#allesdichtmachen: Wayne Carpendale schämt sich für Schauspiel-Kollegen

München - Über 50 der bekanntesten Schauspieler und Schauspielerinnen Deutschlands sorgen mit einer Internet-Aktion für Wirbel. Stars wie Heike Makatsch (49), Jan Josef Liefers (56) und Ulrike Folkerts (59) kritisieren mit Videos die Corona-Politik der Bundesregierung. Wayne Carpendale (44) schämt sich für seine Kollegen, sagt aber auch klar: "Kritik und Meinung müssen wir aushalten!"

Wayne Carpendale (44) hat die Aktion "#allesdichtmachen" kritisiert.
Wayne Carpendale (44) hat die Aktion "#allesdichtmachen" kritisiert.  © Instagram/Wayne Carpendale

Unter dem Hashtag "#allesdichtmachen" wurden die Clips am Donnerstagabend in sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter und YouTube geteilt. Auf ironisch-sarkastische Art stellen die Künstler darin die Lockdown-Regeln und die Berichterstattung in der Corona-Krise infrage.

"Danke an alle Medien unseres Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört: nämlich ganz, ganz oben. Und dafür sorgen, dass kein unnötiger, kritischer Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung", meint etwa Tatort-Star Jan Josef Liefers darin.

Auch Wayne Carpendale setzte sich in der Vergangenheit durchaus kritisch mit einigen Corona-Maßnahmen auseinander. So machte er sich zum Beispiel über das in Bayern zeitweise geltende Verweilverbot mit einem Comic lustig.

Mit den "#allesdichtmachen"-Videos seiner Kollegen kann der 44-Jährige allerdings nicht viel anfangen, wie er verrät...

#Allesdichtmachen-Video auf YouTube

Wayne Carpendale mit differenzierter Kritik zu "allesdichtmachen"-Videos

Wayne Carpendale setzte sich in der Vergangenheit kritisch mit der Corona-Politik auseinander. (Archiv)
Wayne Carpendale setzte sich in der Vergangenheit kritisch mit der Corona-Politik auseinander. (Archiv)  © Henning Kaiser/dpa

"Gerade wünsche ich mir einfach nur, ich hätte einen anderen Beruf gewählt", schreibt der Schauspieler auf Instagram.

"Wer sich für meinen Account interessiert, weiß, wie sehr ich Ironie mag und wie oft ich in den letzten Monaten hier viele Lockdown-Maßnahmen und die dafür verantwortlichen Politiker und Medienmacher (auch ironisch) kritisiert habe. Kritik und Meinung müssen wir aushalten!!! Da gibt es für mich keine Gegenmeinung!"

Carpendale hält es für falsch, die Stars, "die sich zu dieser Aktion haben hinreißen lassen, in die Querdenker- oder gar rechte Ecke zu stellen, nur weil sie Applaus auch von den Falschen kriegen".

Außerdem zeige der Wirbel um die Videos, "dass man mit der Aktion ins Wespennest gestochen hat - für manch Künstler eine Berufsdefinition".

Doch der in München wohnende Schauspieler stellt auch klar: "Eine Meinung ist eine Meinung! Eine Kampagne hingegen und die Art, wie diese hier inszeniert ist, will um jeden Preis wichtig sein. Das wirkt wie ein egoistischer Fehltritt, in einer Zeit, in der es mehr denn je um die Gemeinschaft geht."

Wayne Carpendale kritisiert Allesdichtmachen-Aktion

"Ob sie vielleicht in diesem schicken, weißen Berlin Mitte-Loft ein bisschen zu viel Lack gesoffen haben"

Ironie ohne Selbstironie sei arrogant. Die Aktion findet Carpendale unterm Strich "einfach plump".

Sein Statement, das er mit den Hashtags "#ichversinkimboden" und "#fassungslos" versehen hat, schließt der Familienvater mit deutlichen Worten in Richtung seiner Schauspiel-Kollegen:

"Und wenn dann auch noch die Angst von Menschen verhöhnt, Geräusche von Beatmungsgeräten nachgeäfft und alle Maßnahmen über einen Kamm geschert, lächerlich gemacht werden, dann fragt man sich, ob sie vielleicht in diesem schicken, weißen Berlin Mitte-Loft ein bisschen zu viel Lack gesoffen haben... oder ob ihnen einfach nur langweilig war. Bitte lass es den Lack sein!"

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa + Instagram/Wayne Carpendale (Montage)

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