Cathy Hummels gewinnt Prozess: Doch damit ist die Sache noch nicht vorbei

München - Vor dem Münchner Oberlandesgericht wird am Donnerstag ab 11.15 Uhr unter Beteiligung von Instagram-Berühmtheit Cathy Hummels (32) ein für die PR-Branche bedeutender Rechtsstreit ausgefochten.

Cathy Hummels (32) kann toll in Handykameras sprechen - aber darf sie auch alles sagen? (Archiv)
Cathy Hummels (32) kann toll in Handykameras sprechen - aber darf sie auch alles sagen? (Archiv)  © Lino Mirgeler/dpa

Welche Informationspflichten gelten für Influencer?

Kläger ist der Verband Sozialer Wettbewerb, ein in Fachkreisen für seine zahlreichen Abmahnungen bekannter Berliner Verein. Die Organisation wirft Cathy Hummels und anderen Influencerinnen verbotene Schleichwerbung auf dem Foto-Portal Instagram vor. 

In der ersten Instanz vor dem Münchner Landgericht hatte der Verband im April 2019 verloren, nun steht die zweite Runde an. Ob Hummels persönlich erscheint, ist offen.

Der Anlass der Klage: Hummels hat Werbeverträge mit mehreren Modefirmen. Diese Beiträge kennzeichnet die frühere Moderatorin dementsprechend als "bezahlte Partnerschaft". Der Verein hatte sie wegen mehrerer Beiträge verklagt, bei denen dieser Hinweis fehlte. Nach Angaben von Hummels erhielt sie für diese Beiträge auch keine Gegenleistungen der betreffenden Firmen.

Der Prozess berührt die Frage, ob Prominente überhaupt Produkte oder Dienstleistungen aus freien Stücken empfehlen dürfen, ohne dabei eine Klage zu riskieren. 

Das Anheuern bezahlter Influencer ist in vielen Branchen üblich, sogar etablierte Industriefirmen wie Siemens haben Influencer-Verträge mit Experten.

In der ersten Instanz hatte das Münchner Landgericht geurteilt, dass für Influencer keine strengeren Maßstäbe gelten sollten als für die Presse: Produkthinweise in Zeitschriften seien erlaubt, ohne dass das als Schleichwerbung gilt.

Update 13.45 Uhr: Cathy Hummels gewinnt Prozess um Schleichwerbung

Ein gewohntes Bild: Cathy Hummels checkt vor Prozessbeginn noch ihr Smartphone.
Ein gewohntes Bild: Cathy Hummels checkt vor Prozessbeginn noch ihr Smartphone.  © Sven Hoppe/dpa

Erfolg für Cathy Hummels vor Gericht: Die Influencerin und Ehefrau von Fußball-Star Mats Hummels hat ihren Rechtsstreit um angebliche Schleichwerbung auch in zweiter Instanz gewonnen. 

Das Oberlandesgericht (OLG) München wies die Berufung des Verbandes Sozialer Wettbewerb am Donnerstag zurück. Die Organisation wirft der 32-Jährigen und anderen Influencerinnen verbotene Schleichwerbung auf dem Foto-Portal Instagram vor, wo sie knapp 530.000 Follower hat.

Nach Angaben von Hummels erhielt sie für die kritisierten Beiträge keine Gegenleistungen der betreffenden Firmen. "Ich mach' das unentgeltlich, weil das meine Leidenschaft ist", sagte sie am Rande der Verhandlung. Nach dem Urteil freute sie sich darüber, "dass die neue Welt genau so behandelt wird wie die alte Welt".

Vor dem Landgericht München I in erster Instanz hatte die Vorsitzende Richterin Hummels' Instagram-Profil mit einer Frauenzeitschrift verglichen. "Printmedien machen auch nichts anderes", sagte sie. Informierte Internetnutzer wüssten, dass Hummels mit ihrem Instagram-Profil kommerzielle Interessen verfolge. Insofern handele es sich auch nicht um unlautere Werbung (Az.: 4 HK O 14312/18). Hummels griff das damals dankbar auf: "Mein Account ist genau wie eine Frauenzeitschrift mit all ihren Facetten."

Ob der Rechtsstreit mit dem Urteil tatsächlich vom Tisch ist, ist allerdings unklar. Das Oberlandesgericht ließ die Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) zu - auch, weil andere Gerichte in ähnlich gelagerten Fällen anders entschieden haben.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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