Trump nannte ihn "Hurensohn": Colin Kaepernick bekommt Netflix-Serie

San Francisco - Vor knapp drei Jahren kniete sich der damalige NFL-Quarterback Colin Kaepernick (32) vor einem Spiel aus Protest hin. US-Präsident Trump (74) rastete daraufhin aus, nannte den American-Football-Spieler "Hurensohn" (>>> hier zu sehen), feuerte ihn und zerstörte so die NFL-Karriere des Sportlers. Seitdem war Kaepernick ohne Vertrag. Das änderte sich nun.

25. September 2016, Seattle: Colin Kaepernick (32), damals Quarterback bei den San Francisco 49ers', kniet während der Nationalhymne vor einem NFL Fußballspiel gegen die Seattle Seahawks.
25. September 2016, Seattle: Colin Kaepernick (32), damals Quarterback bei den San Francisco 49ers', kniet während der Nationalhymne vor einem NFL Fußballspiel gegen die Seattle Seahawks.  © Ted S. Warren/AP/dpa

Kaepernick hat seit 2016 nicht mehr in der Football-Liga gespielt, weil er damals gegen die Rassenungleichheit in den USA protestierte.

Doch jetzt soll sich der 32-Jährige laut "CBS Sports" für eine sechsteilige Serie über seine Highschool-Jahre mit Netflix zusammengetan haben. Titel: "Colin in Black & White".

Die Regie übernimmt Ava DuVernay (47), die bereits die Netflix-Serie "When They See Us" inszenierte und mitschrieb.

In der Serien soll es um die Einflüsse und Umstände gehen, die Kaepernick dazu brachten, sich gegen soziale Ungerechtigkeit in der Welt zu engagieren.

Die Dreharbeiten könnten demnach bereits im Herbst stattfinden.

"Mit seinem Protest hat Colin Kaepernick ein nationales Gespräch über Rasse und Gerechtigkeit mit weitreichenden Konsequenzen für Fußball, Kultur und für ihn persönlich entzündet", sagte DuVernay in einer Erklärung zum Projekt. 

Und weiter: "Colins Geschichte hat viel zu sagen über Identität, Sport und den anhaltenden Geist des Protests und des Widerstandes. Ich könnte nicht glücklicher sein, als diese Geschichte mit dem Team von Netflix zu erzählen."

Soziale Ungerechtigkeit und Polizeibrutalität sind noch immer Thema

Wenige Tage später gleich nochmal: 2. Oktober 2016, Santa Clara: v.l.: San Francisco 49ers Linebacker Eli Harold, Quarterback Colin Kaepernick und Safety Eric Reid knien bei der Nationalhymne vor einem NFL Fußball-Spiel gegen die Dallas Cowboys.
Wenige Tage später gleich nochmal: 2. Oktober 2016, Santa Clara: v.l.: San Francisco 49ers Linebacker Eli Harold, Quarterback Colin Kaepernick und Safety Eric Reid knien bei der Nationalhymne vor einem NFL Fußball-Spiel gegen die Dallas Cowboys.  © Marcio Jose Sanchez/AP/dpa

"Wir sehen zu oft Rassengeschichten, die durch eine weiße Linse dargestellt werden", sagte Kaepernick. "Wir versuchen, den unterschiedlichen Realitäten, mit denen Schwarze konfrontiert sind, eine neue Perspektive zu geben. 

Gezeigt werden sollen auch "die Rassenkonflikte, mit denen ich als adoptierter Schwarzer in einer weißen Gemeinde während meiner Schulzeit konfrontiert war", fügte Kaepernick hinzu. "Es ist eine Ehre, diese Geschichten in Zusammenarbeit mit Ava zum Leben zu erwecken, damit die Welt sie sehen kann."

Das Thema soziale Ungerechtigkeit und Polizeibrutalität ist nach der Ermordung von George Floyd (†46) im Mai durch einen Polizisten in Minnesota zu einem noch größeren Thema in den USA geworden. Die wochenlangen Proteste dauern noch immer an.

Titelfoto: Rick Scuteri/AP/dpa, Ted S. Warren/AP/dpa, Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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