Désirée Nick spricht Corona-Klartext und donnert Politiker an

Berlin/Falkensee - Große Empörung bei Désirée Nick (64) nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch! Deutschlands spitzeste Zunge wertet den verlängerten Lockdown bis zum 7. März als finalen Todesstoß für Künstler und Kulturschaffende. Nun geht die Entertainerin mit Politikern hart ins Gericht und erhebt schwere Vorwürfe.

Kabarettistin Désirée Nick (64) schildert besorgt die Ausmaße der Corona-Maßnahmen für die Kulturbranche.
Kabarettistin Désirée Nick (64) schildert besorgt die Ausmaße der Corona-Maßnahmen für die Kulturbranche.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Auf ihrem Instagram-Profil beschwört die Kabarettistin den Untergang der Kreativbranche und verwies auf absehbare Folgen der strengen Corona-Maßnahmen, wonach der trotz vielerorts sinkenden Infektionszahlen fortgesetzte Shutdown aus Sorge vor Virus-Mutationen das Testat des ultimativen Versagens der Regierung sei.

"Heute aber mal ein ernsteres Thema, denn ich denke, es ist an der Zeit, meine Stimme auch mal zu der generellen Corona-Lage zu erheben", beginnt das Multitalent seine rund fünfzehnminütige Videobotschaft.

La Nick knöpft sich darin auch die polarisierende Kulturstaatsministerin Monika Grütters (59, CDU) vor, die bereits zuvor in die Kritik geraten war: "Ich weiß nicht, ob Frau Grütters überhaupt weiß, was es bedeutet, Kulturschaffende zu sein (...) Wenn du mal eben zwei Jahre nicht performst, ist die Karriere vorbei", äußert sich die 64-Jährige besorgt.

Aber von vorne: Bislang galt 50 als die magische Inzidenzzahl, nun die Kehrtwende in der Corona-Politik: Die 35 ist jetzt der Zielwert. Daher gehe die 64-Jährige davon aus, dass vor Herbst dieses Jahres die Theater-Türen nicht mehr öffnen werden.

Bereits zuvor sei die Kreativwirtschaft weitestgehend lahmgelegt worden und diese somit laut der Autorin dem Tode geweiht, "im April 2020, als die Kulturschaffenden, die Freiberufler Berufsverbot bekommen haben", klagt die Schauspielerin Revue passierend an.

"Ich leide dann komplett unter anderthalb Jahren Berufsverbot wie auch meine Kollegen aus Ballett, Musical, Oper, Operette, freischaffende Schauspieler, Theater plus der ganze Anhang von Technikern, Gewerken, Regisseuren und so weiter", zeichnet die gebürtige Westberlinerin in einer Bestandsaufnahme ein desaströses Bild.

Die klassisch ausgebildete Balletttänzerin moniert weiter, "dass man einfach eine ganze gesellschaftliche Gruppe zur Berufsunfähigkeit verdamme, als wären wir Frührentner" und wünsche sich eine Wiedergutmachung: "Das ist so, als würden wir im Rollstuhl sitzen." Stattdessen werde die Karriere der "freischaffenden Künstler aus der Kleinkunstbrache still und leise zu Grabe getragen".

Die Schwermut und Hoffnungslosigkeit im Lande sowie vermehrt depressive Verstimmungen sieht das Multitalent als "Folge der Abschaffung der Kultur", da es "kein Ventil mehr, keinen Katalysator mehr" gebe, mahnt die schlagfertige Diva, die nach eigenen Angaben bislang keine November- und Dezemberhilfen erhalten hat.

Désirée Nick äußert sich nach der Bund-Länder-Runde zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bei Instagram kritisch

Désirée Nicks Frust entlädt sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) setzt in der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages nach einer Regierungserklärung zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde zur Bewältigung der Corona-Pandemie eine FFP2-Maske auf.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) setzt in der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages nach einer Regierungserklärung zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde zur Bewältigung der Corona-Pandemie eine FFP2-Maske auf.  © Kay Nietfeld/dpa

Auch das Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) stoße der 64-Jährigen übel auf, wie in einem Rüffel deutlich wird.

"Frau Merkel hat gesprochen, als gäbe es das Instrument des Impfstoffes gar nicht – nach einem Jahr", lautet La Nicks Knallhart-Urteil und sie führt in ihrem Anraunzer weiter aus: "Sie hat so geredet, als hätte sie total vergessen, dass es letztendlich um die Impfungen geht, die ja inzwischen gründlich vermasselt worden sind."

Der Grund: Deutschland liegt nur auf Platz 22 der geimpften Menschen aller erfassten Länder – und habe als hochindustrielle Nation eher den Status eines Entwicklungslandes, tönt die Sängerin in ihrem Statement zum Impf-Debakel.

Schlappe drei Prozent sind es hierzulande! Zum Vergleich: In Israel sind bereits 56,3 Prozent der Bevölkerung geimpft. Die Corona-Impfstrategie läuft hingegen weiter Gefahr ausgehen wie das berühmte Hornberger Schießen.

Die Zwangspause habe die Trash-TV-Teilnehmerin sinnvoll genutzt: "Ich hatte endlich mal die Chance, mein Social Media aufzupolieren und heranzuzüchten". Zudem habe sie ein neues Buch geschrieben. "Es gibt im März ein neues TV-Projekt auf RTL, ich habe einen Podcast etabliert", erklärt sie weiter.

Die Diseuse stoße sich zudem an Merkels Prophylaxe-Konzept in der Corona-Pandemie, "Vorsorgeprinzip", wie es die CDU-Politikerin nannte: "Das Virus ist unglaublich raffiniert, durchtrieben und schlau. So viel klüger als wir. Bereits heute gibt es 1500 Mutationen. Und was ist, wenn der März beendet ist? Glaubt Frau Dr. Angela Merkel, dass es dann keine Mutanten mehr gibt? Also, was ist die Antwort auf diese Frage?", prangert die Unterhaltungskünstlerin an.

Abschließend richtet die Kabarettistin einen Appell an ihre Netz-Gemeinschaft: "Corona wird nicht verschwinden, Leute, lernt damit zu leben. Sucht euch zum Teil einen anderen, einen neuen Beruf, formiert euch, zeigt eure Stimme. Es kann doch so nicht weitergehen, Corona bleibt."

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa, Kay Nietfeld/dpa (Bildmontage)

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