaschenko (66) verhöhnt.

Belarus reichte nach der Kritik einen neuen Song der Band ein, der nun ebenfalls von den ESC-Verantwortlichen kassiert wurde.

Belarus Lied für den ESC "Ya Nauchu Tebya" darf nicht teilnehmen

Kein ESC-Beitrag seinetwegen? Alexander Lukaschenko, der "letzte Diktator Europas"

Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, hält bei der Zeremonie zu seiner Amtseinführung am 23. September 2020 eine Rede. Er ist bereits seit 26 Jahren an der Macht.
Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, hält bei der Zeremonie zu seiner Amtseinführung am 23. September 2020 eine Rede. Er ist bereits seit 26 Jahren an der Macht.  © Maxim Guchek/BelTA/dpa

Im vergangenen Jahr gab es über Monate Massenproteste gegen Lukaschenko nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl am 9. August.

Der als "letzter Diktator Europas" kritisierte Staatschef hatte sich nach 26 Jahren an der Macht von der Wahlkommission erneut zum Sieger erklären lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an.

Zehntausende Menschen wurden festgenommen. Viele von ihnen kritisierten massive Polizeigewalt.

Titelfoto: Koen Van Weel/ANP/dpa

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