Politisch inkorrekter Stand-up-Spaß: Patton Oswalts "I Love Everything"

Deutschland - Die meisten kennen ihn vermutlich als "Spence Olchin" aus "King of Queens". Doch der Comedian Patton Oswalt (51) hat einiges mehr zu bieten.

Patton Oswald sucht mit 50 Jahren den Sinn des Lebens in Fastfood-Läden.
Patton Oswald sucht mit 50 Jahren den Sinn des Lebens in Fastfood-Läden.  © Kent Smith/NETFLIX © 2020

Der etliche Mal nominierte und mehrfach ausgezeichnete Schauspieler ist nicht nur ein gern gesehener Gast in TV-Formaten wie "Brooklyn Nine-Nine", "Modern Family" oder "Community", er leiht auch animierten Charakteren seine Stimme. 

Von "Kim Possible" über "Rick & Morty" bis hin zu "Disney's Ratatouille" und "BoJack Horseman" stand er schon unzählige Male im Tonstudio.

Sein humoristisches Talent lebt er jedoch nicht nur für das Fernsehen aus, auch auf der Bühne - vor Live-Publikum - fühlt sich der Stand-up-Künstler wohl.

Seit Dienstag ist nun sein aktuelles Netflix-Special "I love everything" online und bietet rund eine Stunde lang unterhaltsame Geschichten und satirische Blicke auf den Alltag.

Die Show wird mit dem Älterwerden eröffnet, was ihn sehr beschäftigt. Oswalt wolle gar nicht 50 sein. Er will endlich 90 werden, rassistische Aussagen treffen und tot umfallen. Denn 50 sei nichts Besonderes.

Ein Liebesleben wie ein unterbesetzter McDonald's

In seinem Netflix-Special beschäftigt sich Patton Oswalt auch mit dem Älterwerden.
In seinem Netflix-Special beschäftigt sich Patton Oswalt auch mit dem Älterwerden.  © Kent Smith/NETFLIX © 2020

Politisch nicht immer ganz korrekt rechnet er mit verschiedenen Stereotypen ab. Beispielsweise mit jenen Wander-Freunden, die mit übertriebenen Ausrüstungen ihre Umwelt in ein Fitnessstudio umwandeln.

Auch sein Sexleben hinterfragt er kritisch. Während es in seinen 20ern aus den beiden Aktivitäten "Denken" und "Handeln bestand", gleicht es nun einem unterbesetzten McDonald's zur Mittagszeit: Jeder ist mit der Situation überfordert, danach wird man vermutlich sauer aufeinander sein, und der Manager empfiehlt dir, Meth zu nehmen, solltest du welches besitzen.

Er gesteht auch offen, dass er keine passende Überleitung von "Pornografie" zu "Jesus" gefunden habe. Aber das hielt ihn offenbar nicht davon ab, diesen Themensprung ohne Vorwarnung einzubauen. 

Fazit: Mit seinem Rundumschlag gegen die Gesellschaft und seine Mitmenschen nimmt der Comedian kein Blatt vor dem Mund. Seine Kollegen Jim Jefferies, Bill Burr oder Anthony Jeselnik treten die Tür zur politischen Korrektheit ein und brennen sie nieder. 

Patton Oswalt jedoch überschreitet die Grenze und lässt sie einen Spalt offen, um wieder zurückkehren zu können. Bösartig, aber moralisch am Ende doch wieder gesittet bietet diese Netflix-Special eine angenehme Stunde stichelnder Unterhaltung. Im Anschluss präsentiert Oswalt schließlich noch den Künstler Bob Rubin, der als Bonus-Folge zu "I Love Everything" mitveröffentlicht wurde.

Titelfoto: Kent Smith/NETFLIX © 2020

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