Prozess gegen Arafat Abou-Chaker: Bushidos Verhörung verzögert sich erneut

Berlin – Im Prozess gegen den Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder muss der Rapper Bushido weiter auf seine Befragung warten

Bushidos (41) Aussage im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker (44) verzögert sich erneut. (Archiv)
Bushidos (41) Aussage im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker (44) verzögert sich erneut. (Archiv)  © dpa/zb/Paul Zinken

Bis zum Mittwochmittag blieb nach einem Antrag der Verteidiger offen, ob noch am inzwischen dritten Verhandlungstag am Landgericht der Hauptstadt mit der Vernehmung des 41-jährigen Zeugen begonnen werden kann.

Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, wurde umringt von Personenschützern mit Sturmhauben in den Gerichtssaal gebracht. Er ist in dem Verfahren um versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue das mutmaßliche Opfer und auch Nebenkläger.

Bushido und der 44-jährige Arafat Abou-Chaker, Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, waren über Jahre hinweg Partner im Musikgeschäft. Laut Anklage soll es zu Straftaten gekommen sein, nachdem Bushido 2017 die geschäftlichen Beziehungen aufgelöst habe. 

Bushidos Vernehmung soll am Nachmittag beginnen

Arafat Abou-Chaker im Berliner Landgericht. (Archiv)
Arafat Abou-Chaker im Berliner Landgericht. (Archiv)  © dpa/Christophe Gateau

Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert.

Der Rapper sei im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und verletzt worden. Der Clanchef habe mit Stuhl und Wasserflasche nach dem Rapper geworfen, so die Anklage. Die Brüder im Alter von 39, 42 und 49 sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt. Nur der 39-Jährige sitzt in U-Haft.

Die Verteidiger wollen einem Antrag zufolge vor einer Befragung des Rappers Einsicht in alle Vernehmungen nehmen, in denen Anis Ferchichi und seine Ehefrau Angaben im Zusammenhang mit Arafat A.-Ch. gemacht haben. Es gehe unter anderem darum, seine Glaubwürdigkeit zu prüfen. Aufgrund der damaligen Aussagen des Paares seien mehrere Verfahren eingeleitet worden. Die Oberstaatsanwältin sagte, sie führe diese Verfahren nicht und könne nicht über die Freigabe von Vernehmungen entscheiden.

Der Vorsitzende Richter kündigte an, dass aus Sicht des Gerichts die Vernehmung des Zeugen Ferchichi am Nachmittag beginnen könnte. Es würden zunächst lediglich Fragen zur Entwicklung seiner musikalischen Karriere gestellt. Die Verteidiger behielten sich eine Stellungnahme vor.

Titelfoto: dpa/zb/Paul Zinken

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