Deutscher Schauspiel-Star Irm Hermann stirbt mit 77 Jahren

Berlin - Nach kurzer und schwerer Krankheit ist Irm Hermann, preisgekrönte und weltweit verehrte Darstellerin zahlreicher Spielfilme, Fernsehfilme, Theaterstücke und Hörspiele am 26. Mai 2020 im Alter von 77 Jahren verstorben.

Schauspielerin Irm Hermann bei der Premiere des Films "Fassbinder" in der Volksbühne Berlin. (Archivbild)
Schauspielerin Irm Hermann bei der Premiere des Films "Fassbinder" in der Volksbühne Berlin. (Archivbild)  © picture alliance / dpa

Dies teilte ihre Agentin Antje Schlag unter Berufung auf die Familie am Donnerstagvormittag mit.

Irm Hermann wurde am 4. Oktober 1942 als Irmgard Hermann in München geboren und absolvierte nach der Schule zunächst eine Lehre als Verlagskaufrau, bevor sie Regisseur Rainer Werner Fassbinder (1945–1982) kennenlernte, der sie 1966 in seinem Kurzfilm "Der Stadtstreicher“ besetzte.

Von da an gehörte sie zum engsten Kreis um Fassbinder und war in rund 20 seiner Filme zu sehen.

Für "Der Händler der vier Jahreszeiten" erhielt sie 1972 den "Filmband in Gold" in der Kategorie "Beste Darstellerische Leistungen". 1983 erfolgte die zweite Auszeichnung für "Fünf letzte Tage".

Nach der Trennung von Fassbinder im Jahr 1975 zog sie nach Berlin und stand für Filmgrößen wie Werner Herzog, H. W. Geißendörfer und Percy Adlon vor der Kamera.

2002 erhielt Hermann den Silbernen Bären der Berlinale für ihre besondere künstlerische Leistung als Mitglied des Darstellerensembles von Paradiso.

Irm Hermann spielte bei "Fack ju Göhte 3" mit

Mit einer Zigarre in der Hand hält der Schauspieler Bernhard Schütz als Bundeskanzler Gerhard seine Frau Doris, gespielt von Irm Hermann, während der Probe an der Berliner Volksbühne im Arm. (Archivbild)
Mit einer Zigarre in der Hand hält der Schauspieler Bernhard Schütz als Bundeskanzler Gerhard seine Frau Doris, gespielt von Irm Hermann, während der Probe an der Berliner Volksbühne im Arm. (Archivbild)  © Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

Den jüngeren Zuschauern wurde Irm Hermann vor allem als Ploppis Oma in dem Kassenschlager "Fack ju Göhte 3" bekannt.

Auch für Fernsehzuschauer war die Darstellerin eine Altbekannte.

So wirkte sie 2016 zusammen mit ihren beiden Fassbinder-Kolleginnen Hanna Schygulla und Margit Carstensen in dem Bodensee-"Tatort" mit dem Titel "Wofür es sich zu leben lohnt" mit.

Neben zahlreichen Auftritten in Film und Fernsehen blieb Hermann ihr ganzes Leben lang der Theaterbühne treu.

So stand sie von 1979 bis 1980 und dann wieder 1987 bis 1991 auf der Berliner Volksbühne.

Zuletzt bereicherte Hermann das Ensemble des Hamburger Schauspielhauses in der Spielzeit 2016/2017 mit ihrem künstlerischen Talent.

Immer wieder war die Schauspielerin auch an verschiedenen Audioproduktionen beteiligt. 2009 wurde sie mit dem "Deutschen Hörbuchpreis" als "Beste Interpretin" ausgezeichnet.

Titelfoto: picture alliance / dpa

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