Tanz gegen Corona: Münchner Club findet Trick gegen Party-Verbot

München - Clubs und Discotheken stehen wegen der Situation mit der schnellen Ausbreitung des Coronavirus vor einer besonderen Herausforderung.

Kein Ärger, kein Mindestalter, aber auch keine Drinks - dafür Live Musik für alle. (Symbolbild)
Kein Ärger, kein Mindestalter, aber auch keine Drinks - dafür Live Musik für alle. (Symbolbild)  © 123rf/Volodymyr Melnyk

Einerseits dürfen sie - was aus rationaler Sicht absolut richtig ist - nicht mehr öffnen.

Andererseits wollen die Gäste natürlich weiterhin unterhalten werden, Musik hören, tanzen, mit Leuten reden.

Das "Harry Klein" in München hat einen Trick gefunden, trotz gesetzlich verordneter geschlossener Türen die Tanzwütigen bei Laune zu halten.

Am Mittwochabend, ab 21 Uhr, weihen sie mit ihren Resident-DJs die neue queere Mittwochsparty "Garry Klein" ein. Mit einer kleinen aber feinen Änderung.

Die Künstler Noè, Janisha Jones und Natanael Megersa werden zwar bis 1 Uhr an den Plattentellern für dröhnende Beats sorgen, die Visuals werden die Stimmung passend untermalen, der Club selbst jedoch bleibt geschlossen.

Trotzdem können nicht nur alle in Feierlaune daran teilnehmen, es wird sogar weder mit Polizei, Politik oder Nachbarn ein Problem geben.

Dank Live Stream mittendrin trotz außenvor

Vom heimischen Abspielgerät aus kann man dem Treiben im "Harry Klein" folgen und mitfeiern. (Symbolbild)
Vom heimischen Abspielgerät aus kann man dem Treiben im "Harry Klein" folgen und mitfeiern. (Symbolbild)  © 123rf/Roman Kosolapov

"Wir wissen ja nicht, wie lange diese Situation anhalten wird, wollen aber unseren Gästen und Neugierigen etwas bieten. Schon allein aus Promogründen, damit wir nicht vergessen werden", gesteht Peter Fleming, Mitverantwortlicher im "Harry Klein", auf TAG24-Nachfrage.

"Also mussten wir eben kreativ werden." Um 21 Uhr drücken nicht nur die Discjockeys auf den Power-Knopf ihres Mischpultes, auch die anwesenden Techniker starten dann den Live Stream via Facebook und YouTube.

So kann jeder, der Lust auf die Party hat, zu der Musik tanzen und sich im Chat mit Gleichgesinnten unterhalten. Umsatz wird der Laden jedoch dadurch keinen generieren.

"Wir werden keine Spenden sammeln. Alle Beteiligten, von den DJs bis zu den Technikern, machen das auf eigene Kosten. Wir arbeiten ja auch zusammen, wenn es gut läuft und wir Geld verdienen. Also halten wir jetzt erst Recht zusammen", so Fleming.

Im Club wurden Kameras installiert, die die Künstler an den Turntables im Blick behalten. Zu Hause kann man dann über Fernseher, Computer oder Smartphone zusehen - und eben auch zuhören.

Mit dieser kreativen Idee versucht das "Harry Klein", seinen Gästen ein Stück der Normalität ins Wohnzimmer zu senden. Um die Drinks muss man sich jedoch selber kümmern. 

Alle Infos im +++ Coronavirus-Liveticker +++ oder im +++ Coronavirus-Bayern-Ticker +++

Titelfoto: 123rf/Volodymyr Melnyk

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