Der Hass nimmt kein Ende: TikTok-Influencerin wird Vergewaltigung gewünscht, doch sie wehrt sich

Frankfurt am Main - Hass-Kommentare sind als ein massives Problem der Social-Media-Welt bekannt. Doch die Anfeindungen, welche die TikTok-Influencerin Miss Colleen Jordan aus Hessen erhielt und am späten Montagabend öffentlich machte, sind von einer menschenverachtenden Abscheulichkeit, die nur schwer erträglich ist.

TikTok-Influencerin Miss Colleen Jordan lebt in Hessen, sie ist eine Frau mit Trans-Hintergrund und kämpft gegen Homophobie und Transphobie.
TikTok-Influencerin Miss Colleen Jordan lebt in Hessen, sie ist eine Frau mit Trans-Hintergrund und kämpft gegen Homophobie und Transphobie.  © Screenshot/TikTok/misscolleenjordan

Die junge Hessin stellte ein Video auf TikTok online, in welchem sie darüber berichtete, dass sie "unzählige, Tausende Nachrichten" mit wüsten Anfeindungen und Gewaltandrohungen erhalte.

Einzelne dieser gegen sie gerichteten Hass-Kommentare veröffentlichte sie. Die darin getätigten Aussagen sind von extremer Brutalität.

Gegenüber Miss Colleen Jordan (die selbst eine Frau mit Trans-Hintergrund ist) wird etwa davon gesprochen, dass alle homosexuellen und bisexuellen Personen sowie alle Menschen mit Trans-Identität "abgeschlachtet" werden sollen.

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Weiter heißt es in dem veröffentlichten Hass-Kommentar: "Auch eure köpfe und kehlen sollen aufgerissen werden" (Schreibweise entspricht dem Original, Anm. d. Red.).

In einem anderen gegen Miss Colleen Jordan gerichteten Schreiben wird der jungen Frau Vergewaltigung gewünscht.

Weitere gegen sie gerichtete Hass-Kommentare hatte die Hessin bereits in der Nacht zu Samstag als Storys in ihrem inzwischen auf privat umgeschalteten Instagram-Profil publik gemacht.

Hintergrund er Hass-Kommentare ist der "SuchtTea"-Konflikt mit dem YouTuber CanBroke

Die Montage zeigt zwei der Hass-Kommentare gegen Miss Colleen Jordan, welche die Influencerin auf TikTok veröffentlichte.
Die Montage zeigt zwei der Hass-Kommentare gegen Miss Colleen Jordan, welche die Influencerin auf TikTok veröffentlichte.  © Montage: Screenshot/TikTok/misscolleenjordan

Der Hintergrund dieser extremen Hass-Ausbrüche ist ein Konflikt der TikTok-Influencerin mit dem YouTuber CanBroke.

Die Hessin hatte dem YouTuber öffentlich Homophobie (Hass gegen Homosexuelle) sowie Transphobie (Hass gegen Menschen mit Trans-Hintergrund) vorgeworfen und so eine Welle an Solidaritätsbekundungen ausgelöst. In der Folge hatten mehrere Filialen des Rewe-Konzerns angekündigt, den Eistee von CanBroke ("SuchtTea") fortan zu boykottieren.

Der YouTuber hatte am Samstagabend mit einem Video auf die Vorwürfe von Miss Colleen Jordan reagiert.

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Darin räumte er zwar verbale Entgleisungen ein und entschuldigte sich für diese, gleichzeitig erhob er jedoch den Vorwurf des Rufmordes gegen die TikTok-Influencerin und kündigte eine Anzeige sowie Schadensersatzforderungen an.

Miss Colleen Jordan hingegen bestreitet den Rufmord-Vorwurf. Sie hat laut eigener Aussage inzwischen die Unterstützung einer Anwältin.

Miss Colleen Jordan wehrt sich gegen Mord-Drohungen und Hass-Kommentare

In weiteren Videos auf ihrem TikTok-Profil erhob die Influencerin ihrerseits den Vorwurf, CanBroke würde Lügen über sie verbreiten und Tatsachen verdrehen.

Zudem kündigte Miss Colleen Jordan an, dass sie gegen die an sie verschickten Anfeindungen und Gewaltandrohungen vorgehen wolle – sie will diese zur Anzeige bringen.

"Denn ich lasse es nicht länger zu, dass ich Mord-Drohungen bekomme, dass meine Familie bedroht wird, dass Juden-, Schwulen- und Transsexuellen-Hass hier freiem Lauf gelassen wird", sagte die junge Hessin wörtlich.

CanBroke-Fans ignorieren offenbar Aufruf zu Mäßigung

Auch warf Miss Colleen Jordan CanBroke vor, dass er nicht ausreichend gegen die Hass-Ausbrüche, die mutmaßlich von seinen Fans herrühren, einschreite.

Tatsächlich hat sich der YouTuber am Ende seines Videos zu dem Fall in dieser Hinsicht geäußert. "Dieses Video ist kein Aufruf für Hass", sagt er darin wörtlich und spricht sich ausdrücklich dagegen aus, der TikTok-Influencerin Hass-Kommentare zu senden – offensichtlich ignorieren einige seiner Fans dies jedoch.

Auch Miss Colleen Jordan hatte ihre Unterstützer am Beginn des Konflikts dazu aufgerufen, keine Hass-Nachrichten an CanBroke zu schicken. "Ich glaube nicht, dass Beleidigung ein richtiger Weg ist, ich glaube nicht, dass jemanden fertig[zu]machen der richtige Weg ist", sagte sie wörtlich.

Titelfoto: Montage: Screenshot/TikTok/misscolleenjordan

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