Bushido wieder vor Gericht: Prozess gegen Clan-Chef beginnt

Berlin - Der Chef eines bekannten arabischstämmigen Berliner Clans soll den Rapper Bushido unter anderem genötigt und verletzt haben: Am 17. August (10.30 Uhr) beginnt am Berliner Landgericht der Prozess.

Bushido vor dem Bundesverwaltungsgericht. (Archivbild)
Bushido vor dem Bundesverwaltungsgericht. (Archivbild)  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Zur Last gelegt werden ihm Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue.

Drei seiner Brüder im Alter von 39, 42 und 49 sind als Mittäter oder Gehilfen angeklagt, wie das Gericht am Montag mitteilte. Bushido ist in dem Verfahren als Nebenkläger zugelassen.

Der 44-jährige Hauptangeklagte und der Rapper waren laut Mitteilung einst Partner im Musikgeschäft. Zu den Taten soll es gekommen sein, nachdem Bushido die Geschäftsbeziehungen 2017 aufgelöst habe.

Der Hauptangeklagte habe dies laut Gericht nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt die Zahlung von angeblichen Schulden bzw. die Beteiligung an dessen Musikgeschäften gefordert. Auch um den Verkauf verschiedener Immobilien in Berlin und Kleinmachnow habe man gestritten.

Bushido tritt als Nebenkläger vor Gericht auf

Im Dezember 2017 und Januar 2018 habe der heute 44-jährige Hauptangeklagte den Rapper in sein Büro bestellt, dann die Räume von innen verschlossen und den Musiker beschimpft und drangsaliert. Einer der Brüder sei bei beiden Treffen dabei gewesen, ein weiterer an einem. Es ging laut Mitteilung um die Details der Trennungsvereinbarung.

Bei dem zweiten Treffen habe der Hauptangeklagte Bushido eine halbvolle Wasserflasche aus Hartplastik an den Kopf geworfen, dieser sei leicht verletzt worden. Später habe er mit einem Stuhl nach ihm geschlagen. Die drei Brüder hätten auf den Musiker eingeredet, um unberechtigte Forderungen durchzusetzen. Bushido habe sich akut bedroht gefühlt und auch um die Sicherheit seiner Familie gefürchtet.

Dem mitangeklagten 42-Jährigen wird vorgeworfen, im März 2018 in Absprache mit dem Hauptangeklagten – aber ohne Wissen von Bushido – 180.000 Euro vom gemeinsamen Firmenkonto abgehoben zu haben.

In einem weiteren Komplex geht es um die mutmaßliche Entführung der Kinder des angeklagten 39-Jährigen. Er soll sie im November 2018 gegen den Willen der ebenfalls sorgeberechtigten Mutter aus Dänemark mit nach Berlin genommen habe. Der Verdächtige sitzt in U-Haft.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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