Elon Musks Angestellte müssen ihn als "großartigen Anführer" bezeichnen

Las Vegas (USA) - Unternehmer Elon Musk (50) wird immer wieder ein harscher Führungsstil nachgesagt. Wie neue Dokumente belegen, ist an den Gerüchten offensichtlich etwas dran.

Elon Musk (50) lässt sein Image durch seine Mitarbeiter aufpolieren.
Elon Musk (50) lässt sein Image durch seine Mitarbeiter aufpolieren.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Bescheidenheit ist nicht gerade Musks große Stärke: Mit Auftritten wie in der US-Talkshow "Saturday Night Live" oder seiner Selbstdarstellung als "Technoking" inszeniert sich der Tesla-Chef als Kultfigur.

Ein von TechCrunch veröffentlichtes Dokument schlägt in die gleiche Kerbe und zeichnet ein Bild des 50-Jährigen, das nach außen hin nicht gerade sympathisch wirkt.

Das Papier stammt von Musks Tunnelbauunternehmen "The Boring Company", das seit Juni Besucher mittels Tesla-Autos in einem Tunnelsystem unterhalb des Messegeländes von Las Vegas fährt.

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Für die Mitarbeiter gibt es klare Vorschriften, die festlegen, wie lange sie mit Fahrgästen reden und was sie dabei erzählen dürfen.

Mitarbeiter von Musks Firma sollen kritischen Fragen ausweichen

Sollte einer der Passagiere nach Musk fragen, werden die Angestellten dazu aufgefordert, möglichst schweigsam zu bleiben: "Diese Art von Fragen ist sehr häufig und sehr heikel. Die öffentliche Faszination für unseren Gründer ist unvermeidlich und kann das Gespräch dominieren. Fassen Sie sich so kurz wie möglich, und tun Sie Ihr Bestes, um solche Gespräche zu unterbinden. Wenn die Passagiere das Thema weiter forcieren, sagen Sie höflich: 'Es tut mir leid, aber ich kann mich wirklich nicht dazu äußern', und wechseln Sie das Thema."

Wenn ein Fahrgast sich danach erkundigt, wie es denn sei, für Musk zu arbeiten, wird die Antwort ebenfalls schon vorgegeben:

"Ja, er ist ein großartiger Anführer! Er motiviert uns, großartige Arbeit zu leisten."

Kritische Bemerkungen wie "Stimmt es, was ich in den Zeitungen über ihn gelesen habe, dass er ein fieser Chef ist/Gras raucht/Mitarbeitern keinen Urlaub gönnt/usw." werden mit einem vagen "Ich habe den Artikel nicht gesehen, aber das ist nicht meine Erfahrung" abgeschmettert.

Das Thema Sicherheit soll ebenfalls schnell mit dem Satz "Es ist ein sehr sicheres System" abgewickelt werden. Bei eventuellen Nachfragen wird auf das Kontaktformular des Unternehmens verwiesen.

Ob und wie "The Boring Company" die Gespräche zwischen Fahrern und Passagieren überprüft, geht aus dem Dokument allerdings nicht hervor.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

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