Attila Hildmann soll sich in die Türkei abgesetzt haben

Berlin - Bereits vor Wochen sorgte ein Foto in seinem Telegram-Kanal für Spekulationen, nun verdichten sich die Hinweise nach dem Aufenthaltsort von Attila Hildmann (39): Der per Haftbefehl gesuchte Verschwörungsideologe hält sich offenbar in der Türkei versteckt.

Attila Hildmann (39) wird im Mai 2020 bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude von Polizisten abgeführt.
Attila Hildmann (39) wird im Mai 2020 bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude von Polizisten abgeführt.  © Christophe Gateau/dpa

Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft nach ersten Erkenntnissen am Donnerstag via Twitter mit.

"Mit der zeitnahen Vollstreckung des Haftbefehls wegen dringenden Verdachts der Volksverhetzung, der öffentl. Aufforderung zu Straftaten u. Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ist nicht zu rechnen", ist in dem Tweet der Behörde weiter zu lesen. Hildmann habe neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.

In dem Ermittlungsverfahren gegen den früheren Kochbuchautor überprüft die Berliner Anklagebehörde seit einiger Zeit mehr als 1000 Äußerungen. Das Verfahren dauert.

Es geht dabei neben dem Verdacht auf Volksverhetzung um den Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Hildmann nennt sich selbst "ultrarechts" und einen Verschwörungsprediger.

Im Dezember vergangenen Jahres war per richterlichem Beschluss in Berlin erwirkt worden, dass die Staatsanwaltschaft mehrere Laptops, Handys, Speicherkarten und USB-Sticks des 39-Jährigen auswerten kann.

Vor gut einem Monat ließ der selbst ernannte Vegan-Papst sein Haus im brandenburgischen Wandlitz leerräumen (TAG24 berichtete). Hildmann teilte damals nur via Telegram mit: "Bin seit ein paar Wochen im wohlverdienten Urlaub! Was will man aktuell in Mao-Merkels BRD-Gulag?"

Hildmann war wiederholt bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen aufgetreten. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft soll aufgeklärt werden, ob und in welchem Umfang der 39-Jährige durch seine Äußerungen die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten und sich strafbar gemacht haben könnte.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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