Rapper Bushido im Prozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker: "Keine Ahnung von Musik"

Berlin - Rapper Bushido (42) hat seine Aussage im Prozess gegen den Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker (44) fortgesetzt.

Anis Mohamed Youssef Ferchichi (44), bekannt unter dem Künstlernamen Bushido, sitzt als Nebenkläger im Prozess gegen den Chef eines bekannten arabischstämmigen Clans und drei seiner Brüder in einem Gerichtssaal.
Anis Mohamed Youssef Ferchichi (44), bekannt unter dem Künstlernamen Bushido, sitzt als Nebenkläger im Prozess gegen den Chef eines bekannten arabischstämmigen Clans und drei seiner Brüder in einem Gerichtssaal.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Der Musiker äußerte sich zu Exklusivverträgen, die er mit anderen Künstlern abgeschlossen hatte. Über seinen angeklagten ehemaligen Geschäftspartner sagte Bushido am Montag vor dem Landgericht der Hauptstadt, Arafat Abou-Chaker habe "keine Ahnung von Musik". Er sei auch "kein Rap-Fan".

Der Clanchef habe künstlerisch keine Leistung für jene Drittkünstler erbracht, sei allerdings über seine Managervereinbarung "an allen meinen Einnahmen beteiligt gewesen".

Der 42-jährige Musiker, bürgerlich Anis Ferchichi, befindet sich seit mehr als fünf Monaten im Zeugenstand. Er ist in dem Verfahren Nebenkläger und Zeuge.

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Laut Anklage soll es zu Straftaten zu seinem Nachteil gekommen sein, nachdem der Rapper 2017 die Beziehungen zu seinem langjährigen Geschäftspartner aufgelöst habe.

Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Bushido sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen Hauptangeklagten Arafat Abou-Chaker Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Mitangeklagt sind drei Brüder des Clanchefs.

Personenschützer begleiten Bushido in den Gerichtssaal

Polizeibeamte stehen vor einem Saal im Kriminalgericht Moabit, Bushido (42) zu beschützen.
Polizeibeamte stehen vor einem Saal im Kriminalgericht Moabit, Bushido (42) zu beschützen.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Die vier Männer haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Bushido wird stets von mehreren Personenschützern in den Gerichtssaal begleitet.

Der Rapper sagte weiter, nach dem Bruch mit Arafat Abou-Chaker habe er auch mehrere Verträge, die er mit Drittkünstlern geschlossen hatte, aufgelöst.

Einer der Musiker habe aus dem Vertrag kommen wollen, "weil er um sein eigenes Wohl fürchtete und dachte, er könnte als Bushido-Verbündeter gelten".

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Er habe der Auflösung zugestimmt und dadurch "auf viele Einnahmen" verzichtet. Auf Nachfrage eines Verteidigers erklärte Bushido: "Geld ist nicht immer die wichtigste Instanz."

Der Prozess geht am Mittwoch (10. Februar) weiter.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

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