Tennis-Star Alexander Zverev kündigt Comeback für Davis Cup in Hamburg an

Hamburg - Er ist zuversichtlich! In gut fünf Wochen findet am Hamburger Rotherbaum der Davis Cup statt, mit dabei auch der deutsche Top-Star Alexander Zverev (25).

Tennis-Star Alexander Zverev (25) stattete seiner Heimatstadt Hamburg am Donnerstag einen kurzen Besuch ab.
Tennis-Star Alexander Zverev (25) stattete seiner Heimatstadt Hamburg am Donnerstag einen kurzen Besuch ab.  © TAG24/Robert Stoll

Der gebürtige Hamburger war am Donnerstag in seiner Heimatstadt recht zuversichtlich, dass er an dem Team-Event teilnehmen kann. "Ich denke, das ist überhaupt keine Frage in meinem Kopf, dass ich beim Davis Cup dabei sein werde", erklärte der 25-Jährige während einer Pressekonferenz.

Nach dem Sieg über Brasilien im Frühjahr hatte sich Zverev gemeinsam mit dem Deutschen Tennisbund (DTB) dafür starkgemacht, dass die Gruppenspiele der deutschen Mannschaft in Hamburg stattfinden werden. "Das möchte ich nicht verpassen und ich denke, keiner von uns Jungs möchte das verpassen", gab die aktuelle Nummer zwei der Welt zu.

Denn es sei aus seiner Sicht schon etwas anderes, als ein normales ATP-Turnier zu Hause zu spielen. "Es wird ein Highlight für mich dieses Jahr sein", gab er offen zu. Vor allem, wenn die rund 10.000 Zuschauer, die ins Stadion am Rotherbaum passen, das Team unterstützen werden.

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"Ich bin in Hamburg geboren, ich bin in Hamburg aufgewachsen, habe bis zu meinem 19. Lebensjahr in Hamburg gewohnt, wenn [ich] wohnen kann", betonte er. Schließlich reise er elf Monate im Jahr um die Welt.

Davis-Cup-Direktor David Ferrer traut deutschem Team den Sieg zu

Turnier-Direktor und Ex-Spieler David Ferrer (40) traut der deutschen Mannschaft im Davis Cup viel zu.
Turnier-Direktor und Ex-Spieler David Ferrer (40) traut der deutschen Mannschaft im Davis Cup viel zu.  © TAG24/Robert Stoll

Und das Ziel für die Woche in seiner Heimatstadt ist klar: Zverev und das deutsche Team wollen in die Finals im November nach Malaga. "Wir haben starke Gegner (Anm. d. Red.: Belgien, Australien und Frankreich), aber wir haben auch eine starke Mannschaft", war sich der 25-Jährige sicher. "Wir können schon gegen die besten Nationen der Welt gewinnen."

Das sah auch Turnier-Direktor und Ex-Zverev Trainer David Ferrer (40), der den Davis Cup als aktiver Spieler selbst dreimal gewinnen konnte, so. "Du brauchst einen Top-Einzelspieler und ein starkes Doppel. Das haben sie" betonte der Spanier. "Ich bin sicher, dass sie die Chance haben, den Davis Cup zu gewinnen."

Beide standen sich 2018 sogar im direkten Duell gegenüber, Zverev gewann überraschend klar in drei Sätzen mit 6:4, 6:2, 6:2. "Da habe ich keine so guten Erinnerungen daran", sagte Ferrer.

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In Hamburg wird im September erstmals mit geschlossenem Dach auf Hartplatz gespielt. "Da ist die Atmosphäre immer noch ein bisschen besser und lauter", warf der Tennis-Spieler einen Blick voraus.

Ob Zverev zuvor auch noch die US Open spielen wird, steht noch in den Sternen. "Ich habe mir drei Bänder komplett gerissen und vier weitere verletzt, das ist schon brutal gewesen", gab er zu. Von daher sei er froh, schon wieder auf dem Platz stehen zu können.

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Der 25-Jährige genoss den Blick auf die Alster und seine Heimatstadt.
Der 25-Jährige genoss den Blick auf die Alster und seine Heimatstadt.  © TAG24/Robert Stoll

"Ein Best-of-five-Turnier am Anfang zu spielen ist schwierig, momentan bin ich mir nicht sicher", erklärte der 25-Jährige, der schon wieder fleißig am Trainieren ist. In rund zehn Tagen könne er eine Einschätzung geben, so Zverev, der auch noch einmal auf seine Diabetes-Erkrankung angesprochen wurde.

"Ich fühle mich wohler damit. Als Kind und Jugendlicher habe ich mich extrem unwohl gefühlt und wurde in der Schule stark gehänselt", gab er zu. Doch seine Erfolge haben ihm Mut und Selbstvertrauen gegeben. "Ich kann schon sagen, dass man mit dieser Erkrankung viel erreichen kann, und möchte Eltern und Kindern Mut machen, dass sie sich keine Limits setzen sollen."

Wenn er und seine Eltern auf Ärzte und andere Leute gehört hätten, würde er nicht dort sein, wo er jetzt sei, sondern würde ein anderes Leben führen. Er selbst habe seine Geschichte sehr gut unter Kontrolle. Während der Spiele hat er ein kleines Gerät in der Tasche, das ihm seinen Zuckerwert anzeigt. "Manchmal gehe ich auf Toilette und muss mich spritzen, manchmal muss ich die Gels nehmen", erklärte Zverev, der nur selten bei langen und kräftezehrenden Matches davon beeinflusst wird.

Doch das ist für ihn momentan fast Nebensache, denn an erster Stelle steht immer noch die Rückkehr auf den Tennisplatz.

Titelfoto: TAG24/Robert Stoll

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