Hamburg - Er ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Mit dem Triumph bei den French Open erfüllte sich Tennisstar Alexander Zverev (29) endlich den langersehnten Traum eines Grand-Slam-Titels. Kurz darauf sorgte er jedoch mit einem abgebrochenen Interview für Aufsehen.
Nach dem größten Erfolg seiner Karriere sprach der gebürtige Hamburger mit der renommierten französischen Sportzeitung "L'Équipe" über den besonderen Turniergewinn und den langen, steinigen Weg dorthin.
Thema waren dabei demnach auch die wichtigsten Menschen in Zverevs Leben sowie seine Diabetes-Erkrankung, die den 29-Jährigen schon seit Kindesalter begleitet, die der Olympiasieger von 2021 aber erst vor wenigen Jahren öffentlich gemacht hatte.
Die Atmosphäre bei dem Gespräch sei laut der Zeitung "unbeschwert und sogar herzlich" gewesen - bis diese eine Frage gekommen sei und der Tennisstar das Interview plötzlich abgebrochen habe.
Der Reporter habe demnach die Vorwürfe häuslicher Gewalt durch zwei ehemalige Partnerinnen des Deutschen und die damit einhergehenden Vorbehalte eines Teils der Öffentlichkeit und der Medien thematisiert.
Zverev wiederum habe daraufhin empört reagiert und dem Interviewer geantwortet: "Sie wissen doch, dass sich die Anschuldigungen als falsch herausgestellt haben?" Mit den Worten "Ich denke, wir sollten aufhören, so ist es besser" habe der Hamburger das Gespräch anschließend beendet.
"L'Équipe" würdigt Alexander Zverev nicht so wie seine Vorgänger
Im Juni 2024 war ein Prozess wegen angeblicher Körperverletzung eingestellt worden. Der zweifache ATP-Weltmeister zahlte 200.000 Euro und entging einer Verurteilung. Die Zustimmung zur Zahlung kam aber keinem Schuldeingeständnis gleich, Zverev gilt als unschuldig.
Die "L'Équipe" stellte dennoch die Frage, ob man den Deutschen wie jeden anderen Grand-Slam-Sieger behandeln und dabei die Vorwürfe aus der Vergangenheit unbeachtet lassen sollte.
Die Verantwortlichen der Zeitung beantworteten diese Frage für sich offenbar mit einem Nein. Anders als in den vergangenen Jahrzehnten war der French-Open-Champion am Montag in der gedruckten Ausgabe des Blattes nicht übergroß auf der Titelseite zu sehen, sondern nur klein oben links.