Attila Hildmann macht sich über Staatsanwaltschaft lustig: "Sonnige Grüße aus der Türkei"

Berlin - Twitter-User hatten es schon länger vermutet und auch die Staatsanwaltschaft geht mittlerweile davon aus: Attila Hildmann (39) ist in die Türkei geflüchtet.

Attila Hildmann spricht vor der russischen Botschaft bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Der Wut-Koch ist inzwischen in die Türkei geflüchtet.
Attila Hildmann spricht vor der russischen Botschaft bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Der Wut-Koch ist inzwischen in die Türkei geflüchtet.  © Kay Nietfeld/dpa

Gegen den Verschwörungsideologen wird schon seit Monaten wegen Volksverhetzung ermittelt. Dass bei seinen Drohungen gegen Politiker sowie seinen antisemitischen und rassistischen Aussagen früher oder später die Polizei vor der Tür stehen wird, schien auch der Wut-Koch zu ahnen.

Er kam der Staatsanwaltschaft zuvor und flüchtete. Bereits vor einem Monat ließ der nach eigenen Aussagen "ultrarechte" 39-Jährige sein Haus in Wandlitz ausräumen.

"Mit der zeitnahen Vollstreckung des Haftbefehls wegen dringenden Verdachts der Volksverhetzung, der öffentl. Aufforderung zu Straftaten u. Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ist nicht zu rechnen", twitterte die Berliner Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Das ist auch dem Netz-Wüterich nicht verborgen geblieben.

Die Antwort folgte prompt: "Das tut mir leid für Sie, aber wir können uns ja noch über Twitter austauschen, ich folge Ihnen hier und würde mich freuen, wenn Sie mir auch folgen würden! Sonnige Grüße aus der Türkei!"

Der Kochbuchautor besitzt demnach neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit. Will man seiner Ankündigung Glauben schenken, könnte sich das schon bald ändern. Er will den deutschen Pass abgeben und noch nur noch den türkischen Pass behalten.

Attila Hildmann flüchtet vor "Corona-Diktatur" in die Türkei

Generell könnte es ein längerer Aufenthalt werden. "Bis Deutschland wieder frei ist bleibe ich in meiner Blutsheimat der Türkei, es ist meine wahre Heimat und Boden!", twitterte der selbst ernannte Verschwörungsprediger.

Dass Hildmann, der in seinen Schwurbler-Videos oder bei seinen Demonstrationen immer wieder vor der Corona-Diktatur gewarnt hatte, nun extra in die Türkei geflohen ist, bringt eine gewisse Ironie mit sich. Die ist auch Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir (55) aufgefallen.

"Glück für Attila #Hildmann. Jetzt kann er endlich mit Fug & Recht behaupten, in einer Diktatur angekommen zu sein. Ob Erdogan ihn allerdings demonstrieren lässt", stichelt der Politiker bei Twitter.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

Mehr zum Thema Attila Hildmann:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0