Berlin - Eckart von Hirschhausen (58) hat im Vatikan den Papst getroffen, um der Frage nachzugehen, welche Rolle die katholische Kirche im Kampf gegen die Klimakrise spielen kann.
In der BR-Doku "Hirschhausen will zum Papst – Wer bewahrt die Schöpfung?" reist der Arzt und Moderator bis nach Rom, begleitet Bischöfe, Wissenschaftler und Aktivisten und sucht nach Antworten auf eine der großen Fragen unserer Zeit.
Doch trotz der besonderen Begegnung zieht Hirschhausen am Ende ein eher nüchternes Fazit. Zwar sei die Hoffnung groß gewesen, dass der Papst eine klare Botschaft zur Bewahrung der Schöpfung sende, doch daraus wurde wenig Konkretes.
"Ich bin natürlich auch irgendwie mit großer Hoffnung hierhin gekommen, dass Leo sagt: 'Hey, genau das ist es.' Aber wessen Job ist es eigentlich, die Schöpfung zu bewahren? Es ist auch ein bisschen naiv zu glauben: 'Wir können uns alle zurücklehnen und Leo wird es schon richten.'"
Dabei bringt die Kirche aus Hirschhausens Sicht durchaus das nötige Gewicht mit. In der Doku verweist er auf ihre weltweite Struktur und ihren Einfluss: "Die Kirche hat Gebäude, Geld, Land, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, ein weltweites Netzwerk." Zudem den Glauben von 1,4 Milliarden Katholiken.
Für den 58-Jährigen sind das auf den ersten Blick durchaus starke Voraussetzungen, um gesellschaftlich etwas zu bewegen.
Eckart von Hirschhausen: Papst-Begegnung bringt wenig Konkretes
Weniger optimistisch zeigt sich in der Doku von vornherein der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber (75). Er blickt skeptisch auf Papst Leo XIV. (70) und sagt: "Es wird nicht sein Herzensthema sein, ist meine jetzige Einschätzung."
Auch dass der Papst im vergangenen Jahr nicht zur Weltklimakonferenz nach Brasilien gereist ist, wertet der Experte als deutliches Signal.
Als Hirschhausen bei seiner Generalaudienz tatsächlich vor dem Papst steht, bleiben die ganz großen Antworten dann auch aus. Das Kamerateam darf nicht selbst filmen, weshalb in der Doku nur Vatikan-Bilder ohne Ton zu sehen sind.
Dennoch präsentiert Hirschhausen dem Papst ein kleines Buch mit seinen bisherigen Eindrücken und beschreibt den Moment als eindrücklich: "Für einen Moment schauen wir uns in die Augen. Ich sehe einen Mann, der sehr viele Erwartungen erfüllen soll. Der gleichzeitig präsent ist, hinschaut, zuhört", schildert der 58-Jährige das Treffen.
Zugleich bleibt für ihn der Eindruck eines besonderen persönlichen Moments: "Ich war tatsächlich beim Papst. Ein großer Schritt für mich. Für die Menschheit? Mal gucken."
Die Doku "Hirschhausen will zum Papst – Wer bewahrt die Schöpfung?" läuft am Montag, 25. Mai, um 19.15 Uhr in der ARD und ist bereits in der Mediathek abrufbar.