Prozess von Bushido gegen Clanchef Arafat: So sah ein Rapper ihre frühere Beziehung

Berlin - Mit einem Musiker im Zeugenstand ist der Prozess gegen Clanchef Arafat A.-Ch. (45) und drei seiner Brüder um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil von Rapper Bushido (43, "Von der Skyline zum Bordstein zurück") fortgesetzt worden.

Rapper AK Ausserkontrolle habe "nichts Negatives" zwischen Bushido (Foto, 43) und Clanchef Arafat A.-Ch. (45) bemerkt.
Rapper AK Ausserkontrolle habe "nichts Negatives" zwischen Bushido (Foto, 43) und Clanchef Arafat A.-Ch. (45) bemerkt.  © Sebastian Willnow/ZB/dpa

Der Berliner Rapper AK Ausserkontrolle erklärte am Montag vor dem Landgericht der Hauptstadt, er habe Arafat A.-Ch. und Bushido als Freunde erlebt. "Für mich war ihr Verhältnis freundschaftlich, ich habe nichts Negatives gespürt", so der 39-Jährige.

Er habe 2017 einen Vertrag unterschrieben - "aus meiner Sicht mit beiden".

Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi, und der 45-jährige Arafat A.-Ch., Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, galten als Partner im Musikgeschäft.

Bushido: Im Bett mit Bushido und Anna-Maria Ferchichi: Was steckt dahinter?
Bushido Im Bett mit Bushido und Anna-Maria Ferchichi: Was steckt dahinter?

Laut Anklage soll es zu Straftaten gekommen sein, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen aufgelöst hatte. Arafat A.-Ch. als langjähriger Manager habe dies nicht akzeptieren wollen und von dem Musiker eine Millionen-Zahlung und Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre verlangt.

Der 43-jährige Bushido soll im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein.

Die Anklage lautet unter anderem auf versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung. Die Brüder haben zu den Vorwürfen geschwiegen.

Rapper AK Ausserkontrolle hat Bushido und den Angeklagten als Freunde gesehen

Laut der Zeugenaussage von AK Ausserkontrolle seien Bushido (43) und der angeklagte Arafat A.-Ch. (Foto, 45) wie "eine Firma" gewesen.
Laut der Zeugenaussage von AK Ausserkontrolle seien Bushido (43) und der angeklagte Arafat A.-Ch. (Foto, 45) wie "eine Firma" gewesen.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Bushido hatte im Prozess als Zeuge erklärt, er habe 16 Jahre lang niemandem offenbart, dass es von Anfang an eine "erzwungene Zusammenarbeit" gewesen sei.

Der Clanchef habe an ihm verdient und ihn "wie sein Eigentum behandelt". Die Befragung des Rappers hatte sich über fast acht Monate hingezogen.

Rapper AK Ausserkontrolle, bürgerlich Davut Altundal, sagte weiter, für ihn seien die beiden damaligen Geschäftspartner "zwei Freunde" gewesen.

Bushido: Bushido-Prozess: Zeuge sagt per Videoschalte gegen Arafat Abou-Chaker aus
Bushido Bushido-Prozess: Zeuge sagt per Videoschalte gegen Arafat Abou-Chaker aus

Er habe die Details eines Künstlerexklusivvertrages mit Arafat A.-Ch. besprochen. Bushido sei dann hinzugekommen - "und ich habe bei ihm unterschrieben". Für ihn seien beide "eine Firma" gewesen. "Sie haben sich immer besprochen."

Nach der Trennung habe ihm Bushido erklärt, er könne sich entscheiden, zu wem er gehen wolle.


Der Vertrag sei aufgelöst worden. Der Prozess wird am 27. Oktober fortgesetzt.

Titelfoto: Sebastian Willnow/ZB/dpa

Mehr zum Thema Bushido: