Prozess gegen Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker: Remmo-Aussage vertagt

Berlin - Weil der geladene Zeuge fehlte, ist der Prozess gegen den Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker (45) um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil von Rapper Bushido (42) am Mittwoch nach wenigen Minuten vertagt worden.

Anis Mohamed Youssef Ferchichi (42), bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker (45) in einem Gerichtssaal des Landgerichts.
Anis Mohamed Youssef Ferchichi (42), bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker (45) in einem Gerichtssaal des Landgerichts.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

Der Musikmanager habe über einen Anwalt mitteilen lassen, dass er erkrankt und nicht verhandlungsfähig sei, teilte das Berliner Landgericht mit. Die Verhandlung werde am 7. Mai fortgesetzt. Geplant sei die weitere Befragung einer Polizeibeamtin, sagte der Vorsitzende Richter.

Laut Anklage soll es zu Straftaten gekommen sein, nachdem Rapper Bushido im September 2017 die Beziehungen zu seinem langjährigen Geschäftspartner Arafat aufgelöst habe. Der 45-Jährige habe dies nicht akzeptieren wollen und von dem Musiker unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert.

Bushido sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit einer Wasserflasche und einem Stuhl attackiert worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft Arafat Abou-Chaker Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Mitangeklagt in dem seit August 2020 laufenden Prozess sind drei Brüder des Clanchefs. An 25 Verhandlungstagen war Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi, als Zeuge vernommen worden.

Bei dem erkrankten Zeugen handelt, es sich um einen Musikmanager, der einer anderen arabischstämmigen Großfamilie angehört. Wann mit seiner Befragung begonnen werden kann, sei noch nicht absehbar, hieß es am Rande der Verhandlung. Der Vorsitzende Richter hatte angekündigt, dass es zunächst um die Frage gehen werde, ob dem Zeugen ein Auskunftsverweigerungsrecht zustehe.

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