DJ-Duo Stereoact streamt eigene Musik und wird von Plattform ausgeschlossen

Braunschweig/Annaberg-Buchholz - Ric Einenkel von Stereoact war im Livestream des Bundesverbandes Discjockey e.V. (BVD) zu Gast und erzählte dort von seinen Erfahrungen als neuer Online- und Autodisco-DJ.

Ric Einenkel (l., 41) und Sebastian Seidel (37) bilden zusammen das DJ-Duo Stereoact. (Archivbild)
Ric Einenkel (l., 41) und Sebastian Seidel (37) bilden zusammen das DJ-Duo Stereoact. (Archivbild)  © Max Patzig

Über 60 Live-Shows mussten die beiden Stereoact-DJs Ric Einenkel und Sebastian Seidel wegen der Coronavirus-Schutzmaßnahmen absagen. 

Ganz ohne Auflegen können die beiden dann aber doch nicht.

"Wir mussten uns neu organisieren (…) und sind ins Streaming gegangen, um den Leuten irgendwie nahe zu sein", erklärte Ric Einenkel im BVD-Livetalk auf YouTube am gestrigen Donnerstag. "Auch wenn man damit kein Geld verdient", fügte er an.

Dabei stießen die beiden Produzenten und DJs jedoch auch auf ein großes Problem: Viele Internet-Dienste stellen die oft einstündigen oder sogar längeren Videos stumm, wenn sie zu viele Musiktitel spielen, die Urheberrechte verletzen könnten. Und das, obwohl DJs oft für die Nutzung der Musik viel Geld zahlen.

Einenkel erklärte weiter, dass er sogar schon wegen des Abspielens von eigener Musik stummgeschalten wurde! Stereoact überträgt regelmäßig Live-Videos aus dem Musikstudio auf Facebook.

Autodisco "war sehr skurril" für Stereoact-DJs

Besucher einer Autodisco im thüringischen Nobitz sitzen in ihren Fahrzeugen auf einer Wiese. (Symbolbild)
Besucher einer Autodisco im thüringischen Nobitz sitzen in ihren Fahrzeugen auf einer Wiese. (Symbolbild)  © dpa/Bodo Schackow/dpa-Zentralbild

Doch die eigene Musik ist beim Streaming wichtig, wird sie doch so erst bekannt und dann in Musik-Streaming-Apps wie Spotify über Playlisten abgespielt oder gar im Laden von den Fans gekauft.

Dieses Problem hatten die beiden jedoch am vergangenen Wochenende nicht. Da spielten Einenkel und Seidel zwei Autodisco-Konzerte.

"Es war schön, vor Publikum zu spielen", sagte Einenkel im Gespräch mit dem BVD-Präsidenten Dirk Wöhler. "Aber es war auch sehr skurril. Wie, als würde man vorm Lidl-Parkplatz spielen."

Stereoact-DJ Ric Einenkel sieht Autodiscos zwar als Alternative für die fehlenden Partys, aber nicht als "Perspektive für die Zukunft".

Zuspruch kam da von Kollege Sebastian Jeglorz. Er findet das Vorgehen der Politiker in Sachen Open-Airs und Festivals etwas zu forsch. Bei Veranstaltungen an der frischen Luft, "die durchaus mit Abstand möglich wären (…) sind die Behörden noch sehr streng", erklärt der DJ.

Er bemängelt im Gespräch offen, dass alles, was "irgendwie nach Tanzveranstaltung aussieht", "sofort unterbunden wird".

Jeglorz wünscht sich deutschlandweit einheitliche Regeln und mehr Transparenz bei der Lockerung der Schutzmaßnahmen.

Der komplette Livetalk im Video

Neues Album in den Startlöchern?

Für Stereoact hat die derzeitige Situation aber nicht nur Schattenseiten. Ein positiver Nebeneffekt: "Ich habe Lieder für 10 Alben in der Zeit produziert", erklärte Ric Einenkel.

Fans des Annaberger DJ- und Produzenten-Duos dürfen also gespannt sein. Eventuell kommt bald schon eine neue Platte mit viel neuer Musik für den coronabedingten Sommer ohne Partys oder Festivals. 

Titelfoto: Max Patzig

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