Bushido im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker: "Waffen spielten eine Rolle"

Berlin - Der Rapper Bushido hat im Prozess gegen seinen langjährigen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker von einer Schusswaffe gesprochen, die er im Umfeld des Clanchefs wahrgenommen habe.

Vor Gericht spricht Bushido (42) über die Rolle von Waffen im Umfeld Arafat Abou-Chakers (44).
Vor Gericht spricht Bushido (42) über die Rolle von Waffen im Umfeld Arafat Abou-Chakers (44).  © dpa/dpa pool

Vor allem einer der Brüder Abou-Chakers habe die aus seiner Sicht scharfe Waffe getragen, sagte der Musiker am Montag vor dem Landgericht Berlin. "Waffen spielten eine Rolle", so der Zeuge mit dem bürgerlichen Namen Anis Ferchichi. Bei Touren seien "Dinge wie Totschläger Standardrepertoire gewesen". Er selbst aber habe nie eine Waffe bei sich geführt. "Ich bin Pazifist", so der 42-Jährige.

Der Rapper ist in dem Verfahren Zeuge und Nebenkläger. Die Anklage geht davon aus, dass es zu Straftaten zu seinem Nachteil gekommen sei, nachdem Bushido 2017 die langjährigen Geschäftsbeziehungen aufgelöst habe.

Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen. Bushido soll bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein.

Dem 44-jährigen Clanchef werden unter anderem versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Drei seiner Brüder sind mitangeklagt.

Bushido: Beziehung zu Arafat Abou-Chaker glich "Zwangsheirat"

Der Rapper will Arafats Bruder mit einer Schusswaffe gesehen haben.
Der Rapper will Arafats Bruder mit einer Schusswaffe gesehen haben.  © dpa/dpa pool

Bushido steht seit Ende August im Zeugenstand. Er hatte die Beziehung zu Arafat Abou-Chaker mit einer "Zwangsheirat" verglichen. Der Clanchef habe an ihm viel verdient. "Sehr dominant" sei Arafat Abou-Chaker aufgetreten, schilderte Bushido am inzwischen 14. Prozesstag weiter. Auf ihren Touren sei es auch zu Gewalt gekommen. Arafat Abou-Chaker habe sich aber "nicht selber die Hände schmutzig gemacht".

Von einer Schusswaffe wisse er, sagte Bushido weiter. Er habe sie bei einer Fahrt im Tourbus gesehen. Aus seiner Sicht habe es sich nicht um eine Schreckschusswaffe gehandelt. Das habe er aus Äußerungen geschlossen. "Würde es Stress mit irgendwelchen Gruppierungen geben, sei man handlungsfähig", habe es geheißen.

Der Prozess wird am 18. November fortgesetzt. Wegen einer Corona-Infektion von Bushido war zuvor eine zweiwöchige Zwangspause eingelegt worden.

Titelfoto: dpa/dpa pool

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