Berliner Justiz sucht Maulwurf: Wer hat Attila Hildmann gewarnt?

Berlin - Mit seinen Drohungen gegen Politiker, Corona-Geschwurbel, sowie rassistischen und antisemitischen Aussagen schaffte es Attila Hildmann (40) ins Visier der Berliner Staatsanwaltschaft. Seit Monaten wird wegen Volksverhetzung gegen ihn ermittelt.

Attila Hildmann (40) spricht vor der russischen Botschaft bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Der Wut-Koch ist inzwischen in die Türkei geflüchtet.
Attila Hildmann (40) spricht vor der russischen Botschaft bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Der Wut-Koch ist inzwischen in die Türkei geflüchtet.  © Kay Nietfeld/dpa

Als die Behörde schließlich genug Beweise gesammelt hatte, war der Verschwörungsideologe bereits verschwunden. Er hatte sich offenbar in die Türkei abgesetzt.

"Wir können uns ja noch über Twitter austauschen, ich folge Ihnen hier und würde mich freuen, wenn Sie mir auch folgen würden! Sonnige Grüße aus der Türkei!", höhnte der Wut-Koch via Twitter. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, dass mit einer "zeitnahen Vollstreckung des Haftbefehls" nicht zu rechnen sei.

Offenbar wusste der Kochbuchautor bereits von dem Haftbefehl - noch vor der Staatswanwaltschaft. Das ergaben zumindest Recherchen des WDR und der Süddeutschen Zeitung.

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Der Verdacht: ein Insider hatte den 40-Jährigen gewarnt. Demnach wurde der Haftbefehl Anfang des Jahres beantragt. Am Nachmittag des 19. Februars (einem Freitag) entschied schließlich die Haftrichterin über den Antrag. Da sich viele Justizmitarbeiter bereits ins Wochenende verabschiedet hatte, erfuhr die Staatsanwaltschaft erst am Montag von dem Haftbefehl.

Hildmann war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr in seinem Anwesen in Wandlitz zu finden. In der Nacht zu Sonntag teilte der selbsternannte "Ultrarechte" seinen Anhängern bei Telegramm mit, dass "ein Haftbefehl wegen des Aussprechens der Wahrheit vorliegt" und er nun "dringend untertauchen" müsse.

Hatte Attila Hildmann einen Tippgeber aus der Berliner Justiz?

Hatte er einen Tippgeber? Der Fall beschäftigt nun die Berliner Staatsanwaltschaft. Ermittelt wird wegen Verrats von Dienstgeheimnissen gegen Unbekannt. Wer das sein könnte, ist unklar. Der Kreis gelte aber als überschaubar.

Klar ist: Auch ohne einen vermeintlichen Informanten hätte der Haftbefehl nicht vollstreckt werden können. Hildmann soll bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres Deutschland verlassen haben. Da der Corona-Schwurbler auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, rechnen die Behörden auch nicht mit einer Auslieferung.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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