Netflixserie "Snowpiercer" enttäuscht auf ganzer Linie!

Netz - Schon die holprige Produktionsgeschichte hätte es erahnen lassen können: Die neue Netflixserie "Snowpiercer" kann leider ganz und gar nicht überzeugen!

Die Serie "Snowpiercer" sollte ursprünglich bereits 2018 starten.
Die Serie "Snowpiercer" sollte ursprünglich bereits 2018 starten.  © © TNT

Dabei machen die beiden Vorlagen alles richtig. Die ursprüngliche Idee eines überlangen Zuges - dem "Snowpiercer" - der um die von Umweltkatastrophen geschundene Erde fährt, stammt aus der französischen Graphic Novel "Le Transperceneige" ("Schneekreuzer") und gilt unter Comic-Fans als Meisterwerk.

Der gleichnamige Film von Oscar-Gewinner Bong Joon-ho, der sich an der Comic-Vorlage orientierte, sich aber einige Freiheiten herausnahm, sorgte 2013 trotz vergleichsweise geringem Budget für klingelnde Kinokassen.

Kein Wunder also, dass schnell über eine Serienadaption nachgedacht wurde. 

Diese sollte in den USA ursprünglich schon 2018 auf dem Sender TNT erscheinen, wurde dann aber aufgrund "kreativer Differenzen" um ein Jahr nach hinten verschoben.

Letztendlich kaufte sich Streaming-Gigant Netflix die Rechte und strahlt nun jeden Montag eine neue Folge aus. Zum Auftakt wurden den Zuschauern sogar zwei Episoden spendiert.

Leider hilft auch das wenig, um sich mit dem gebeutelten Serienprojekt anzufreunden.

"Snowpiercer" handelt von Klassenkampf und einer ungelösten Mordserie

Hauptprotagonist Layton (rechts) wird von Melanie Cavill (links) engagiert, um eine ungelöste Mordserie aufzudecken.
Hauptprotagonist Layton (rechts) wird von Melanie Cavill (links) engagiert, um eine ungelöste Mordserie aufzudecken.  © © TNT

Die Handlung fokussiert sich deutlicher auf die französische Vorlage als auf den Film - immerhin bietet diese mehr Material für mögliche kommende Staffeln.

Kein Wunder also, dass auch das Erzähltempo etwas gemächlich ausfällt.

Im Jahr 2031 leben nach schwerwiegenden Umweltkatastrophen, die eine neue Eiszeit ausgelöst haben, nur noch an die 1000 Menschen auf der Erde.

Im vom ominösen Wilford geschaffenen Snowpiercer hat sich in den 1001 Abteilen derweil eine Klassengesellschaft etabliert.

Während die vorderen Waggons dem Luxus frönen, werden die Bewohner der hinteren Abteile unterdrückt.

Hauptprotagonist Layton (Daveed Diggs) ist einer von ihnen. Der ehemalige Polizist wird nun von der oberen Schicht engagiert, um eine mysteriöse Mordserie aufzudecken.

Gleichzeitig erhofft er sich damit, an Informationen zu kommen, um eine Revolution anzuzetteln und das Machtregime zu stürzen.

"Snowpiercer" will zu viele verschiedene Genres bedienen (Thriller, Mystery, Sci-Fi, Drama)

Jennifer Connelly kann als einzige mit ihrer schauspielerischen Leistung überzeugen.
Jennifer Connelly kann als einzige mit ihrer schauspielerischen Leistung überzeugen.  © © TNT

Damit zeigen sich schon die ersten Probleme des eigentlich ambitionierten Projekts. 

Showrunner Graeme Mason versucht in dem Serienplot, viele verschiedene Genres und Handlungsstränge unterzubringen: Neben dem alles beherrschenden Klassenkampf und dem Sci-Fi-Setting soll die Handlung durch die Mordfälle gleichzeitig ein paar Thriller- und Crime-Elemente erhalten.

Dazu kommt noch eine ziemlich unglaubwürdige Liebesgeschichte und die Frage nach der Identität des mysteriösen Wilford, der scheinbar der Strippenzieher hinter allem ist. Oder doch nicht?

Bereits die ersten beiden Episoden sind so vollgepackt mit verschiedenen Handlungssträngen und Figuren, dass der Zuschauer schnell den Überblick verliert und im schlimmsten Fall kapituliert.

Leider bleiben die Protagonisten allesamt blass und austauschbar, obwohl man sich mit Alison Wright ("The Americans") und Jennifer Connelly ("A Beautiful Mind") zwei begnadete Schauspielerinnen geangelt hat.

Zumindest Letztere schafft es, ihre Rolle als Zugführerin Melanie Cavill zur spannendsten in diesem sonst recht belanglosen Personengefüge avancieren zu lassen.

"Snowpiercer" auf Netflix ist die bisher größte Serien-Enttäuschung des Jahres

An die großartigen Darstellungen von Tilda Swinton, Song Kang-ho, Chris Evans und Co. aus dem gleichnamigen Film reicht die Serienadaption aber bei Weitem nicht heran.

Dazu wirkt alles ein bisschen zu gewollt und zu konstruiert.

Immerhin sind die einzelnen Zugabteile abwechslungsreich und kreativ gestaltet, sodass das Ganze immerhin optisch halbwegs beeindrucken kann.

Dennoch erscheint "Snowpiercer" über weite Teile belanglos und kann trotz interessanter Grundprämisse nicht überzeugen.

Für all diejenigen, die das ungewöhnliche Setting spannend finden, sei daher eher die Filmvorlage von Regisseur Bong Joon-ho empfohlen!

Titelfoto: © TNT

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