Klage gegen Serienhit "Das Damengambit": "Netflix hat dreist und wissentlich gelogen"

Kalifornien - Schachspielerin Nona Gaprindaschwili (80) findet, "Das Damengambit" sei "grob sexistisch und herablassend" und zieht deswegen gegen Netflix vor Gericht.

Nona Gaprindaschwili (80) spielt seit ihrem 13. Lebensjahr Schach.
Nona Gaprindaschwili (80) spielt seit ihrem 13. Lebensjahr Schach.  © IMAGO / Kohlmeyer

"Das Damengambit" wurde für Netflix im vergangenen Herbst zum Überraschungserfolg und könnte bei den anstehenden Emmys groß abräumen.

Immerhin ist die Miniserie gleich siebenmal für den begehrten Fernsehpreis nominiert.

Doch einer dürfte das ganz und gar nicht gefallen: Die georgische Schachspielerin Nona Gaprindaschwili hat den Streaming-Riesen auf fünf Millionen US-Dollar (rund 4.26 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt.

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Die Darstellung ihrer Person sei "sexistisch und herabsetzend", heißt es in der Klageschrift, die die Schach-Ikone bei einem kalifornischen Gericht eingereicht hat, berichtet Deadline.

Weiterhin soll die Serie über Gaprindaschwilis Erfolge "dreist und wissentlich" gelogen haben: "Bis 1968, dem Jahr, in dem diese Folge spielt, trat sie gegen mindestens 59 männliche Schachspieler an, darunter mindestens zehn Großmeister dieser Zeit".

In der finalen Episode der siebenteiligen Staffel heißt es nämlich unter anderem: "Es gibt Nona Gaprindashwili, aber sie ist die Weltmeisterin in der Kategorie der Frauen und hat noch nie gegen Männer gespielt."

"Das Damengambit" auf Netflix: Nona Gaprindaschwili fälschlicherweise als Russin dargestellt

In der Netflix-Serie spielt Anya Taylor-Joy (24) die fiktive Schachspielerin Elizabeth Harmon.
In der Netflix-Serie spielt Anya Taylor-Joy (24) die fiktive Schachspielerin Elizabeth Harmon.  © Phil Bray/Netflix/dpa

Zudem wird behauptet, die gebürtige Georgierin käme aus Russland.

In einer Erklärung beteuert der Streamingdienst: "Netflix hat nur größten Respekt vor Frau Gaprindashwili und ihrer illustren Karriere, aber wir glauben, dass diese Klage unbegründet ist und werden den Fall energisch verteidigen."

Sollte Gaprindashwili den Prozess gewinnen, fordert sie eine Richtigstellung und Überarbeitung der Serie.

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Die 1941 in Sugdidi geborene Georgierin spielt seit ihrem 13. Lebensjahr Schach. Sieben Jahre später gewann sie zum ersten Mal die Schachweltmeisterschaft der Damen und konnte ihren Titel vier weitere Male verteidigen.

1978 wurde sie als erste Frau vom Internationalen Schachverband zur Großmeisterin erklärt.

Noch heute spielt die 80-Jährige erfolgreiche Turniere in der Altersklasse 65+.

Titelfoto: Phil Bray/Netflix/dpa

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