Burkini oder oben ohne im Freibad? Doris Dörrie hat klare Meinung

Berlin - Regisseurin Doris Dörrie (67) lässt ihren neuen Kinofilm im Freibad spielen - ist nach eigenen Worten früher aber eine Weile nur ungern schwimmen gegangen.

Doris Dörries (67) Film "Freibad" kommt am 1. September ins Kino.
Doris Dörries (67) Film "Freibad" kommt am 1. September ins Kino.  © Soeren Stache/dpa

"Als Teenager fand ich das furchtbar. Weil ich, wie alle jungen Frauen, den Blicken der Jungs ausgesetzt war. Aber auch denen der anderen Mädchen und Frauen", sagte sie der "Berliner Morgenpost" am Sonntag. "Das habe ich als sehr verletzend erlebt, und so ganz kommt keine Frau über die Bewertungen ihres Körpers hinweg. Heute ist es mir allerdings wurscht, und ich gehe mit großer Hingabe ins Freibad."

Ihr Film "Freibad" kommt am 1. September ins Kino. Laut Ankündigung spielt er in einem Frauenfreibad. Dort bade Frau oben ohne, im Bikini, Badeanzug oder Burkini. "Das führt immer wieder zu Reibereien, die die überforderte Bademeisterin nicht so ganz im Griff hat", heißt es in der Ankündigung.

Das Freibad sei vielleicht eine herrliche Metapher auf dieses Land und auf die Demokratie, sagte Dörrie.

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"Wir glauben ja meist von uns selbst, wahnsinnig tolerant zu sein, sind es aber vielleicht gar nicht, wenn man in der Praxis auf engem Raum aufeinanderprallt."

"Es ist doch fast egal, was man sagt, einen Shitstorm riskiert man so oder so"

Ob Burkini oder oben ohne - sollte das nicht jeder selbst entscheiden dürfen? "Aber unbedingt! Solange es selbstbestimmt ist. Leider, und das ist der tragische Untergrund dieses Films, sind wir ja wieder in alte Zeiten gerutscht, wo ständig über den Körper der Frau bestimmt wird", sagte die Filmemacherin ("Kirschblüten - Hanami", "Grüße aus Fukushima"). "Was da gerade in Amerika mit dem Abtreibungsrecht passiert ist, hätte ich mir nie träumen lassen."

Auf die Frage, ob sie etwa Angst vor einem Shitstorm habe, die Kopftuchdebatte sei auch bei uns ein heißes Eisen, sagte Dörrie: "Es ist doch fast egal, was man sagt, einen Shitstorm riskiert man so oder so." Aber es stimme schon, viele Finanziers hätten Schiss gehabt.

"Die große Gefahr ist aber doch die: Wenn wir so zahm werden und so weichgespült, dass wir uns Konflikten gar nicht mehr aussetzen, sie gar nicht mehr miteinander austragen wollen, sondern alles nur noch unter den Teppich kehren - dann habe ich Angst, dass die Konflikte darunter umso heftiger brodeln."

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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