So will Spotify seine Nutzer in Zukunft belauschen

Schweden - Egal ob harte Rocksongs, emotionale Balladen oder Gute-Laune-Lieder: Die Wahl der passenden Musik ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sie ist auch stark stimmungsabhängig. Und genau das will sich Spotify mit seiner neuen Technologie zunutze machen.

Spotify will in Zukunft noch mehr Daten über seine Nutzer sammeln.
Spotify will in Zukunft noch mehr Daten über seine Nutzer sammeln.  © 123rf/Dmitrii Anikin

Der Streamingdienst hat laut Musicbusinessworldwide ein Patent genehmigt bekommen, das es in sich hat: Mithilfe einer neuen Technologie will der Marktführer die Stimmen seiner Nutzer abhören und aufgrund deren Stimmenlage auf ihre aktuelle emotionale Verfassung schließen.

Dadurch soll der Spotify-Algorithmus in der Lage sein, bessere Musikvorschläge zu liefern.

Klingt die Stimme eines Users beispielsweise traurig, empfiehlt der Streamingdienst ihm eher eine sanfte Ballade als den neusten Party-Kracher.

Angemeldet wurde das Patent schon 2018. Doch erst jetzt kann es in Kraft treten.

In den damaligen Anmeldepapieren heißt es, dass die neue Technologie, die Spotify anwenden will, auf Audiosignale wie Stimmlage und Umgebungsgeräusche reagieren kann.

Die individuellen Empfehlungen sollen sich damit nicht nur an die Stimmung eines Nutzers, sondern auch an deren Setting anpassen können - je nachdem, ob man gerade allein oder mit mehreren Personen zusammensitzt oder eine Party veranstaltet.

Spotify will persönliches Profil seiner Abonnenten erstellen

Dank einer neuen und bereits patentierten Technologie will der Streamingdienst in Zukunft die Stimmen seiner User auswerten.
Dank einer neuen und bereits patentierten Technologie will der Streamingdienst in Zukunft die Stimmen seiner User auswerten.  © 123rf/Bernardo Ramonfaur

Wie die BBC berichtet, soll die patentierte Technologie es Spotify ermöglichen, allein aufgrund der Stimme auf Alter, Geschlecht und den Dialekt der User schließen zu können.

"Die momentanen Wege, um die Geschmäcker unserer User herauszufinden, sind einfach nicht zufriedenstellend, da Nutzerinnen und Nutzer mühsam und von Hand Fragebögen ausfüllen müssen", so der Streamingdienst.

Damit will das schwedische Unternehmen ein umfassendes Profil seiner Abonnenten erstellen, in dem unter anderem musikalische Vorlieben, Alter und Herkunft gespeichert werden. Anhand dieser Daten soll es der Musik-Plattform gelingen, besser passende Werbung, Musik oder Podcasts zu empfehlen.

Doch wie geht das Unternehmen mit derart sensiblen Daten um?

"Wir verstehen, dass der digitale Fingerabdruck einer Person, eine äußerst private und sensible Sache ist. Daher muss damit sehr vorsichtig und mit viel Überlegung umgegangen werden. Wir versichern, dass wir keine Anwendungen veröffentlichen, die nicht den ethischen Standards entsprechen oder nicht ausreichend transparent sind", heißt es auf ihrer Internetseite.

Wann genau die neue Technologie zum Einsatz kommen soll, ist noch nicht bekannt.

Titelfoto: 123rf/Bernardo Ramonfaur

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